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Montag, 23. Mai 2005

250 von 10.000 Zeichen Kapitalismuskritik

kapitalismus

Bildquelle: http://kutter.antville.org/20020807/

»Ich sehe Millionen Menschen zugrunde gehen, aufgrund einer Logik, die deshalb entmenscht ist, weil sie die Bedürfnisse der von den Menschen produzierten Verhältnisse wichtiger nimmt als die Bedürfnisse der Menschen selbst. [...]«

250 von ca. 10.000 Zeichen Kapitalismuskritik, die Robert Menasse für die ZEIT schrieb.

Trackback URL:
http://fuckup.twoday.net/stories/713120/modTrackback

Mahalanobis - 24. Mai, 00:52

Gratulation!

Anscheinend ist dem Herrn Menasse der sog. "Staatskapitalismus" (eigentlich ein Oxymoron) lieber. Nicht der Einzelne weiß, was für ihn am besten ist, sondern ein paar eigennützige Politiker dirigieren die Wirtschaft.

Menschen gehen also zugrunde... Ich frag mich, warum der Herr Menasse nicht nach Nordkorea oder Kuba auswandert. Oder vielleicht ins Nachbarland Deutschland, da kann er auch seine Sozi-Idiotie ausleben.

Wahrscheinlich muss die USA pro Kopf 10x so reich werden wie Deutschland, damit man endlich aufhört, den Linken zuzuhören (Nein, nur 5% der Amis haben mehr als einen Job und der untersten Einkommensschicht geht es relativ zu der untersten Einkommensschicht in Deutschland besser. Aber wer von den Linken hat schon die geistige Kapazität, sich durch die Daten vom BLS zu manövrieren).

Witzigerweise vergisst Herr Menasse sein Sozi-Dasein, wenn es um sein eigenes Einkommen geht.

Anmerkung: Ich habe den Text vom Menasse nur überflogen. So ein Geblubber halt ich nicht aus.

Hackmeck - 24. Mai, 01:00

@ Mahalanobis

"Anscheinend ist dem Herrn Menasse der sog. 'Staatskapitalismus' (eigentlich ein Oxymoron) lieber"

Woraus liest du das? Dass hier der Kapitalismus in seiner jetztigen Form angeprangert wird und gerade dessen immer weitere Verschärfung, gerechtfertigt durch sog. "Sachzwänge", hat noch nichts mit der totalen Infragestellung des Marktsystems zu tun.

"Nein, nur 5% der Amis haben mehr als einen Job und der untersten Einkommensschicht geht es relativ zu der untersten Einkommensschicht in Deutschland besser"

Das möchte ich mal bezweifeln. Die working poor haben weniger als viele Arbeitslose hierzulande und das oft bei einer 60-Stunden-Wochen und ohne jede Kranken oder Sozialversicherung. Ich empfehle dazu beispielsweise die Ausgabe der New York Times von gestern (Montag), die das Thema "Klassengesellschaft Amerika" betrachtet.

Ansonsten kann ich nur auf http://www.nachdenkseiten.de/ verweisen.
Mahalanobis - 24. Mai, 02:40

@ Hackmeck

Dass hier der Kapitalismus in seiner jetztigen Form angeprangert wird
In Deutschland (und Österreich) beläuft sich die Staatsquote auf 50%[sic!]! Der Kapitalismus in seiner jetzigen Form ist alles andere als Kapitalismus. Die sozialistische Misswirtschaft sollte angeprangert werden, nicht der Kapitalismus.
"Sachzwänge"
Sachzwänge? Ein indischer Schuhverkäufer, d.h. jemand, der in entwickelten Ländern für die gleiche Tätigkeit unter besseren Arbeitsbedinungen den 10-fachen Reallohn bekommen würde, unterliegt Sachzwängen. Das kapitalistische System macht uns alle so reich, dass Leute die Zeit haben, solchen Spinnern wie Menasse zuzuhören bzw. dass sich Leute wie Menasse mit ihrem Gesülze finanziell über Wasser halten können.
Die working poor haben weniger als viele Arbeitslose hierzulande und das oft bei einer 60-Stunden-Wochen und ohne jede Kranken oder Sozialversicherung.
ad Sozialversicherung: Poverty and Spending on Health Care (kurz)
ad working poor: The Myth of the Working Poor (kurz)

Eine nette ad absurdum-Führung von all diesen Vorurteilen findet sich in Cowboy Capitalism: European Myths, American Realities (Cato Summary).

Aber welcher Linke will das schon lesen? Immerhin ist es doch so schön, wenn man gemeinsam gegen ein vermeintliches Ungetüm kämpfen kann.
Hackmeck - 24. Mai, 03:06

Staatsquote und andere Mythen

Die sog. "Staatsquote" lag in Deutschland 1975 bei 49,9%, 1996 bei 50,3% - heute liegt sie bei ca. 48,5%. Und dass, obwohl die Staatsquote natürlich allein schon durch die großen Mehrbelastungen durch die hohe Arbeitslosigkeit eigentlich hätte steigen müssen, wenn nicht mehr und mehr Bereiche staatlichen Handelns privatisiert worden wären und staatliche Leistungen weiter gekürzt wurden (was sich negativ auf die ohnehin schwache Binnenkonjunktur ausgewirkt hat).

Siehe auch http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=9&idart=75 zur Schwankung der Staatsquote.

Finanziert werden unser Staat inkl. der Bereitstellung von Kollektivgüter, die für einen funktionierenden Markt eine Voraussetung sind, zu immer größeren Teilen von den Arbeitnehmern und zu einem immer geringeren Teil aus Kapitaleinkünften: http://www.zeit.de/2004/40/Reiche

:http://www.techcentralstation.com/050505C.html

Ja, dass das US-Gesundheitssystem teuer ist, weshalb wohl auch die Armen relativ viel dafür ausgeben, ist bekannt:

Das amerikanische Gesundheitssystem ist teuer und lückenhaft. Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherungsschutz betrug in 2001 mehr als 41 Millionen. Auch wer versichert ist, muss aus Privatmitteln zuzahlen: pro Arztbesuch werden regelmäßig 10 bis 20 % der Behandlungskosten fällig.

Die Ausgaben für Gesundheit explodieren in den letzten Jahren. Für 2002 wird ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf rd. 1,45 Bill. $ erwartet. In Deutschland werden pro Kopf der Bevölkerung nur 51 % der Summe ausgegeben, die in den USA aufgewendet werden. Dank fortschrittsbesessener Medizintechnik und wachsender Patientenansprüche sind die Krankenhäuser die Preistreiber Nummer 1. Ärzte schützen sich gegen potenzielle Schadensersatz-Prozesse mittels aufwändiger Diagnosegeräte. Auch die Pharmaindustrie dreht an der Preisschraube für Arzneimittel, allein in 2001 betrug der Preisanstieg hier 13.8 %.

Als Folge stiegen die Krankenversicherungsbeiträge in zweistelliger Höhe. 12,7 % betrug die durchschnittliche Beitragserhöhung in 2001. Betroffen sind insbesondere die Unternehmen mit Gruppen-Policen für ihre Mitarbeiter. Für kleinere Unternehmen wird für 2003 ein Preisanstieg in der Krankenversicherung von 30 bis 40 %, für größere Unternehmen von 15 bis 20 % erwartet.

