Saudi-Arabien
Saudi-Arabien ist eines dieser Länder, bei dem man nie sicher weiß, in welche Richtung es sich bewegt. Zu widersprüchlich sind die Meldungen, die man aus diesem Land erhält.
Saudi-Arabien ist sehr um sein Image im Ausland besorgt, nicht zuletzt um ausländische Direktinvestitionen ins Land zu holen. Außerdem will das Regime die westliche Welt, von deren Ölimporten Saudi-Arabien zur Zeit lebt, ja nicht unnötig vor den Kopf stoßen. So wirbt Saudi-Arabiens Regierung beispielsweise auf der Website der New York Times mit Bannern wie diesem hier:
Werbung für Saudi-Arabiens Image-Website wideout.com. Zum vergrößern auf das Bild klicken.
Saudi-Arabien hat aber grundsätzliche Probleme in dieser Hinsicht: Ein Großteil der Terrorverdächtigen rund um den 11. September 2001 inklsuive Osama Bin Laden stammt aus Saudi-Arabien und große Teile der NATO sowie der Geheimdienste in den USA und Israel verbinden islamischen Terrorismus vor allem mit Wahabismus, der besonders konservativen Auslegung des sunnitischen Islams, die in Saudi-Arabien vorherrscht. Trotzdem gilt Saudi-Arabien als Verbündeter der USA und taucht auf keiner Liste von "Schurkenstaaten" auf. Die USA stützen das diktatorische Regime, insbesondere weil es in den entscheidenden Momenten den Ölhahn aufdreht und demokratische Regierungen das Öl teuer machen würden. Gerade zwischen der Regierung Bush (senior wie junior) und den Saudis bestehen enge freundschaftliche und geschäftliche Beziehungen. Das saudische Königshaus besitzt zahlreiche Anteile an US-Unternehmen. Den Wahabismus allerdings sieht auch die US-Führung intern als problematisch an.
Ein weiteres Problem für Saudi-Arabiens Image sind die kurios-verstörenden Nachrichtenbrocken, die von Zeit zur Zeit aus dem Land in den Randnotizen westlicher Medien auftauchen. In Saudi-Arabien gilt eine besonders strenge Auslegung der Sharia, des "göttlichen Rechts". Und so wundert man sich hierzulande beispielsweise über den Umstand, dass junge Sänger, festgenommen werden, weil Mädchen ihn umarmten, die Verfolgung von Homosexualität und öffentlichen Hinrichtungen, selbst von Frauen.
Befindet sich Saudi-Arabien trotz alledem auf einem Reformkurs? Schwer zu sagen, wie so oft in arabischen Ländern, gibt es ganz unterschiedliche Signale dazu. Einerseits hat Saudi-Arabien immerhin vor nicht all zu langer Zeit den Führerschein für Frauen eingeführt und das Recht einen eigenen Ausweis zu beantragen. 2005 gab es erstmals demokratische Wahlen, wenn auch nur auf kommunaler Ebene. Außerdem wurde nur die Hälfte der Sitze per Wahl bestimmt, die andere bestimmte nach wie vor das saudische Königshaus. Frauen blieben vom aktiven wie passiven Wahlrecht ausgeschlossen, es gäbe allerdings Untersuchungen, so die Regierung, ob eine Beteiligung von Frauen an künftigen Wahlen sinnvoll sei.
Für westliche Ohren mag das alles mittelalterlich klingen, doch für ein Land in dem bis vor nicht all zu langer Zeit Frauen nicht zu männlichen Ärzten gehen, gleichzeitig aber auch nicht den Beruf der Ärztin ergreifen durften, sind das durchaus Fortschritte.
Heute wiederum gibt es eine Meldung, die am saudi-arabischen Reformkurs zweifeln lässt: Frauen wird ab sofort der Besuch der Heiligen Stätte Kaaba in Mekka verweigert, dem bisher einzigen Ort, an dem muslimische Männer und Frauen gemeinsam beten durften. Es bleibt spannend die weitere Entwicklung zu beoabachten.
