Italiens Abhörskandal
Wenn in großem Umfang Daten automatisiert erhoben werden, wachsen Begehrlichkeiten auf diese Daten und die Gefahr des Missbrauchs. Die EU kündigt dieser Tage an, die in Europa erhobenen Verbindungsdaten auch an amerikanische Geheimdienste weiterzugeben, die deutschen Länder fordern über den Bundesrat Zugriff auf sämtliche Kommunikationsdaten auch ohne Tatverdacht.
Doch wie wahrscheinlich ist der Missbrauch sensibler Daten? In Italien scheint man gerade eine Antwort darauf gefunden zu haben. Das Land erlebt den größten Abhörskandal der Geschichte:
Tausende wurden von einer Abhörmafia erpresst, die sogar Kontakte zur CIA haben soll:
Immerhin, im Zentrum des "Spinnennetzes" soll auch die frühere "Nummer zwei" des italienischen Geheimdienstes, Marco Mancini, gesessen haben, der erst unlängst im Zusammenhang mit CIA-Entführungen inhaftiert worden war. Düstere Abgründe werden auch im Fall des ehemaligen Sicherheits-Beauftragten der Telecom-Mobilfunktochter TIM, Adamo Bove, sichtbar: Er hatte den Behörden unlängst erste Tipps über illegale Machenschaften der "Abhör-Mafia" gegeben - einen Monat später stürzte er in Neapel von einer Autobahnbrücke und starb. Angeblich Selbstmord, eine Ermittlung der Justiz läuft.
Das aus der Telecom Italia und dem Mutterkonzern Pirelli heraus geborene Abhörnetzwerk hatte es dabei sehr einfach, weil der Gesetzgeber die Möglichkeit des Abhörens geschaffen hatte und viele Daten ohnehin erhoben wurden:
Erstaunlich ist, wie leicht es Tavaroli hatte. In Italien führt seit jeher die Telecom sämtliche Abhöraktionen durch, die Justizbehörden in Auftrag geben. Der Sicherheitschef des Telefonkonzerns saß damit an der entscheidenden Schaltstelle - also an der Quelle. Er brauchte seinen Angestellten, die für Lauschangriffe zuständig sind, nur gefälschte Aufträge rüberzureichen. Schon liefen bei Gesprächen der Opfer die Tonbänder mit.
Quelle: SPON
Update vom 24. September 2006:
netzpolitik.org hat noch mehr Abhörskandale der letzten beiden Tage.
Doch wie wahrscheinlich ist der Missbrauch sensibler Daten? In Italien scheint man gerade eine Antwort darauf gefunden zu haben. Das Land erlebt den größten Abhörskandal der Geschichte:
Tausende wurden von einer Abhörmafia erpresst, die sogar Kontakte zur CIA haben soll:
Immerhin, im Zentrum des "Spinnennetzes" soll auch die frühere "Nummer zwei" des italienischen Geheimdienstes, Marco Mancini, gesessen haben, der erst unlängst im Zusammenhang mit CIA-Entführungen inhaftiert worden war. Düstere Abgründe werden auch im Fall des ehemaligen Sicherheits-Beauftragten der Telecom-Mobilfunktochter TIM, Adamo Bove, sichtbar: Er hatte den Behörden unlängst erste Tipps über illegale Machenschaften der "Abhör-Mafia" gegeben - einen Monat später stürzte er in Neapel von einer Autobahnbrücke und starb. Angeblich Selbstmord, eine Ermittlung der Justiz läuft.
Das aus der Telecom Italia und dem Mutterkonzern Pirelli heraus geborene Abhörnetzwerk hatte es dabei sehr einfach, weil der Gesetzgeber die Möglichkeit des Abhörens geschaffen hatte und viele Daten ohnehin erhoben wurden:
Erstaunlich ist, wie leicht es Tavaroli hatte. In Italien führt seit jeher die Telecom sämtliche Abhöraktionen durch, die Justizbehörden in Auftrag geben. Der Sicherheitschef des Telefonkonzerns saß damit an der entscheidenden Schaltstelle - also an der Quelle. Er brauchte seinen Angestellten, die für Lauschangriffe zuständig sind, nur gefälschte Aufträge rüberzureichen. Schon liefen bei Gesprächen der Opfer die Tonbänder mit.
Quelle: SPON
Update vom 24. September 2006:
netzpolitik.org hat noch mehr Abhörskandale der letzten beiden Tage.
Hackmeck - 23. Sep, 14:26
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