US-Präsident Clinton war in 1993 gescheitert, eine Krankversicherung ähnlich dem deutschen System einzuführen. Seit dem hat die amerikanische Politik wenig gegen die Kostenexplosion getan.

Stand: Dezember 2002
Fast 44 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung


Immer mehr Menschen in den USA sind nicht krankenversichert. Ihre Zahl stieg in 2002 auf 43,6 Millionen. Damit waren 15,2 Prozent aller Amerikaner nicht versichert ? in 2001 waren es 14,6 Prozent. Das Problem trifft zunehmend auch Angehörige der Mittelklasse, die ihren Job und damit ihren Versicherungsschutz über den Arbeitgeber verlieren. Nur noch 61 Prozent der US-Bürger sind über den Arbeitgeber versichert. Seit dem Amtsantritt von Präsident George W. Bush sind rund 2,7 Millionen Stellen verloren gegangen. Die Armutsrate ist auf etwa 12 Prozent gestiegen.

Stand: Juni 2003
Krankenversicherung für Einkommensschwache (Medicaid)


Die staatliche Krankenversicherung ?Medicaid? für Wohlfahrtsempfänger wird je zur Hälfte von den Bundesstaaten und der Zentralregierung in Washington D.C. getragen. Die Anspruchsbedingungen für die Krankenbeihilfe legt jeder Bundesstaat individuell fest, z.B. ist in Nebraska eine 6köpfige Familie bis zu einem Einkommen von maximal 10.500 $ im Jahr anspruchsberechtigt.

Anspruchsberechtigt sind zur Zeit insgesamt rund 30 Millionen einkommensschwache Amerikaner, bei einem Etat der Krankenversicherung von rd. 260 Mrd. $ pro Jahr (was etwa 15 % des Budgets alles US-Bundesstaaten entspricht).

Ab 2004 planen viele Bundesstaaten aufgrund bestehender Überschuldung und sinkender Steuereinnahmen Eingriffe in die Medicaid. Das Heer der rd. 41 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherungsschutz würde dadurch dramatisch steigen.

Stand: Juli 2003


Quelle:
http://www.usatipps.de/Tips_1/A_-_E/Amercan_Way_of_Life/Gesundheitssystem/hauptteil_gesundheitssystem.html

Clinton wollte 1993 eine gestezliche Krankenkasse nach eurpäischem Modell einführen, um die (dann erfolgte) Kostenexplosiin des privaten Gesundheitswesens zu verhindern. Er scheiterte.

Es gibt immer wieder Berichte - z.B. im Weltspiegel - die über die katastrophe Lage trotz der hohen Kosten berichten, in der eben viele working poor sich zu horrenden Zinsen verschulden müssen, um sich z.B. Operationen zu leisten. In einem solchen Land möchte ich nicht leben.

BTW: Wie kann ich durch Einrückungen zitieren?
Mahalanobis - 24. Mai, 07:22

Re

Die sog. "Staatsquote" lag in Deutschland 1975 bei 49,9%, 1996 bei 50,3% - heute liegt sie bei ca. 48,5%.
Ja, vor dem ersten Weltkrieg lag die Staatsquote in Deutschland unter 20% und nach dem zweiten Weltkrieg ca. bei 45%. Eine tolle Rechtfertigung, sie einfach bei diesem Niveau zu belassen.
Und dass, obwohl die Staatsquote natürlich allein schon durch die großen Mehrbelastungen durch die hohe Arbeitslosigkeit eigentlich hätte steigen müssen, wenn nicht mehr und mehr Bereiche staatlichen Handelns privatisiert worden wären und staatliche Leistungen weiter gekürzt wurden
Sie vergessen, dass in der Zwischenzeit die Frauen auf den Arbeitsmarkt gestürmt sind und somit die Zahl der Erbwerbstätigen explodiert ist. Überlegen Sie mal, wieviel Mehreinnamen der Staat dadurch hatte. Anscheinend vergessen Sie überhaupt, dass bei Wirtschaftswachstum und gleichbleibender Staatsquote der Staat automatisch absolut immer mehr ausgibt. Rechtfertigung muss der Staat für seine Ausgabe eh schon lange keine mehr abgeben.
Finanziert werden unser Staat inkl. der Bereitstellung von Kollektivgüter, die für einen funktionierenden Markt eine Voraussetung sind, zu immer größeren Teilen von den Arbeitnehmern und zu einem immer geringeren Teil aus Kapitaleinkünften:
Was sind denn bitte die vielen Kollektivgüter, die eine Staatsquote von 50% plausibel erscheinen lassen? Ach, und jetzt die bösen Kapitalisten wieder daran Schuld, dass brave Arbeitnehmer manchmal mit Grenzsteuersätzen von bis zu 50% ausgeblutet werden. Ich bin auch für's Absenken! Zwei Anmerkungen: Mir ist vollkommen klar, dass sie noch nie in ihrem Leben Aktien gehalten haben. Dann würden Sie nämlich wissen, dass bei einem halbwegs vernünftigen Portfolio die Performance von einem einzigen Wert ziemlich unteressant ist (auf diesen Titel zeigen aber dann alle Linken: Riesen Kursgewinne!). Der Begriff Risiko ist auch in keiner linken Literatur zu finden. Und komisch, wenn ein Sportler ein paar Millionen abcasht, dann juckt das niemanden, denn die Linken würden sich hüten, gegen die Idole der Arbeiterklasse zu hetzen. Aber wenn ein Unternehmer ein paar Millionen mehr auf seinem Konto hat, dann muss er was Böses getan haben (Klar, die Linken gehen auch immer davon aus, dass das Volkseinkommen eine fixe Größe ist. Was der eine mehr verdient, wird einem anderen weggenommen. Am besten Sie arbeiten nie wieder, dann machen Sie damit jemand anderern reich... Und wenn Bill Gates die Deutsche Staatsbürgerschaft annimmt und sein Geld mitbringt, dann fallen gleich 5% der Deutschen unter die Armutsgrenze..).

Zu der Sozialversicherung sag ich später etwas (es ist 7:15 und ich muss los), ich hoffe, Sie lesen auch meine Artikel...

Ich würde mit blockquote zitieren und keine URLs direkt in den Text schreiben (sondern verlinken).
Hackmeck - 25. Mai, 01:11

Genau, hätte man doch nur den Feudalismus beibehalten... [oder gleich die Slavenarbeit im alten Ägypten (= 100% Staatsanteil).

Ähm Sie haben mit "vor dem ersten Weltkrieg" angefangen. Der Kapitalismus war natürlich ein Fortschritt gegenüber dem Feudalismus und der Feudalismus war ein Fortschritt gegenüber einer Sklavenhaltergesellschaft usw. Aber erst ist nicht der Weisheits letzter Schluss - die Entwicklung ging weiter. Eben vom Manchasterliberalismus, der breiten Massen die Verelendung und die totale Unfreiheit in Abhängigkeit zu Arbeitgebern brachte zu einem sozialstaatlich abgefederten fordistischen System, das heute zunehmend demontiert wird.

Bitte überweisen Sie mir doch am jetzt ihr Einkommen und ich werde alle Konsumentscheidungen für Sie treffen.

Nein, Ihnen werde ich mein jämmerliches BAföG nicht anvertrauen aber einem von mir mitgetragenen demokratisch legitimierten System, das damit beispielsweise eine Solidargemeinschaft finanziert, von der auch ich profitiere bzw. im Notfall profitieren könnte.

