Wissenschaft

Montag, 19. Februar 2007

Statistik und Massenmord

Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik.

Dieser Ausspruch Josef Stalins kann nun als wissenschaftlich belegt gelten.

Montag, 28. August 2006

Relativ

Es tut immer wieder gut Nachts Space Nights im Fernsehen zu sehen. Alles was einen umgibt, wird plötzlich so relativ und unbedeutend aus der Distanz betrachtet. Noch ganze andere Schauer laufen mir über den Rücken, wenn ich mir die Größe des Planeten Erde in Relation zu anderen uns bekannten Himmelsobjekten ansehe.

(via YiGG.de)

Mittwoch, 29. März 2006

Gesunder Menschenverstand für Maschinen

Golem berichtet über das GlobalMind Project vom MIT und Toshiba. Das Projekt soll Computern einen gesunden Menschenverstand beibringen, indem semantische Regeln formuliert werden, mit denen Computern zu wahren Aussagen über unsere Umwelt kommen können:

So ist etwa die Aussage, alle Kinder seien jünger als ihre Mütter stets wahr. "Alle Vögel können fliegen" stimmt aber nur bedingt: Pinguine und verletzte Vögel können nicht fliegen.

Die Welt ist natürlich groß und komplex. Um möglichst viele Aussagen über die Objekte, Subjekte und deren Beziehungen zueinander erfassen zu können, wird die Netzcommunity zur Mitarbeit aufgefordert. Die entstehende Datenbank könnte eine Grundlage für Semantic Web bilden und soll Firmen und Forschern lizenzfrei zur Verfügung stehen. Warum nicht auch Privatpersonen?

Montag, 27. März 2006

Wir sind IQ-Papst

Niederländer und Deutsche sind laut britischen Forschern die intelligentesten Bürger Europas.

Die kalten Temperaturen haben nach Ansicht des Professors die hiesigen Gehirne voluminöser werden lassen.

Das Thema Intelligenzquotient ist immer sehr heikel und Richard Lynn, emeritierter Professor der nordirischen University of Ulster und Verfasser des Rankings, hat sich offenbar schon mal zu einer politisch inkorrekten Äußerungen hinreißen lassen:

Lynn hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht, weil er Männern in einer Studie einen durchschnittlich fünf Punkte höheren IQ als Frauen attestierte.

Samstag, 25. März 2006

Ethisch einwandfreie Mäusehoden

Die Diskussion um die Verwendung von Stammzellen menschlicher Embryonen dürfte sich vielleicht bald erledigt haben. Forscher der Universität Göttingen haben aus den Hoden von Mäusen Stammzellen isoliert, die ebenfalls die Eigenschaft besitzen sich in beliebige andere Zellen verwandeln zu können, meldet Nature.

Das neben "Science" weltweit etablierteste Wissenschaftsmagazin wird zur Zeit übrigens von der Encyclopædia Britannica wegen dessen Wikipedia-Vergleich von Dezember 2005 heftig attackiert.

Freitag, 3. März 2006

Globaler Dialog mittels Semantic Web: Dropping Knowledge

anz-2005-12-22

Durch eine Chaosradio-Express-Sendung (Mitschnitt im Mp3-Format hier) bin ich auf das sehr ambitionierte Projekt Dropping Knowledge aufmerksam geworden. Mit großer und finanzkräfter Unterstützung, u.a. von der Allianz-Versicherungsgruppe, soll ein erster Schritt in Richtung Semantic Web unternommen werden.

Dazu werden 112 prominenten Personen (u.a. Künstler, Philosophen und soziale Aktivisten) am 9. September in Berlin einhundert Fragen gestellt, insbesondere zu den Themen sozialer und umweltbezogener globaler Probleme. Die 11200 abgefilmten und in verschiedene Sprachen übersetzten Antworten werden auf der Website gesammelt, mittels semantischer Techniken wie RDF aufbereitet und verknüpft. Sie sollen dann das Fundement für einen weiteren globalen Dialog über die drängenden Fragen unserer Zeit bilden. Auf der Website kann jeder selbst Fragevorschläge in englischer Sprache übermitteln. Alle erhobenen und durch semantische Techninken aufbereiteten und intelligent durchsuchbaren Daten sollen unter einer freien Lizenz jedem zur Verfügung stehen. Bei der Realisierung der semantischen Eigenschaften wird das Projekt u.a. vom Deutschem Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) unterstützt.

