Interessantes zum Alter

Zwei interessante Ziatate zum menschlichen Altern aus der Zeit:
Hypothek für den Geist: der alternde Körper. Jüngste Studien haben einen weiteren Risikofaktor aufgezeigt, der die geistige Funktionstüchtigkeit im Alter zunehmend begrenzt. Der Körper stellt nicht nur weniger an geistigen Reserven zur Verfügung. Er braucht auch selbst ein Mehr an Geist. Dadurch bleiben weniger geistige Ressourcen für das Geistige im engeren Sinn übrig.
Diese Forschungsergebnisse helfen beim Verstehen von Alltagssituationen: Beobachtet man ältere Menschen, fällt auf, dass sie an Straßenkreuzungen oder bei Hindernissen im Weg die Unterhaltung unterbrechen, während Junge munter weiterreden, wenn sie eine Straßenkreuzung überqueren. Ähnliches sieht man, wenn ältere Menschen vom Tisch aufstehen, das Gleichgewicht in der Straßenbahn halten müssen, wenn sie sich beim Abendessen ihr Fleisch schneiden oder Kaffee einschenken. In diesen Fällen beansprucht der Körper zusätzliche geistige Reserven.
Quelle: http://www.zeit.de/2005/21/M-Altern?page=4
Hohes Alter: nicht vorgesehen in der biologischen Evolution. Ein Exkurs in die biokulturelle Theorie der Evolution und Ontogenese erklärt, warum sich die Optimierung des Vierten Alters als schwierig bis unmöglich darstellt. Die Gründe für die Resistenz des hohen Alters gegenüber einer gesellschaftlichen Optimierung liegen in der evolutionär bedingten fundamentalen »Unfertigkeit« der biologisch-genetischen Architektur des Menschen. Was die Evolutionsgenetik vor allem optimierte, war die Reproduktionsfähigkeit. Aus heutiger Sicht war dies die erste Lebenshälfte, der Altersbereich bis etwa 50 Jahre. Im hohen Alter wird die »ordnende Hand« der in der Evolution gewachsenen Genetik immer unsicherer und weniger stark.
Die Vernachlässigung des Alters im evolutionären Geschehen ist auch der Hauptgrund für die reduzierte biologische Plastizität im hohen Alter. Diese setzt dem kulturellen Optimierungspotenzial engere Grenzen. Deshalb bricht das Lernen im Alter mehr und mehr zusammen. Deshalb verlieren selbst die großen Stärken des Menschen, seine Ich-Plastizität und flexible Deutungskraft, im hohen Alter ihre große Effektivität. Deshalb nimmt mit dem Alter die Zahl der Dementen so rapide zu.
Quelle: http://www.zeit.de/2005/21/M-Altern?page=5
Wie groß sind die Auswirkungen dieser negativen Altersgradienten? Hier gibt es noch große Unsicherheiten. Im Durchschnitt scheinen wir zumindest ab dem 40. Lebensjahr pro Jahr etwa ein bis zwei Prozent in der Schnelligkeit und Präzision unserer Mechanik der Intelligenz zu verlieren. Wie viel unserer Intelligenzbank zusätzlich in die Pflege und das Management des Körpers geht, ist noch unbekannt, aber die ersten Schätzungen sind beträchtlich höher, als man dies früher dachte.
Quelle: http://www.zeit.de/2005/21/M-Altern?page=6
Hackmeck - 9. Jul, 17:25
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