Meine Cousine ist seit ca. 5 Jahren arbeitslos und hat einen arbeitslosen Freund. Was sie dagegen unternommen hat? Sie bekommt jetzt ihr drittes Kind, weil so bekommt sie mehr Geld vom Staat und braucht nicht arbeiten gehen.

Sie lebt sicher prächtig als ALG-II-Empfängerin. Was wäre dein Vorschlag? Sie und das Kind verhunger lassen? Ihr verbieten Kinder zu bekommen?

Es gibt in diesem Land 5 Millionen Arbeitslose, in den 1970er gab es noch nahezu Vollbeschäftigung. Ich kann nicht glauben, dass auf einmal ca. 13% der Bevölkerung faul geworden sind, zumal auch der Status immer mehr vom beruflichen Status abzuhängen scheint.

Ich hab ehrlich keine Lust, jetzt alle sinnlosen Staatssubventionen und -eingriffe aufzulisten.

Dass es viele sinnlose, oft durch Lobbyisten bewirkte Subventionen gibt, will ich nicht abstreiten. Als Beispiel seien staatliche Zuschüsse zur Anschaffung von Yachten genannt. Aber Sozialhilfe - zumal auf diesem niedrigen Stand - möchte ich nicht dazu zählen.

Die wirtschaftlich erfolgreichste Nation ist immer noch die USA.

Wie definierst du wirtschaftlich erfolgreich? BIP pro Kopf? Sicher, in den USA sitzen viele Einkommenmillionäre, was deren Pro-Kopf-BIP hoch erscheinen lässt. Beachtet werden muss dabei aber eben auch die Verteilung des Reichtums. In den USA besitzen 0,5 Prozent der Bevölkerung mehr als 25 Prozent des Reichtums.

Aber mir ist klar, dass die Linken gern zu den skandinavischen Ländern zeigen. Wussten Sie, dass 60,000 Schweden (90% davon Frauen) zwischen 1941 und 1975 steriliesiert worden sind?

Ja, sogar noch danach. Wir hatten die Diskussion schon in unserem Wiki: http://fuckup.homeunix.net/index.php?Schweden

Ach übrigens, haben nicht die CDU Ländern damals bei der PISA Studie viel besser als die ganzen Soziländer abgeschnitten?

Etwas besser. Viel besser aber haben die skandinavischen Länder abgeschnitten, die wirklich sozialdemokratische Bildungsideen verinnerlicht haben. Ansonsten muss verschiedenes beachtet werden:

Strukturelle Unterschiede (z.B. höherer Anteil von Arbeiterkindern in NRW und im Norden), Ausländeranteil usw.

Jeder bekommt vom Staat einen Fixbetrag ausbezahlt, die Leute können sich dann aussuchen, wieviel sie selbst draufzahlen (und somit ihre Kinder in eine bessere Schule stecken). Dieser Eintopfmurks funktioniert einfach nicht. Dann entscheiden sich auch mehr kompetente Leute, Lehrer zu werden.

Ein Zwei- oder Mehrklassenbildungsystem? Halte ich für schlecht, da es die ohnehin immer größer werdenden sozialen Ungleichheiten noch verschärft. Außerdem möchte ich nicht die Verhältnisse in Deutschland, die in öffentlichen Schulen der USA vorherrschen. Am besten haben im PISA-Test wie gesagt immer noch Finnland und Schweden abgeschlossen - mit einem rein staatlichen gut finanzierten Gesamtschulsystem.

2. Hörns mit den Unternehmern auf. In jedem internationalen Steuerranking liegt DE so ziemlich im letzten Feld mit der höchsten Belastung. Jetzt kommen sogar schon immmer mehr KMUs nach Österreich, weil es ihnen in DE zu blöd wird.

http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=34&idart=247

ad Graphiken:

Mitglieder der DGB-Gewerkschaften stark geschrumpft: Ja, wenn man nichts zu bieten hat...


Die Grafik wollte ich eigentlich nicht mitposten - hing dran ...

Unternehmensgewinne der Kapitalgesellschaften: Und, wie wurde das berechnet? Wie hoch war der Umsatz, Marktkapitalisierung,...? Ein Anstieg von irgendetwas um 60% (Zeitreihe wahrscheinlich passend zurechtgeschnitten) über 10 Jahre... was soll das können?

Über Details kann ich keine Auskunft geben, da ich die Grafik nicht erstellt habe. Aber Sie werden mir doch zustimmen können, dass die Unternehmensgewinne der Kapitalgesellschaften in Deutschland in den letzten 10, 20 und auch 30 Jahren im Mittel stark gestiegen sind. Um das einzugestehen sind Faktoren wie Umsatz (wenn der Umsatz niedrig ist und der Gewinn steigt, wen stört das?) und Marktkapitalisierung ja wohl auch eher von nachrangiger Bedeutung.

Zur Wiederholung: Jeder kann sich Aktien kaufen und wer glaubt, dass er im Schnitt mehr als 3% über dem risikolosen Zins (Staatsanleihen) verdient, ist ein entweder ein Narr oder beschäftigt sich hauptberuflich mit dem Portfoliomanagement.

Seltsam, dass nicht alle Millionäre ihre Ersparnisse in Staatsanleihnen anlegen ...

Werde nicht mehr antworten. Bin kein Politiker und diese Basisarbeit ist mir zu zeitaufwendig.

Ich auch nicht.

Meine Argumente prallen an Ihnen wahrscheinlich eh unreflektiert ab.

Haben Sie das Gefühl?
Hackmeck - 25. Mai, 01:11

Genau, hätte man doch nur den Feudalismus beibehalten... [oder gleich die Slavenarbeit im alten Ägypten (= 100% Staatsanteil).

Ähm Sie haben mit "vor dem ersten Weltkrieg" angefangen. Der Kapitalismus war natürlich ein Fortschritt gegenüber dem Feudalismus und der Feudalismus war ein Fortschritt gegenüber einer Sklavenhaltergesellschaft usw. Aber erst ist nicht der Weisheits letzter Schluss - die Entwicklung ging weiter. Eben vom Manchasterliberalismus, der breiten Massen die Verelendung und die totale Unfreiheit in Abhängigkeit zu Arbeitgebern brachte zu einem sozialstaatlich abgefederten fordistischen System, das heute zunehmend demontiert wird.

Bitte überweisen Sie mir doch am jetzt ihr Einkommen und ich werde alle Konsumentscheidungen für Sie treffen.

Nein, Ihnen werde ich mein jämmerliches BAföG nicht anvertrauen aber einem von mir mitgetragenen demokratisch legitimierten System, das damit beispielsweise eine Solidargemeinschaft finanziert, von der auch ich profitiere bzw. im Notfall profitieren könnte.

Meine Cousine ist seit ca. 5 Jahren arbeitslos und hat einen arbeitslosen Freund. Was sie dagegen unternommen hat? Sie bekommt jetzt ihr drittes Kind, weil so bekommt sie mehr Geld vom Staat und braucht nicht arbeiten gehen.

Sie lebt sicher prächtig als ALG-II-Empfängerin. Was wäre dein Vorschlag? Sie und das Kind verhunger lassen? Ihr verbieten Kinder zu bekommen?