Bisher sind auf der Website neben einigen Spots auch der Kurzfilm Chocolate City (MPEG 4 AVC (h.264) Format, ca. 200 MB) unter Creative-Commons-Lizenz downloadbar. Der Film handelt von der vergessenen Bevölkerung in den Elendsvierteln New Orleans, in denen zum Zeitpunkt der Aufnahmen - fast sechs Monate nach der Katastrophe - nur freiwillige Helfer des Common Ground Collective anzutreffen waren. Inzwischen ist außerdem klar, dass Bush entgegen der eigenen Darstellung frühzeitig über die Gefahren informiert war und die Leute ihrem Schicksal überließ.

anz-2006-02-19

Freitag, 9. Dezember 2005

Wiki-Schriftdatenbank

Bereits am 26. Okotober erwähnte ich einen Heise-Artikel über die Möglichkeit einer "Wikipedianisierung" der Wissenschaft.

Die Vision sei eine digitale Infrastruktur, bei der Rechenleistung, Dienste und Inhalte "quasi wie Strom aus der Steckdose kommen, ohne dass sich die Wissenschaftler an ihrem Arbeitsplatz um die technischen Details kümmern müssen"

wurde Christine Thomas, Leiterin der eScience-Initiative des Bildungsministeriums damals zitiert. Einer solcher Internetdienst auf Basis eines Wikis hat nun die Fachhochschule Mainz entwickelt: Das deutsch- und englischsprachige decodeunicode-Wiki sammelt und archiviert Schriftzeichen auf Grundlage des Unicode-Standards, wie heute.de berichtet:

Der Laie könnte es für eine "3" halten, doch tatsächlich handelt es sich um den Buchstaben "Ta" im indischen Schriftsystem Limbu. Verwendet wird diese alte Schrift nur noch von 280.000 Menschen in Nepal, Bhutan und Indien. "Ta" ist nur eines von mehr als 65.000 Schriftzeichen, die es weltweit gibt. Ein Großteil dieses riesigen Zeichen-Fundus ist nun erstmals im Internet verfügbar - dank einer an der Fachhochschule (FH) Mainz entwickelten Datenbank.

Leider wird nicht klar, unter welcher Lizenz die Schriftzeichen angeboten werden, also ob es sich um eine freie Wiki-Datenbank handelt.

Sonntag, 20. November 2005

Das Havard-Modell

Was macht Havard so erfolgreich? Als private und vollständig autonome Elite-Uni, lässt sie sich weder von Wirtschaft noch von der Politik eine Ökonomisierung der Forschung aufdrängen:

[...] Sollte hier ein Präsident auf die Idee kommen, wie es bei einigen unserer Rektoren leider in Mode gekommen ist, die Universität als eine Art mittelständisches Unternehmen auffassen zu wollen, in dem die einzelnen Abteilungen berichtspflichtig sind und nach ihrem ökonomischen Wert taxiert werden, er hätte in Harvard die gesamte Universität als einen Gegner vor sich. Es erscheint als nachgerade paradox, daß ausgerechnet hier, im gelobten Wunderland des Kapitalismus, die Ideale der alten Gelehrtenrepublik so hochgehalten werden - und enorme Erfolge feiern! -, während man sie bei uns bedenken- und gnadenlos zu Grabe trägt. Es ist in Harvard mit den Händen zu greifen, daß hier der einzelne Mensch, sei es ein studierender oder ein lehrender, wie auch in der Administration tätiger, seinen hohen Wert und seine Würde hat, und nicht nur, wie von unseren schneidigen Reformern aller Lager, als potentiell auszumerzender Kostenfaktor taxiert wird. [...] Wissenschaft kann nur da gedeihen, wo man dem einzelnen Freiräume schafft, wo man dem kreativen, nicht an einen sofort erkennbaren Nutzen gebundenen Geist erlaubt, kritische Fragen zu stellen und entsprechende Lösungen zu finden. Dann, und nur dann, wird sich auch das wissenschaftlich Neue, damit auch der Erfolg, ergeben, den unsere Planbürokraten, Verbandsfunktionäre und Hochschulpolitiker auf allen Ebenen so verbissen einfordern.

