Sozial ist, wer Arbeit schafft

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler bereut seine Nazi-Assoziationen zum Unions-Slogan "Sozial ist, was Arbeit schafft". Allerdings lag er damit gar nicht so verkehrt:
In Bayern prangt überall weiß auf blau: "Sozial ist, was Arbeit schafft." Darunter das CSU-Logo. Damit plakatiert die CSU in diesem Bundestagswahlkampf einen Slogan, den 1933 die "Kampffront Schwarz-Weiß-Rot" prägte. Die zentrale programmatische Wahllosung von Edmund Stoibers Partei stammt - bis auf ein Wort - von Hitlers Wegbereiter Alfred Hugenberg. Der Nationalist warb im Februar 1933 in Zeitungsanzeigen für seine Kampffront mit der Parole: "Sozial ist, wer Arbeit schafft."
Mehr: http://www.taz.de/pt/2002/08/16/a0023.nf/text
Der Artikel aus der TAZ stammt übrigens vom 16.8.2002. Und schon damals bemerkt der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt München-Neuhausen, Günther Baumann:
"Der CSU-Slogan ist nicht weit weg von dem Spruch über den KZ-Toren ,Arbeit macht frei'."
Nachtrag:
Auch nicht schlecht:
http://girl.twoday.net/stories/832764/
Hackmeck - 13. Jul, 08:44
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Thot - 13. Jul, 12:36
Dass die Parolen der CDU/CSU ein gerütteltes Mass an Schwachsinn und üblem Menschlichkeitsverständnis enthalten, kein Zweifel. Wenn sozial ist was Arbeit schafft, sind dann alle anderen Gesetze sozialer Natur hinfällig oder was - Kündigungsschutz, Unzumutbarkeitsregelungen, usw.?
Trotzdem, jeder Vergleich mit den Nazi-Parolen hinkt, zeugt von seltener Dämlichkeit und davon, wie ahnungslos und dumm der Vergleichende ist.
Das Grauen der Nazizeit entzieht sich jedem Vergleich mit der deutschen Wirklichkeit heutzutage, mag sie auch teilweise als noch so ungerecht und frustierend empfunden werden.
PS: Was die von den Nazis pervertierten Sprichwörter anlangt, Sprichwörter, die ja viel älter sind und einen bedenkenswerten Kern besitzen - ist es nicht abartig, sich selbst im vorauseilenden Gehorsam diese Sprichwörter zu verbieten, nur weil Schwachdenker wie Stiegler daher kommen könnten, denen nichts anderes dazu einfällt als mit den Nazis zu vergleichen?
Mir sind Leute immer suspekt die solches tun. Auch die taz, so lobenswert sie in einzelnen Dingen sein mag, ist kein Hort wo man die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Sie läuft manchmal in arg schmalen Spuren.
Trotzdem, jeder Vergleich mit den Nazi-Parolen hinkt, zeugt von seltener Dämlichkeit und davon, wie ahnungslos und dumm der Vergleichende ist.
Das Grauen der Nazizeit entzieht sich jedem Vergleich mit der deutschen Wirklichkeit heutzutage, mag sie auch teilweise als noch so ungerecht und frustierend empfunden werden.
PS: Was die von den Nazis pervertierten Sprichwörter anlangt, Sprichwörter, die ja viel älter sind und einen bedenkenswerten Kern besitzen - ist es nicht abartig, sich selbst im vorauseilenden Gehorsam diese Sprichwörter zu verbieten, nur weil Schwachdenker wie Stiegler daher kommen könnten, denen nichts anderes dazu einfällt als mit den Nazis zu vergleichen?
Mir sind Leute immer suspekt die solches tun. Auch die taz, so lobenswert sie in einzelnen Dingen sein mag, ist kein Hort wo man die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Sie läuft manchmal in arg schmalen Spuren.
Hackmeck - 13. Jul, 13:36
Du hast recht. Heutige Verhältnisse mit denen des Dritten Reichs zu vergleichen entbehrt jeder Grundlage und ist menschenverachtend gegenüber den Opfern von damals. Allerdings darf man IMHO durchaus darauf hinweisen, dass das Denken der CDU "Hauptsache Arbeit", wie es in diesem hirnlosen Slogan zum Ausdruck kommt, eine gewisse Nähe zu Teilen der NS-Ideologie aufweist, ohne die Union natürlich als ganzes in die Nähe der Verbrecher von damals stellen zu wollen.
Den üblichen Nazi-Vergleichs-Zirkus, sobald z.B. irgendeine Vokabel genutzt wird, die unter den Nazis auch schon gebraucht wurde (Gerüchten zufolge sollen sie sogar "der", "die" und "das" gesagt haben ;) ...) halte ich auch für sehr bedenklich.
Den üblichen Nazi-Vergleichs-Zirkus, sobald z.B. irgendeine Vokabel genutzt wird, die unter den Nazis auch schon gebraucht wurde (Gerüchten zufolge sollen sie sogar "der", "die" und "das" gesagt haben ;) ...) halte ich auch für sehr bedenklich.


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