Es gibt in diesem Land 5 Millionen Arbeitslose, in den 1970er gab es noch nahezu Vollbeschäftigung. Ich kann nicht glauben, dass auf einmal ca. 13% der Bevölkerung faul geworden sind, zumal auch der Status immer mehr vom beruflichen Status abzuhängen scheint.

Ich hab ehrlich keine Lust, jetzt alle sinnlosen Staatssubventionen und -eingriffe aufzulisten.

Dass es viele sinnlose, oft durch Lobbyisten bewirkte Subventionen gibt, will ich nicht abstreiten. Als Beispiel seien staatliche Zuschüsse zur Anschaffung von Yachten genannt. Aber Sozialhilfe - zumal auf diesem niedrigen Stand - möchte ich nicht dazu zählen.

Die wirtschaftlich erfolgreichste Nation ist immer noch die USA.

Wie definierst du wirtschaftlich erfolgreich? BIP pro Kopf? Sicher, in den USA sitzen viele Einkommenmillionäre, was deren Pro-Kopf-BIP hoch erscheinen lässt. Beachtet werden muss dabei aber eben auch die Verteilung des Reichtums. In den USA besitzen 0,5 Prozent der Bevölkerung mehr als 25 Prozent des Reichtums.

Aber mir ist klar, dass die Linken gern zu den skandinavischen Ländern zeigen. Wussten Sie, dass 60,000 Schweden (90% davon Frauen) zwischen 1941 und 1975 steriliesiert worden sind?

Ja, sogar noch danach. Wir hatten die Diskussion schon in unserem Wiki: http://fuckup.homeunix.net/index.php?Schweden

Ach übrigens, haben nicht die CDU Ländern damals bei der PISA Studie viel besser als die ganzen Soziländer abgeschnitten?

Etwas besser. Viel besser aber haben die skandinavischen Länder abgeschnitten, die wirklich sozialdemokratische Bildungsideen verinnerlicht haben. Ansonsten muss verschiedenes beachtet werden:

Strukturelle Unterschiede (z.B. höherer Anteil von Arbeiterkindern in NRW und im Norden), Ausländeranteil usw.

Jeder bekommt vom Staat einen Fixbetrag ausbezahlt, die Leute können sich dann aussuchen, wieviel sie selbst draufzahlen (und somit ihre Kinder in eine bessere Schule stecken). Dieser Eintopfmurks funktioniert einfach nicht. Dann entscheiden sich auch mehr kompetente Leute, Lehrer zu werden.

Ein Zwei- oder Mehrklassenbildungsystem? Halte ich für schlecht, da es die ohnehin immer größer werdenden sozialen Ungleichheiten noch verschärft. Außerdem möchte ich nicht die Verhältnisse in Deutschland, die in öffentlichen Schulen der USA vorherrschen. Am besten haben im PISA-Test wie gesagt immer noch Finnland und Schweden abgeschlossen - mit einem rein staatlichen gut finanzierten Gesamtschulsystem.

2. Hörns mit den Unternehmern auf. In jedem internationalen Steuerranking liegt DE so ziemlich im letzten Feld mit der höchsten Belastung. Jetzt kommen sogar schon immmer mehr KMUs nach Österreich, weil es ihnen in DE zu blöd wird.

http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=34&idart=247

ad Graphiken:

Mitglieder der DGB-Gewerkschaften stark geschrumpft: Ja, wenn man nichts zu bieten hat...


Die Grafik wollte ich eigentlich nicht mitposten - hing dran ...

Unternehmensgewinne der Kapitalgesellschaften: Und, wie wurde das berechnet? Wie hoch war der Umsatz, Marktkapitalisierung,...? Ein Anstieg von irgendetwas um 60% (Zeitreihe wahrscheinlich passend zurechtgeschnitten) über 10 Jahre... was soll das können?

Über Details kann ich keine Auskunft geben, da ich die Grafik nicht erstellt habe. Aber Sie werden mir doch zustimmen können, dass die Unternehmensgewinne der Kapitalgesellschaften in Deutschland in den letzten 10, 20 und auch 30 Jahren im Mittel stark gestiegen sind. Um das einzugestehen sind Faktoren wie Umsatz (wenn der Umsatz niedrig ist und der Gewinn steigt, wen stört das?) und Marktkapitalisierung ja wohl auch eher von nachrangiger Bedeutung.

Zur Wiederholung: Jeder kann sich Aktien kaufen und wer glaubt, dass er im Schnitt mehr als 3% über dem risikolosen Zins (Staatsanleihen) verdient, ist ein entweder ein Narr oder beschäftigt sich hauptberuflich mit dem Portfoliomanagement.

Seltsam, dass nicht alle Millionäre ihre Ersparnisse in Staatsanleihnen anlegen ...

Werde nicht mehr antworten. Bin kein Politiker und diese Basisarbeit ist mir zu zeitaufwendig.

Ich auch nicht.

Meine Argumente prallen an Ihnen wahrscheinlich eh unreflektiert ab.

Haben Sie das Gefühl?
Hackmeck - 25. Mai, 01:16

Zu den Sozialversicherungsystemen der USA haben Sie übrigens nicht wie versprochen Stellung genommen ...

BTW: Warum erscheinen meine Antworten über ihren Kommentaren? Seltsames Kommentar-System, für Mammutdiskussionen wohl nicht geeignet.
Hackmeck - 24. Mai, 13:55

Ja, vor dem ersten Weltkrieg lag die Staatsquote in Deutschland unter 20% und nach dem zweiten Weltkrieg ca. bei 45%. Eine tolle Rechtfertigung, sie einfach bei diesem Niveau zu belassen.

Sie (wir können uns gerne auch duzen) wollen also die Verhältnisse des 19. Jahrhunderts wiederhaben? Mit Massenverelendung und Manchesterliberalismus? Warum eigentlich dieser Fetisch einer möglichst niedrigen Staatsquote? Die wirtschaftlich erfolgreichsten Nationen der Erde, z.B. Dänemark, Finnland, Schweden und die Schweiz haben eine nicht gerade geringe Staatsquote.

Rechtfertigung muss der Staat für seine Ausgabe eh schon lange keine mehr abgeben.

Staatliche Ausgabenkürzungen überall, die wie gesagt, die ohnehin angeschlagene Binnenkonjunktur schwer belasten, die Rede vom "Bildungsnotstand" und gleichzeitig die Kritik zu hoher Ausgeben. Nehmen wir das Beispiel "Bürokratieabbau". Seit 1991 wurde die Zahl Beamter und Angestellter in Bund und Ländern von über 5 Millionen (West) und 1,5 Millionen (Ost) auf 1999 knapp 2,5 Millionen (West) und knapp 500.000 (Ost) reduziert.

Quelle: http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/politik/intern/sose2005/kropp_vl/06_vl-folien.pdf
(Grafik)

Mit welchem Resultat? Lehrermangel einerseits - aber der immer größere Einfluss von Lobbygruppen auf die Politik andererseits, da durch fehlende Ministerialbürokratie viel Sachfragen nicht mehr adequat mit der lobbyunabhängigen Ministerialbürokratie, sondern immer mehr von unbezahlten Lobbyisten aus der Wirtschaft ausgearbeitet werden. Vorschläge werden immer weniger abgeändert, da für eine unabängige Prüfung oder gar eigene Ausarbeitung das Personal fehlt.