All jene, die immer nach "Amerika" und "Harvard" als Vorbild für die Reorganisation unserer Universitäten schreien, dabei aber nur die platte Ökonomisierung der Universitäten herbeireden wollen, sollten sich auf einen Realitätsschock gefaßt machen, wenn sie mit der Wirklichkeit einer amerikanischen Eliteuniversität wie Harvard konfrontiert werden. Denn Harvard zeigt gerade den Erfolg der klassischen "Volluniversität", welche die Reformer hierzulande mit aller Macht zerstören wollen. [...]


Quelle: UniSPIEGEL

Freitag, 18. November 2005

Grüne Gentechnik

In Australien ist ein mehrjähriger Versuch mit gentechnisch veränderten Erbsen aus Sicherheitsbedenken abgebrochen worden. Die Erbsen hätten bei Feldmäusen eine Lungenkrankheit ausgelöst, berichtete der Sender ABC am Freitag.

Mehr: Yahoo! News

Schön, dass schon überall genverändertes Gemüse angebaut wird, obwohl die Folgen noch lange nicht klar sind. Und da Zäune Saatgut nicht davon abhalten, herumzufliegen, befinden sich heute schon in allerlei Produkten genmanipulierte Pflanzenstoffe, auch wenn sie nicht als solche gekennzeichnet sind.

Nachtrag vom 21. November 2005:

Sehr viel mehr Infors dazu gibt es hier bei Wikinews.

Donnerstag, 3. November 2005

Inzest

Dem "vielleicht letzten Tabuthema unserer Gesellschaft" widmet sich heute SPON in einem klar Stellung beziehendem Artikel: es geht um Inzest. Jedes Gesetz, so habe ich es mal in meinem Politikstudium gelernt, muss sich direkt oder indirekt von einem im Grundgesetz verankerten Rechtsgut ableiten lassen. Schwierig wird es tatsächlich das Verbot des Beischlafs zwischen Verwandten in Paragraph 173 von einem solchen Rechtsgut abzuleiten:

Verfolgt man die Kommentierung des Paragrafen 173, stößt man auf allerlei Merkwürdigkeiten. Im Leipziger Kommentar bezweifelt Karlhans Dippel, "was eigentlich die Strafvorschrift rechtfertigt", und plädiert dafür, sie zu streichen. Bei Tröndle/Fischer heißt es: "Eine Legitimation der Strafdrohung fällt schwer." Vor allem die Frage, welches Rechtsgut durch die Vorschrift eigentlich geschützt werden soll, plagt fast alle Kommentatoren.

Quelle: SPON

In vielen anderen Ländern wird Inzest übrigens nicht bestraft:

In den Ländern allerdings, die dem aufklärerischen französischen Code Pénal folgten, ist Inzest heute straflos, so in Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Portugal, der Türkei, Japan, Argentinien, Brasilien und anderen lateinamerikanischen Staaten. Der italienische Codice Penale bestraft Inzest nur, wenn öffentliches Ärgernis entsteht.

