Hintergründe zur den G8-"Krawallen"
Vor den Anschlägen in London war es das Thema in den Medien: Die "Krawalle" von Demonstrationsteilnehmern gegen den G8-Gipfel in Schottland. Verständlicherweise sind sie nun weniger das aktuelle Thema. Das mich aber nicht daran hindern hier einen Artikel der konservativen FAZ aus dem nicht konservativen Fueilleton-Teil zu zitieren, der einiges richtig stellt:
[...] Am Montag waren die Ausschreitungen in Edinburgh die Nachricht des Tages. Jeder, der dort war, wird Ihnen sagen, daß die Polizei verängstigte Touristen und Zuschauer, Journalisten und Demonstranten in die Ecke trieb und so eine brisante Lage schuf, in der Jugendliche sich einen Spaß daraus machten, sich mit der Polizei eine Schlacht zu liefern. Einige wenige Leute sahen einige wenige Anarchisten, aber Angst hatten die Menschen vor der Polizei.
Der Krawall in den Schlagzeilen
Die einzige Zeitung, die wahrheitsgetreu über das Geschehen berichtete, war der „Dundee Courier”, denn der Nachrichtenchef war selbst vor Ort gewesen. Er druckte die Polizeiversion des Geschehens ab und schrieb auf, was er mit eigenen Augen gesehen hatte. Die übrigen Zeitungen übernahmen die Version der Nachrichtenagenturen und übergingen die Berichte der Reporter, die vor Ort gewesen waren. Am nächsten Tag galten sämtliche Schlagzeilen dem Krawall und nicht der Armut in der Dritten Welt.
Am Mittwoch gingen wir nach Gleneagles. Wegen Polizeiabsperrungen und Anarchisten-Sit-ins brauchten wir vier Stunden für den Weg, für den man sonst allenfalls eine Stunde benötigt. Aber wir marschierten in einem friedlichen Protestzug, umgeben von massiver Polizeipräsenz. Da hofften wir noch, die Presse werde über die Ansprachen berichten und über die Ziele der aus aller Welt angereisten Demonstranten.
Die Fotografen riefen nach Gewalt
Doch die Fotografen klagten über Langeweile und riefen offen nach Gewalt. An der einzigen Stelle des Weges, an der etwas passieren konnte, waren Fernsehkameras auf Hebebühnen aufgestellt. Der Weg führte direkt zu einer Absperrung, die den Zug aufhielt, so daß die Demonstranten zusammengedrängt wurden. Man erlaubte der Menge, in eine schmale Straße auszuweichen, die an einem Feld vorbeiführte. Eine Kette aus Polizisten konnte dort leicht verhindern, daß einzelne Demonstranten auf das Feld vordrangen.
Eine Weile war alles ruhig. Doch die Kameras warteten, die berittenen Polizisten und die Sondereinsatzkräfte standen bereit, und so zog man die Polizeikette ab. Nun konnten Demonstranten in wachsender Zahl auf das Feld vordringen. Es kam zu Krawallen. Am Abend waren einige von uns früh genug daheim, um in Edinburgh Tausende zu einem weiteren Konzert versammelt zu sehen - oder eher zu einer politischen Großveranstaltung mit Musik, dem letzten Appell an die G-8-Staaten, mit Weisheit, Würde und Menschlichkeit zu handeln. Am nächsten Morgen galten alle Schlagzeilen den Krawallen, nicht der Unnachgiebigkeit und Habsucht unserer Regierungen und Unternehmen.[...]
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E4923D6B257D04F56BF67E8A0EA08327B~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Vidoes von den Protesten gibt es hier:
http://kanalb.de/topic.php?clipId=129#Clip
[...] Am Montag waren die Ausschreitungen in Edinburgh die Nachricht des Tages. Jeder, der dort war, wird Ihnen sagen, daß die Polizei verängstigte Touristen und Zuschauer, Journalisten und Demonstranten in die Ecke trieb und so eine brisante Lage schuf, in der Jugendliche sich einen Spaß daraus machten, sich mit der Polizei eine Schlacht zu liefern. Einige wenige Leute sahen einige wenige Anarchisten, aber Angst hatten die Menschen vor der Polizei.
Der Krawall in den Schlagzeilen
Die einzige Zeitung, die wahrheitsgetreu über das Geschehen berichtete, war der „Dundee Courier”, denn der Nachrichtenchef war selbst vor Ort gewesen. Er druckte die Polizeiversion des Geschehens ab und schrieb auf, was er mit eigenen Augen gesehen hatte. Die übrigen Zeitungen übernahmen die Version der Nachrichtenagenturen und übergingen die Berichte der Reporter, die vor Ort gewesen waren. Am nächsten Tag galten sämtliche Schlagzeilen dem Krawall und nicht der Armut in der Dritten Welt.
Am Mittwoch gingen wir nach Gleneagles. Wegen Polizeiabsperrungen und Anarchisten-Sit-ins brauchten wir vier Stunden für den Weg, für den man sonst allenfalls eine Stunde benötigt. Aber wir marschierten in einem friedlichen Protestzug, umgeben von massiver Polizeipräsenz. Da hofften wir noch, die Presse werde über die Ansprachen berichten und über die Ziele der aus aller Welt angereisten Demonstranten.
Die Fotografen riefen nach Gewalt
Doch die Fotografen klagten über Langeweile und riefen offen nach Gewalt. An der einzigen Stelle des Weges, an der etwas passieren konnte, waren Fernsehkameras auf Hebebühnen aufgestellt. Der Weg führte direkt zu einer Absperrung, die den Zug aufhielt, so daß die Demonstranten zusammengedrängt wurden. Man erlaubte der Menge, in eine schmale Straße auszuweichen, die an einem Feld vorbeiführte. Eine Kette aus Polizisten konnte dort leicht verhindern, daß einzelne Demonstranten auf das Feld vordrangen.
Eine Weile war alles ruhig. Doch die Kameras warteten, die berittenen Polizisten und die Sondereinsatzkräfte standen bereit, und so zog man die Polizeikette ab. Nun konnten Demonstranten in wachsender Zahl auf das Feld vordringen. Es kam zu Krawallen. Am Abend waren einige von uns früh genug daheim, um in Edinburgh Tausende zu einem weiteren Konzert versammelt zu sehen - oder eher zu einer politischen Großveranstaltung mit Musik, dem letzten Appell an die G-8-Staaten, mit Weisheit, Würde und Menschlichkeit zu handeln. Am nächsten Morgen galten alle Schlagzeilen den Krawallen, nicht der Unnachgiebigkeit und Habsucht unserer Regierungen und Unternehmen.[...]
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E4923D6B257D04F56BF67E8A0EA08327B~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Vidoes von den Protesten gibt es hier:
http://kanalb.de/topic.php?clipId=129#Clip
Hackmeck - 9. Jul, 15:45
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