Was sind denn bitte die vielen Kollektivgüter, die eine Staatsquote von 50% plausibel erscheinen lassen?

Der Staat ist IMHO nicht nur für Kollektivgüter, sondern z.B. auch für eine soziale Grundversorgung zuständig. Ich wollte nur bemerken, dass die stets staatsverachtenden neoliberalen Unternehmer ihn eigentlich am dringesten benötigen.

Ach, und jetzt die bösen Kapitalisten wieder daran Schuld, dass brave Arbeitnehmer manchmal mit Grenzsteuersätzen von bis zu 50% ausgeblutet werden.

Wir haben heute mit einem Spitzensteuersatz von 42% den niedrigsten Spitzensteuersatz in der Geschichte der BRD, 1998 hatten wir einen von 53%.
Damals wie heute zahlt kein Einkommensmillionäre allerdings kaum Steuern, da immer noch ungezählte Abschreibungsmöglichkeiten existieren.

Ich bin auch für's Absenken! Zwei Anmerkungen: Mir ist vollkommen klar, dass sie noch nie in ihrem Leben Aktien gehalten haben.

Sie irren sich aber darüber werde ich hier sicher nicht reden.

Dann würden Sie nämlich wissen, dass bei einem halbwegs vernünftigen Portfolio die Performance von einem einzigen Wert ziemlich unteressant ist (auf diesen Titel zeigen aber dann alle Linken: Riesen Kursgewinne!).

Auf welchen einzigen Wert habe ich verwiesen? Die Gewinne aller Unternehmen in Deutschland haben sich prächtig entwickelt, die Löhne stagnierten:

Unternehmensgewinne

Der Begriff Risiko ist auch in keiner linken Literatur zu finden. Und komisch, wenn ein Sportler ein paar Millionen abcasht, dann juckt das niemanden, denn die Linken würden sich hüten, gegen die Idole der Arbeiterklasse zu hetzen. Aber wenn ein Unternehmer ein paar Millionen mehr auf seinem Konto hat, dann muss er was Böses getan haben (Klar, die Linken gehen auch immer davon aus, dass das Volkseinkommen eine fixe Größe ist.

Davon ging Adam Smith aus. Ich habe übrigens noch nie über Managergehälter gehetzt und finde diese Debatte primitiv und unglaubwürdig, denn sie lenkt vom eigentlichen Ungleichgewicht ab: Dem Gewinn aus Arbeit und aus Kapital - wobei sich der Gewinn aus letzterem expansiv vergrößert hat, während erstgenanntes stagniert. Manager bestreiten ihr Einkommen in erster Linie aus Arbeit und nicht aus Kapital.

Das gleiche gilt für Münteferings Form der "Kapitalismuskritik", die keine war. Siehe dazu: http://fuckup.twoday.net/stories/698706/

Was der eine mehr verdient, wird einem anderen weggenommen. Am besten Sie arbeiten nie wieder, dann machen Sie damit jemand anderern reich...

Wo sehen Sie solche Argumente bei mir oder anderen "Linken"? Ich möchte Belege sehen.

Zu der Sozialversicherung sag ich später etwas (es ist 7:15 und ich muss los), ich hoffe, Sie lesen auch meine Artikel...

Nein sorry, viele englischsprachige Texte sind mir einfach zu anstrengend.

Mahalanobis - 24. Mai, 23:54

RE

Sie wollen also die Verhältnisse des 19. Jahrhunderts wiederhaben? Mit Massenverelendung und Manchesterliberalismus?
Genau, hätte man doch nur den Feudalismus beibehalten... [oder gleich die Slavenarbeit im alten Ägypten (= 100% Staatsanteil). Ich mein, wem gefallen die Pyramiden nicht?] Der Kapitalismus hat dafür gesorgt, dass sich nicht bloß die Reichsten einen Zahnarzt, einen Klempner, Festtagsbeleuchtung und meinetwegen auch Strumpfhosen leisten können. Aber es ist sinnlos, einen über Jahrhunderte andauernden Prozess in einem Satz zusammenzufassen.
Warum eigentlich dieser Fetisch einer möglichst niedrigen Staatsquote?
Bitte überweisen Sie mir doch am jetzt ihr Einkommen und ich werde alle Konsumentscheidungen für Sie treffen. Ich weiß einfach besser was Sie brauchen (Und sollte ich ihr Geld beim Fenster rausschmeißen, kann es mir ziemlich wurscht sein, weil es ist ja eh nicht meines). Meine Cousine ist seit ca. 5 Jahren arbeitslos und hat einen arbeitslosen Freund. Was sie dagegen unternommen hat? Sie bekommt jetzt ihr drittes Kind, weil so bekommt sie mehr Geld vom Staat und braucht nicht arbeiten gehen. BRAVO!! In einer funktionierenden Marktwirtschaft wär sie nach kürzerster Zeit derart auf die Fresse gefallen, dass sie ihre "I mog net, mir ist alles wurscht"-Einstellung ziemlich schnell aufgegeben hätte. Ich hab ehrlich keine Lust, jetzt alle sinnlosen Staatssubventionen und -eingriffe aufzulisten.
Die wirtschaftlich erfolgreichsten Nationen der Erde, z.B. Dänemark, Finnland, Schweden und die Schweiz haben eine nicht gerade geringe Staatsquote.
Die wirtschaftlich erfolgreichste Nation ist immer noch die USA. Und dass, obwohl man eigentlich die USA mit der EU verleichen sollte (1.5x ärmer?) und nicht mit so kleinen Ländern wie der Schweiz, die meines Achtens eine wesentlich niedrigere (um über 10%) Staatsquote als DE hat (nebst sehr geringer Besteuerung, ein Grund, warum mein Onkel aus Österreich ausgewandert ist). Aber mir ist klar, dass die Linken gern zu den skandinavischen Ländern zeigen. Wussten Sie, dass 60,000 Schweden (90% davon Frauen) zwischen 1941 und 1975 steriliesiert worden sind? Da wollten die Sozis eine Herrnrasse züchten. Schauen sie sich mal die Ausländerpolitik in diesen Ländern an... ah... und schon kann man die Resultate bei der PISA-Studie etwas besser verstehen...
Lehrermangel einerseits...
Ach übrigens, haben nicht die CDU Ländern damals bei der PISA Studie viel besser als die ganzen Soziländer abgeschnitten?