Quelle: SPON

Am ehesten rechtfertigen ließe das Gesetz noch mit dem erhöhten Risiko einer genetisch bedingten Krankheit bei Nachkommen aus verwandtschaftlicher Liebe. Allerdings, so bemerkt beispielsweise Claus Roxin, Professor für Straftrecht, wird "die Verhinderung erbkranken Nachwuchses auch im Übrigen von unserer Rechtsordnung nicht mit strafrechtlichen Mitteln erstrebt". Aber selbst ob der Nachwuchs einer solchen Verbindung erhöhter genetisch bedingter Krankheitsrisikien ausgesetzt ist, ist offenbar strittig. Im SPON-Artikel wird diese Meinung gar als "Volksglauben" diffamiert:

Selbst die im Volksglauben wurzelnde Furcht vor genetisch-biologischer Schädigung der Nachkommenschaft hat die naturwissenschaftliche Forschung schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts relativiert. Einen Beweis dafür, dass Inzest-Kinder von Eltern, deren Erbanlagen gesund sind, kränker seien oder eher geistig behindert als Kinder Nicht-Verwandter, gibt es nicht.

Das stimmt so allerdings nicht, wenn man dem recht seriös wirkenden Wikipedia-Artikel zum Thema Glauben schenken kann:

Kommt es beim Inzest zur Fortpflanzung, nimmt die Variabilität der Gene bei so gezeugten Nachkommen und der Heterosis-Effekt ab, während die Homozygotie steigt. Dadurch wird das Risiko des Ausbruchs von heterozygoten Erbkrankheiten bei den Kindern erhöht, gleichzeitig werden aber positive Erbmerkmale propagiert.

Meist besteht eine Erbkrankheit darin, dass ein für den Stoffwechsel notwendiges Protein fehlt, da das entsprechende Gen "nicht richtig funktioniert", weil es (etwa durch Mutation) beschädigt ist. Es kann vorkommen, dass ein betroffenes Individuum eine Erbkrankheit nicht ausbildet, weil es von dem Gen jeweils eine "funktionierende" und eine "nicht funktionierende" Variante besitzt, wobei mit der einen funktionierenden Variante eine ausreichende Menge des betroffenen Proteins hergestellt werden kann. Eine solche Erbkrankheit heißt rezessiv. Sind nun zwei Eltern genetisch nah verwandt und hat ein Elternteil eine solches nicht funktionierendes Gen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das andere Elternteil auch ein solches nicht funktionierendes Gen besitzt. Ist dies der Fall (und dies ist wegen der großen Gen-Anzahl so gut wie immer der Fall) und wird durch beide Elternteile ein Nachkomme gezeugt, so tritt für jedes betroffene Gen der Eltern mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 25% der Fall ein, dass der Nachkomme zwei nicht funktionierende Varianten, also keine funktionierende Variante des Gens hat, was in der Regel einen "Totalausfall" der Funktionalität des Gens bedeutet, also die Ausbildung der Erbkrankheit.

Wegen der großen Anzahl der Gene ist das Risiko für die Ausbildung erblicher Defekte dieser Art bei Nachkommen von genetisch nahe verwandten recht hoch. So ist jedes zweite bis dritte Kind aus einer Beziehung zwischen Bruder und Schwester auffällig. Etwa jedes vierte ist geistig behindert, jedes siebte hat einen Geburtsdefekt und jedes achte leidet unter einer bekannten rezessiven Krankheit. Nachkommen aus inzestuösen Beziehungen werden daher aus rechtlicher Sicht als Opfer der Straftat Inzest betrachtet.


Paragraph 173 macht allerdings keinen Unterschied zwischen Beischlaf mit oder ohne Verhütungsmittel - sehr wohl aber zwischen heterosexuellen und homosexuellen Beziehungen zwischen Verwandten. Analverkehr unter Brüdern ist beispielsweise straffrei, da dieser nicht im Sinne des StGBs als "Beischlaf" gilt.

In der Tierzucht ist Inzest zur Stabilisierung von Rassenmerkmalen übrigens gang und gäbe.

Die Tierart mit der höchsten bekannten Inzestrate sind die Nacktmulle. Keiner Wunder, dass die so aussehen: ;)

ein Nacktmull
Aus dem Leben der freilaufenden bezahnten Schniedel (Telepolis)

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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