Saudi-Arabien ist sehr um sein Image im Ausland besorgt, nicht zuletzt um ausländische Direktinvestitionen ins Land zu holen. Außerdem will das Regime die westliche Welt, von deren Ölimporten Saudi-Arabien zur Zeit lebt, ja nicht unnötig vor den Kopf stoßen. So wirbt Saudi-Arabiens Regierung beispielsweise auf der Website der New York Times mit Bannern wie diesem hier:
Werbung für Saudi-Arabiens Image-Website wideout.com. Zum vergrößern auf das Bild klicken.Saudi-Arabien hat aber grundsätzliche Probleme in dieser Hinsicht: Ein Großteil der Terrorverdächtigen rund um den 11. September 2001 inklsuive Osama Bin Laden stammt aus Saudi-Arabien und große Teile der NATO sowie der Geheimdienste in den USA und Israel verbinden islamischen Terrorismus vor allem mit Wahabismus, der besonders konservativen Auslegung des sunnitischen Islams, die in Saudi-Arabien vorherrscht. Trotzdem gilt Saudi-Arabien als Verbündeter der USA und taucht auf keiner Liste von "Schurkenstaaten" auf. Die USA stützen das diktatorische Regime, insbesondere weil es in den entscheidenden Momenten den Ölhahn aufdreht und demokratische Regierungen das Öl teuer machen würden. Gerade zwischen der Regierung Bush (senior wie junior) und den Saudis bestehen enge freundschaftliche und geschäftliche Beziehungen. Das saudische Königshaus besitzt zahlreiche Anteile an US-Unternehmen. Den Wahabismus allerdings sieht auch die US-Führung intern als problematisch an.
Ein weiteres Problem für Saudi-Arabiens Image sind die kurios-verstörenden Nachrichtenbrocken, die von Zeit zur Zeit aus dem Land in den Randnotizen westlicher Medien auftauchen. In Saudi-Arabien gilt eine besonders strenge Auslegung der Sharia, des "göttlichen Rechts". Und so wundert man sich hierzulande beispielsweise über den Umstand, dass junge Sänger, festgenommen werden, weil Mädchen ihn umarmten, die Verfolgung von Homosexualität und öffentlichen Hinrichtungen, selbst von Frauen.
Befindet sich Saudi-Arabien trotz alledem auf einem Reformkurs? Schwer zu sagen, wie so oft in arabischen Ländern, gibt es ganz unterschiedliche Signale dazu. Einerseits hat Saudi-Arabien immerhin vor nicht all zu langer Zeit den Führerschein für Frauen eingeführt und das Recht einen eigenen Ausweis zu beantragen. 2005 gab es erstmals demokratische Wahlen, wenn auch nur auf kommunaler Ebene. Außerdem wurde nur die Hälfte der Sitze per Wahl bestimmt, die andere bestimmte nach wie vor das saudische Königshaus. Frauen blieben vom aktiven wie passiven Wahlrecht ausgeschlossen, es gäbe allerdings Untersuchungen, so die Regierung, ob eine Beteiligung von Frauen an künftigen Wahlen sinnvoll sei.
Für westliche Ohren mag das alles mittelalterlich klingen, doch für ein Land in dem bis vor nicht all zu langer Zeit Frauen nicht zu männlichen Ärzten gehen, gleichzeitig aber auch nicht den Beruf der Ärztin ergreifen durften, sind das durchaus Fortschritte.
Heute wiederum gibt es eine Meldung, die am saudi-arabischen Reformkurs zweifeln lässt: Frauen wird ab sofort der Besuch der Heiligen Stätte Kaaba in Mekka verweigert, dem bisher einzigen Ort, an dem muslimische Männer und Frauen gemeinsam beten durften. Es bleibt spannend die weitere Entwicklung zu beoabachten.
Hackmeck - 29. Aug, 07:50
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