Das Schulsystem gehört vollkommen reorganisiert. Lehrer haben keinen Anreiz mehr Qualität zu liefern, die vielen schlechten Lehrer ziehen das öffentliche Bild der wenigen guten Lehrer durch den Dreck. Eltern müssen bei der Ausbildung mehr zur Kasse gebeten werden, am besten wäre ein Voucher-System. Jeder bekommt vom Staat einen Fixbetrag ausbezahlt, die Leute können sich dann aussuchen, wieviel sie selbst draufzahlen (und somit ihre Kinder in eine bessere Schule stecken). Dieser Eintopfmurks funktioniert einfach nicht. Dann entscheiden sich auch mehr kompetente Leute, Lehrer zu werden.
Wir haben heute mit einem Spitzensteuersatz von 42% den niedrigsten Spitzensteuersatz in der Geschichte der BRD, 1998 hatten wir einen von 53%. Damals wie heute zahlt kein Einkommensmillionäre allerdings kaum Steuern, da immer noch ungezählte Abschreibungsmöglichkeiten existieren.
1. Deutschland ist am Weg der Besserung
2. Hörns mit den Unternehmern auf. In jedem internationalen Steuerranking liegt DE so ziemlich im letzten Feld mit der höchsten Belastung. Jetzt kommen sogar schon immmer mehr KMUs nach Österreich, weil es ihnen in DE zu blöd wird.

ad Graphiken:

Mitglieder der DGB-Gewerkschaften stark geschrumpft: Ja, wenn man nichts zu bieten hat...
Unternehmensgewinne der Kapitalgesellschaften: Und, wie wurde das berechnet? Wie hoch war der Umsatz, Marktkapitalisierung,...? Ein Anstieg von irgendetwas um 60% (Zeitreihe wahrscheinlich passend zurechtgeschnitten) über 10 Jahre... was soll das können?
Bruttolöhne: Na, vielleicht sind die Steuern gesunken... mich würden die Nettolöhne interessieren. Außerdem dachte ich, dass die ehemalige DDR ihre Löhne in Richtung Westen anpassen hat lassen... da bräuchte man mehr Information über die Berechnungsmethode.
Dem Gewinn aus Arbeit und aus Kapital - wobei sich der Gewinn aus letzterem expansiv vergrößert hat, während erstgenanntes stagniert. Manager bestreiten ihr Einkommen in erster Linie aus Arbeit und nicht aus Kapital.
Zur Wiederholung: Jeder kann sich Aktien kaufen und wer glaubt, dass er im Schnitt mehr als 3% über dem risikolosen Zins (Staatsanleihen) verdient, ist ein entweder ein Narr oder beschäftigt sich hauptberuflich mit dem Portfoliomanagement.

Werde nicht mehr antworten. Bin kein Politiker und diese Basisarbeit ist mir zu zeitaufwendig. Meine Argumente prallen an Ihnen wahrscheinlich eh unreflektiert ab.
Mahalanobis - 25. Mai, 03:11

Kann man nicht so stehen lassen

Eben vom Manchasterliberalismus, der breiten Massen die Verelendung und die totale Unfreiheit in Abhängigkeit zu Arbeitgebern brachte
Laut Wikipedia (bitte nachlesen...):
Die drei Säulen des Manchesterliberalismus: Freihandel (statt Protektionismus, der als Ursache für die Verelendung der Massen galt), Antimilitarismus & Antikolonialismus und Kosmopolitismus und Demokratie.

Dufte Partie, oder?
sozialstaatlich abgefederten fordistischen System
Hier wird nicht abgefedert, sonder ausgesaugt.
Nein, Ihnen werde ich mein jämmerliches BAföG nicht anvertrauen aber einem von mir mitgetragenen demokratisch legitimierten System
In Österreich hat man Gott-sei-Dank die Roten abgewählt, in Deutschland nur eine Frage der Zeit. Manche brauchen halt ein bissl länger.
Was wäre dein Vorschlag? Sie und das Kind verhunger lassen? Ihr verbieten Kinder zu bekommen?
Sie verstehen noch immer nicht. In der Ökonomie spielen ANREIZE eine essentielle Rolle. Sie hätte es ohne Unterstützung nie so weit kommen lassen. Ja, viele Sozialisten sind nicht böse, sondern einfach leichtgläubige Gutmenschen.
Es gibt in diesem Land 5 Millionen Arbeitslose, in den 1970er gab es noch nahezu Vollbeschäftigung. Ich kann nicht glauben, dass auf einmal ca. 13% der Bevölkerung faul geworden sind, zumal auch der Status immer mehr vom beruflichen Status abzuhängen scheint.
1. Ich hab schon vorhin erwähnt, dass die Zahl der Beschäftigten durch das Hinzukommen der Frauen auf den Arbeitsmarkt drastisch gestiegen ist. Vollbeschäftigung ist definiert als 2% Arbeitslosigkeit (sog. friktionelle Arbeitslosigkeit). Und nun die Preisfrage: Warum sollte jeder, der nicht grade von einem Job zum anderen hüpft und somit in die 2% reinfällt, JEDERZEIT einen Job bekommen? Egal welche Ausbildung er gemacht hat (zB solche Kasperl, die Ethnologie studieren und sich dann wundern, dass sie keiner braucht? Was ist das für eine kranke Idee? Und hier sind wir wieder bei den Anreizen: Wenn jeder weiß, dass er eh durch den Staat notfalls einen Job bekommt, welchen Anreiz hat er dann 1. für etwaige joblose Zeiten zu sparen 2. und sich eine Ausbildung zu suchen, die etwas mehr Flexibilität erlaubt?

Nach den zwei Ölpreisschocks in den 70ern ist die Arbeitslosigkeit in so gut wie allen europäischen Ländern rasant gestiegen. Frage: Warum ist sie grad in Ländern wie Deutschland nicht mehr gefallen? Antwort: Weil der Staat für eine absurde Beschäftigungspolitik gesorgt hat und sich Arbeiter nicht nach der Nachfrage gerichtet haben.
Beachtet werden muss dabei aber eben auch die Verteilung des Reichtums. In den USA besitzen 0,5 Prozent der Bevölkerung mehr als 25 Prozent des Reichtums.
BITTE schauen sie sich endlich am BLS die Quantile der Einkommensverteilung an! Vergleichen Sie wie es den "untersten" 50% der Amis im vergleich zu den "untersten" 50% der Deutschen geht! Die Reichen fressen den Armen nichts weg. Das hab ich mit dem Bill Gates Beispiel gemeint und sie haben gefragt, wer denn sowas behauptet.
Außerdem möchte ich nicht die Verhältnisse in Deutschland, die in öffentlichen Schulen der USA vorherrschen.
Und hier wird dann die Immigration wieder vergessen. Das amerikanische Schulsystem ist unterm Hund, ist ja auch wie unsereres geführt.

Ein Nicht-Eintopfschulsystem kann zu besseren Leistungen bei den gut und weniger Begabten führen.
Am besten haben im PISA-Test wie gesagt immer noch Finnland und Schweden abgeschlossen
Müsste man sich genauer ansehen. Dass arithmetische Mittel über alle Schüler ist meines Achtens nicht sonderlich aussagekräftig.
Aber Sie werden mir doch zustimmen können, dass die Unternehmensgewinne der Kapitalgesellschaften in Deutschland in den letzten 10, 20 und auch 30 Jahren im Mittel stark gestiegen sind.
Ich hab dazu keine Daten, aber wenn sie alle Kapitalgesellschaften einbeziehen (d.h. auch jene, die in der Zwischenzeit in Konkurs gegangen sind), dann kann ich mir nicht vorstellen, dass der Return ziemlich hoch war.
Um das einzugestehen sind Faktoren wie Umsatz (wenn der Umsatz niedrig ist und der Gewinn steigt, wen stört das?) und Marktkapitalisierung ja wohl auch eher von nachrangiger Bedeutung.
Natürlich nicht! Macht einen großen Unterschied, ob ein Unternehmen einen Gewinn von 10 Geldeinheiten bei einem Umsatz von 10 Geldeinheiten oder von 1000 Geldeinheiten hat. Dass die Gewinne in absoluten Beträgen kontinuierlich steigen, ist bei einem wachsenden Unternehmen zu erwarten, weil sonst würde ja der Return immer mehr sinken.
Seltsam, dass nicht alle Millionäre ihre Ersparnisse in Staatsanleihnen anlegen ...
Witzigerweise legen Millionäre vor allem derzeit viel in Staatsanleihen an. Die Aktienperformance war in der letzten Zeit ziemlich schwach. Deswegen sind viele INvestoren auch zu anderen Produkten geflüchtet (zB hedgefonds, private equity, ...)

