Zerreißprobe
Zerreißt es die SPD? Der eine Flügel nennt die Linkspartei und deren Protagonisten Hassprediger oder Demagogen, der andere möchte mit ihr koalieren und wiederum andere, vor allem im Saarland, liebäugeln schon mit der Option es ihren Wählern gleichzutun und reihenweise zur neuen Linkspartei zu wechseln.
Die Gewerkschaften scheinen ihre anfängliche Skepsis bereits überwunden zu haben: Frank Bsirske, Mitglied der Grünen und Vorsitzender von verdi, der größten Gewerkschaft Deutschlands, lobte das neue Linksbündnis schon, da es "die Parteienlandschaft spannender und farbiger" mache.
Die konservative FAZ hingegen kann das alles noch gar nicht so recht fassen:
Warum? Warum durfte Oskar Lafontaine am Donnerstag der vergangenen Woche zur besten Sendezeit, direkt nach der „Tagesschau”, im ersten Programm „Farbe bekennen”? Und warum hat der Parlamentskanal Phoenix zwei Wochen zuvor den Wahlparteitag der WASG stundenlang übertragen?
Quelle: http://www.faz.net/s/RubAC861D48C098406D9675C0E8CE355498/Doc~E9F5259AFFD2044EBB00F5D55F850F946~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ja, warum, warum nur? Vielleicht weil es sich um ein gesellschaftlich höchst relevantes Ereignis handelt, das viele auch verfolgten? Weil der Sender Phoenix den Auftrag hat umfassend über das politische Geschehen in Deutschland zu informieren und regelmäßig alle Parteitage der gesellschaftlich einflußreichen Parteien überträgt? Weil sich hier die erfolgreichste Parteinfusion in der Geschichte der BRD anbahnt und dies ein spannender Prozess ist, den viele politisch interessierte Menschen gerne verfolgen würden?
Wieso gibt es nicht das leiseste Innehalten, bevor im Programm Platz gemacht wird, wie ihn die NPD zum Beispiel, selbst oder gerade wenn sie Umfrageergebnisse wie die Linkspartei hätte, nie und nimmer eingeräumt bekäme?
Weil es vielleicht doch noch den einen oder anderen Unterschied zwischen NPD und Linkspartei-Programmatik gibt?
Und überhaupt, der Osten ist ja offenbar schon verloren - aber soll er den Westen noch mit ins Verderben reißen?
Doch scheint die schiere Wählermasse, mit der diese in Umfragen derzeit aufwartet, die grundsätzliche Erwägung, ob man ihr nicht erst die Plattform bietet, die sie - zumindest im Westen des Landes - erst so groß erscheinen läßt, wie sie in Wahrheit gar nicht ist, obsolet zu machen.
Auch in meiner Heimatstadt Düsseldorf sorgt das Linksbündnis schon für Aufruhr in den Lokalgazetten. Weil Gregor Gysi hier im Ständehaus vor 550 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur auftreten wird, sprach die Lokale CDU-Frau Marie-Luise Zimmermann schon von "Wahlkampf-Hilfe für einen führenden Vertreter der kommunistischen Linken". In der Provinzpostille "Rheinische Post" wiegelte Ulrich von Alemann, Politikwissenschafter und ein Professor von mir ab: "Sich Gregor Gysi anzuhören, gehört zur politischen Willensbildung. Jeder Bürger kann ihn sich anhören und sich dann seinen Teil selbst denken [...] Gegen einen Auftritt von Jürgen Rüttgers oder Franz Müntefering würde auch niemand etwas haben."
Die Gewerkschaften scheinen ihre anfängliche Skepsis bereits überwunden zu haben: Frank Bsirske, Mitglied der Grünen und Vorsitzender von verdi, der größten Gewerkschaft Deutschlands, lobte das neue Linksbündnis schon, da es "die Parteienlandschaft spannender und farbiger" mache.
Die konservative FAZ hingegen kann das alles noch gar nicht so recht fassen:
Warum? Warum durfte Oskar Lafontaine am Donnerstag der vergangenen Woche zur besten Sendezeit, direkt nach der „Tagesschau”, im ersten Programm „Farbe bekennen”? Und warum hat der Parlamentskanal Phoenix zwei Wochen zuvor den Wahlparteitag der WASG stundenlang übertragen?
Quelle: http://www.faz.net/s/RubAC861D48C098406D9675C0E8CE355498/Doc~E9F5259AFFD2044EBB00F5D55F850F946~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ja, warum, warum nur? Vielleicht weil es sich um ein gesellschaftlich höchst relevantes Ereignis handelt, das viele auch verfolgten? Weil der Sender Phoenix den Auftrag hat umfassend über das politische Geschehen in Deutschland zu informieren und regelmäßig alle Parteitage der gesellschaftlich einflußreichen Parteien überträgt? Weil sich hier die erfolgreichste Parteinfusion in der Geschichte der BRD anbahnt und dies ein spannender Prozess ist, den viele politisch interessierte Menschen gerne verfolgen würden?
Wieso gibt es nicht das leiseste Innehalten, bevor im Programm Platz gemacht wird, wie ihn die NPD zum Beispiel, selbst oder gerade wenn sie Umfrageergebnisse wie die Linkspartei hätte, nie und nimmer eingeräumt bekäme?
Weil es vielleicht doch noch den einen oder anderen Unterschied zwischen NPD und Linkspartei-Programmatik gibt?
Und überhaupt, der Osten ist ja offenbar schon verloren - aber soll er den Westen noch mit ins Verderben reißen?
Doch scheint die schiere Wählermasse, mit der diese in Umfragen derzeit aufwartet, die grundsätzliche Erwägung, ob man ihr nicht erst die Plattform bietet, die sie - zumindest im Westen des Landes - erst so groß erscheinen läßt, wie sie in Wahrheit gar nicht ist, obsolet zu machen.
Auch in meiner Heimatstadt Düsseldorf sorgt das Linksbündnis schon für Aufruhr in den Lokalgazetten. Weil Gregor Gysi hier im Ständehaus vor 550 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur auftreten wird, sprach die Lokale CDU-Frau Marie-Luise Zimmermann schon von "Wahlkampf-Hilfe für einen führenden Vertreter der kommunistischen Linken". In der Provinzpostille "Rheinische Post" wiegelte Ulrich von Alemann, Politikwissenschafter und ein Professor von mir ab: "Sich Gregor Gysi anzuhören, gehört zur politischen Willensbildung. Jeder Bürger kann ihn sich anhören und sich dann seinen Teil selbst denken [...] Gegen einen Auftritt von Jürgen Rüttgers oder Franz Müntefering würde auch niemand etwas haben."
Hackmeck - 23. Jul, 18:38
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