Auf meiner Homepage http://www.economist.at/ finden Sie übrigens eine gute Einführung von mir zu dem Thema Hedgefonds.

Hackmeck - 25. Mai, 17:14

Laut Wikipedia (bitte nachlesen...):
Die drei Säulen des Manchesterliberalismus: Freihandel (statt Protektionismus, der als Ursache für die Verelendung der Massen galt), Antimilitarismus & Antikolonialismus und Kosmopolitismus und Demokratie.


Tja, schöne Definition, die sich das Liberale Forum da ausgedacht hat. In wissenschaftlicher Literatur klingt das allerdings anders. Hier z.B. "Das Lexikon der Wirtschaft". Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2001:

Manchesterliberalismus, Manchestertum, an die englische Stadt Manchester angelehnte Bezeichnung für eine im 19. Jahrhundert praktizierte Extremform des wirtschaftlichen Liberalismus, bei der sich der Staat jeglicher Einflussnahme in das Wirtschaftsgeschehen enthält.

In Österreich hat man Gott-sei-Dank die Roten abgewählt, in Deutschland nur eine Frage der Zeit. Manche brauchen halt ein bissl länger.

Die sog. "Roten" sind genau diejenigen, die veranlasst haben, dass Sie bemerkten "Deutschland ist auf dem richtigen Weg", was für mich der falsche ist.

Sie verstehen noch immer nicht. In der Ökonomie spielen ANREIZE eine essentielle Rolle.

Anreize sind schön und gut und sie bestehen ja auch. Aber bevor eine Mutter den Anreiz verspürt mehrere Jobs zu einem Hungerlohn anzunehmen und ihr Kind zu vernachlässigen, weil sie sonst nicht überleben kann, verzichte ich lieber auf Anreize.

Ich hab schon vorhin erwähnt, dass die Zahl der Beschäftigten durch das Hinzukommen der Frauen auf den Arbeitsmarkt drastisch gestiegen ist. Vollbeschäftigung ist definiert als 2% Arbeitslosigkeit (sog. friktionelle Arbeitslosigkeit). Und nun die Preisfrage: Warum sollte jeder, der nicht grade von einem Job zum anderen hüpft und somit in die 2% reinfällt, JEDERZEIT einen Job bekommen?

Sollte er nicht unbedingt. Aber etwas mehr von den 5 Millionen dürften es schon sein.

Wenn jeder weiß, dass er eh durch den Staat notfalls einen Job bekommt, welchen Anreiz hat er dann 1. für etwaige joblose Zeiten zu sparen

Die Deutschen sparen sehr viel - viel mehr als z.B. die Amerikaner. Das ist ja ein Dilemma unseres Binnenmarktes.

Antwort: Weil der Staat für eine absurde Beschäftigungspolitik gesorgt hat und sich Arbeiter nicht nach der Nachfrage gerichtet haben.

Stimmt, die "Lohnzurückhaltung" hat die Misere noch verstärkt. Die Produktivität steigt nach wie vor kontinuierlich, die Löhne stagnieren seit den 1990ern.

BITTE schauen sie sich endlich am BLS die Quantile der Einkommensverteilung an! Vergleichen Sie wie es den "untersten" 50% der Amis im vergleich zu den "untersten" 50% der Deutschen geht!

Die "untersten 50%" - das sind die Hälfte der Bevölkerung! Ich spreche hier eher von den untersten 20%. Außerdem geht es ja nicht nur um das Einkommen, sondern eben auch um Faktoren wei Sozial- und Arbeitsschutzstandards (Pausen z.B.) und die gewonne bzw. verlorene Qualität durch höhere/niedrigere Wochenarbeitszeit. Auch als Ökonom sollte man nicht nur auf ökonomische Faktoren sehen.

Und hier wird dann die Immigration wieder vergessen. Das amerikanische Schulsystem ist unterm Hund, ist ja auch wie unsereres geführt.

Die USA haben AFAIK sehr strenge Immigrationsregeln.

Ein Nicht-Eintopfschulsystem kann zu besseren Leistungen bei den gut und weniger Begabten führen.

Ich bin ja auch nicht für die Einheitsgesamtschule. Aber eine durchlässige integrierte Gesamtschule kann sich sehr leistungsfördernd auswirken und wer Leistungen nicht bringt muss die Zeit nicht mit sinnlosem "Sitzenbleiben" vergeuden, sondern die an ihn gestellten Leistungen werden ebenso zurückgestuft wie das Ziel des zu erreichenden Abschlusses.

Zu den Kapitalgesellschaften: In der Grafik geht es einfach darum, wie sich die Gewinne aller existierenden Kapitalgesellschaften entwickelt haben. Eine Kapitalgesellschaft, die Konkurs gegangen ist, wird natürlich einfach nicht mehr mitgezählt, wirft also weder Gewinn ab noch macht sie Verlust.
Hackmeck - 25. Mai, 17:25

Und nochwas ...

... hiermit sei bezweifelt, dass das Massenelend im 19. Jahrhundert eine Folge des europäischen Protektorismus war. Den Zusammenhang müssen Sie mir mal erklären!
Mahalanobis - 25. Mai, 19:52

Antwort

Manchesterliberalismus, Manchestertum, an die englische Stadt Manchester angelehnte Bezeichnung für eine im 19. Jahrhundert praktizierte Extremform des wirtschaftlichen Liberalismus, bei der sich der Staat jeglicher Einflussnahme in das Wirtschaftsgeschehen enthält.
Als linke/r Deutsche/r kennen Sie sicher Jürgen Kromphardt, der in Fachkreisen auch gern als "Deutschlands letzter Keynesianer" bezeichnet wird (Ich bin ihn erst einmal bei einer Podiumsdiskussion in Wien begegnet, privat ein sehr netter Kerl). Kann Ihnen sein Uni-Standardwerk "Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus" [link] nur ans Herz legen. Mir ist es natürlich ein bissl zu links, aber auch bei ihm kommt der Manchesterliberalismus gar nicht so schlecht weg.
Die sog. "Roten" sind genau diejenigen, die veranlasst haben, dass Sie bemerkten "Deutschland ist auf dem richtigen Weg", was für mich der falsche ist.
Ha ha. Hat Blair irgendwelche Reformen von Thatcher rückgängig gemacht? Nein. Warum? Weil die Roten insgemeheim eh schon wissen, dass sie nicht das machen dürfen, was sie nach außen predigen.
Anreize sind schön und gut und sie bestehen ja auch. Aber bevor eine Mutter den Anreiz verspürt mehrere Jobs zu einem Hungerlohn anzunehmen und ihr Kind zu vernachlässigen
1. Nochmals: Wenn ein deutscher Schuhverkäufer einen Hungerlohn bekommt, was bekommt dann ein indischer Schuhverkäufer, der bestenfalls ein zehntel von dem deutschen Lohn verdient? Sie sagen nichts anderes als: Geld ist ja da, deswegen können wir es Besserverdienern wegnehmen.

2. Kinder: Komisch, warum haben viele Studenten keine Kinder? Weil sie vorausplanen? Ist Kinderbekommen vielleicht doch nicht etwas rein zufälliges?
Die Deutschen sparen sehr viel - viel mehr als z.B. die Amerikaner. Das ist ja ein Dilemma unseres Binnenmarktes.
Die Amis würden zu wenig sparen, wenn nicht das Ausland das amerikanische Sparen (derzeit) übernehmen würde (siehe Zahlungsbilanz). Sie werden mir sicherlich Recht geben, dass ganz ohne Sparen kein Wachstum möglich ist (weil zu jedem Zeitpunkt alles "aufgegessen" wird und die Leute immer wieder bei Null anfangen müssten). Die "optimale" Sparquote kennt niemand, man geht aber unter Ökonomen davon aus, dass sie höher ist als sogar in Deutschland. In China könnte man meinen, dass sie zu hoch ist (um die 40%), die Probleme kommen aber eher von dem schlechten Bankensystem, dass seine Aufgabe als Finanzintermediär nur schlecht erfüllt.
Die "untersten 50%" - das sind die Hälfte der Bevölkerung! Ich spreche hier eher von den untersten 20%.
Dann schauen Sie sich die untersten 20% an. Was für einen Schluss würden Sie treffen, wenns den untersten 20% annähernd gleich schlecht geht, den oberen 80% aber wesentlich besser als in Deutschland? Welches System ist zu bevorzugen?
Die USA haben AFAIK sehr strenge Immigrationsregeln.
Die USA war und ist in punkto Immigration (Immigration pro Kopf natürlich )immer global ein Spitzenreiter gewesen. Ich glaub, Österreich liegt an 5ter Stelle.
und wer Leistungen nicht bringt muss die Zeit nicht mit sinnlosem "Sitzenbleiben" vergeuden, sondern die an ihn gestellten Leistungen werden ebenso zurückgestuft wie das Ziel des zu erreichenden Abschlusses.
Witzigerweise gibts sogar solle Nicht-Durchfall-Schulen in Österreich. Ich kenn Gott-sei-Dank niemanden, der sein Kind dort hingeben würde. Kenn nur einen Absolvent (Urlaubsbekanntschaft) und der hat ziemlich darüber geflucht (weil eben nix weitergeht).
Zu den Kapitalgesellschaften: In der Grafik geht es einfach darum, wie sich die Gewinne aller existierenden Kapitalgesellschaften entwickelt haben.
Ja, nur sind die Kapitalgesellschaften in der Zwischenzeit auch gewachsen? Und nochwas: Wenn jemand eine Kapitalgesellschaft gründen und ein Produkt schafft, nachdem eine hohe Nachfrage besteht (und somit die Gewinne hoch sind), dann soll man ihn ruhig mit Geld überschütten. Er hat was geschaffen, wofür ich bereit bin, mein hart verdientes Geld auszugeben. Gratulation! Und übrigens: Die Leute, die twoday ins Leben gerufen haben, schwimmen noch immer nicht in Geld. Aber wenn sie es einmal verdienterweise tun, wirst du wahrscheinlich über sie herziehen.
Hackmeck - 26. Mai, 00:02

Als linke/r Deutsche/r kennen Sie sicher Jürgen Kromphardt, der in Fachkreisen auch gern als "Deutschlands letzter Keynesianer" bezeichnet wird (Ich bin ihn erst einmal bei einer Podiumsdiskussion in Wien begegnet, privat ein sehr netter Kerl).

Letzter Keynsianer? Also noch haben die Neoklassiker das Feld nicht komplett übernommen. Mit Prof. Bofinger findet sich sogar ein waschechter Keynsianer unter den derzeitigen "Wirtschaftsweisen".

1. Nochmals: Wenn ein deutscher Schuhverkäufer einen Hungerlohn bekommt, was bekommt dann ein indischer Schuhverkäufer, der bestenfalls ein zehntel von dem deutschen Lohn verdient?

Ebenfalls einen Hungerlohn, wobei man natürlich noch die Preise im entsprechenden Land berücksichtigen muss.

Sie sagen nichts anderes als: Geld ist ja da, deswegen können wir es Besserverdienern wegnehmen.

Ich sage: Wohlstand ist so reichlich vorhanden wie nie, was u.a. an der Steigerung der Produktivität durch technischen Fortschritt liegt, die sicher auch ein Produkt der Marktwirtschaft ist. Aber ich sage auch: Es wird nicht auf Dauer so weitergehen können, dass nur eine dünne Spitze der gesellschaftlichen Elite vom gesamtgesellschaftlichen Fortschritt profitiert.

Dann schauen Sie sich die untersten 20% an. Was für einen Schluss würden Sie treffen, wenns den untersten 20% annähernd gleich schlecht geht, den oberen 80% aber wesentlich besser als in Deutschland? Welches System ist zu bevorzugen?

Ich glaube nicht, dass es den untersten 20% der Gesellschaft in den USA tatsächlich so gut geht wie den untersten 20% hierzulande - siehe dazu auch den Artikel über das amerikanische Gesundheitssystem. Desweiteren spricht man nicht umsost auch von "relativer Armut" schließlich gehört zur Armut mehr als nur wenig Geld zu haben. Es gehört z.B. auch soziale Missachtung und Ausgrenzung dazu und die wird umso größer je größer die gesellschaftlichen Unterschiede werden.

Witzigerweise gibts sogar solle Nicht-Durchfall-Schulen in Österreich. Ich kenn Gott-sei-Dank niemanden, der sein Kind dort hingeben würde. Kenn nur einen Absolvent (Urlaubsbekanntschaft) und der hat ziemlich darüber geflucht (weil eben nix weitergeht).

Ich habe ja nicht gesagt, dass man das Sitzenbleiben abschaffen soll und keinen Ersatz für die Sanktionierung von erbrachter oder nicht erbrachter Leistung einrichten solle.

Und nochwas: Wenn jemand eine Kapitalgesellschaft gründen und ein Produkt schafft, nachdem eine hohe Nachfrage besteht (und somit die Gewinne hoch sind), dann soll man ihn ruhig mit Geld überschütten. Er hat was geschaffen, wofür ich bereit bin, mein hart verdientes Geld auszugeben. Gratulation!

Ja, aber die Mitarbeiter ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre, sollen bitte auch profitieren. Außerdem kann ich nicht sehen, dass die Großkozerne, die die meisten Gewinne abwerfen noch sonderlich innovativ sind.

Und übrigens: Die Leute, die twoday ins Leben gerufen haben, schwimmen noch immer nicht in Geld. Aber wenn sie es einmal verdienterweise tun, wirst du wahrscheinlich über sie herziehen.

1. Das ist ein weiteres argumentum ad hominem - ich habe bisher keines gebracht
2. Ich habe nie jemanden persönlich angegriffen und auf seinen Reichtum geschimpft. Ich würde es ja auch mitnehmen, wenn ich's könnte. Nur setze ich mich für ordungspolitische Regelungen ein, die die sozialen Ungleichheiten schälern.
3. Vielleicht sind die Macher von twoday.net ja schon in der Aufmerksamkeitsökonomie angelangt und es geht ihnen gar nicht um Geld, sondern um das postmatrialistische Gut soziale Anerkennung?

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