Wenn jeder jeden überwacht
Schon oft wurde das "Orwell-Jahre" 1984 beschworen, so auch zu dieser Zeit. "Has Orwell's '1984' Come 22 Years Later?" fragt man sich zur Zeit z.B. auf Slashdot.
Eins ist sicher: So nah dran wie heute, waren wir noch nie. Im Zentrum der Entwicklung steht dabei sicherlich England, die Heimat von CCTV. Die Überwachungs-Hysterie treibt dort immer neue und kuriosere Blüten. Das Londoner Viertel Shoreditch wird nun nicht mehr nur von der Polizei videoüberwacht. Damit den Überwachern auch ja nichts entgeht, werden die Bilder der Überwachungskameras nun in jedes Wohnzimmer ausgestrahlt, via Fernsehen:
Zwölf Objektive verfolgen ihre Schritte, wenn Janet Ashby den Hund Gassi führt. Die Kameras sind rund um den Wohnblock verteilt und registrieren alles. Zum Beispiel, dass ihr vierbeiniger Freund auf dem Rasen nichts Bleibendes hinterlässt. Prima findet Ashby das. Auch wegen der vielen Graffiti-Schmierereien an den Häuserwänden: "Ich beobachte Jugendliche auf der Straße. Sie zeigen ihren Freunden die Kameras da oben und wissen, sie werden gefilmt. Das verhindert Verbrechen", meint sie.
Die 58-Jährige beteiligt sich selbst aktiv an der Überwachung ihres Wohnblocks im Londoner Viertel Shoreditch. Denn die Kameras sind mit den Fernsehern von Ashby und ihren Nachbarn verbunden. Jeder kann den Innenhof oder den ganzen Block live sehen. 22.000 Einwohner empfangen so wie Ashby das Programm: "Ich schalte jeden Tag ein. Nicht nur bevor ich aus dem Haus gehe. Ich setze mich öfter mal hin und gucke, was los ist. Mindestens ein-, zweimal am Tag. Jetzt haben sie neue Bilder, da schaue ich sogar noch öfter rein."
Quelle: tagesschau.de
Verdächtiges meldet sie sofort der Polizei - per E-Mail. Willkommen in der schönen neuen Überwachungswelt.
Eins ist sicher: So nah dran wie heute, waren wir noch nie. Im Zentrum der Entwicklung steht dabei sicherlich England, die Heimat von CCTV. Die Überwachungs-Hysterie treibt dort immer neue und kuriosere Blüten. Das Londoner Viertel Shoreditch wird nun nicht mehr nur von der Polizei videoüberwacht. Damit den Überwachern auch ja nichts entgeht, werden die Bilder der Überwachungskameras nun in jedes Wohnzimmer ausgestrahlt, via Fernsehen:
Zwölf Objektive verfolgen ihre Schritte, wenn Janet Ashby den Hund Gassi führt. Die Kameras sind rund um den Wohnblock verteilt und registrieren alles. Zum Beispiel, dass ihr vierbeiniger Freund auf dem Rasen nichts Bleibendes hinterlässt. Prima findet Ashby das. Auch wegen der vielen Graffiti-Schmierereien an den Häuserwänden: "Ich beobachte Jugendliche auf der Straße. Sie zeigen ihren Freunden die Kameras da oben und wissen, sie werden gefilmt. Das verhindert Verbrechen", meint sie.
Die 58-Jährige beteiligt sich selbst aktiv an der Überwachung ihres Wohnblocks im Londoner Viertel Shoreditch. Denn die Kameras sind mit den Fernsehern von Ashby und ihren Nachbarn verbunden. Jeder kann den Innenhof oder den ganzen Block live sehen. 22.000 Einwohner empfangen so wie Ashby das Programm: "Ich schalte jeden Tag ein. Nicht nur bevor ich aus dem Haus gehe. Ich setze mich öfter mal hin und gucke, was los ist. Mindestens ein-, zweimal am Tag. Jetzt haben sie neue Bilder, da schaue ich sogar noch öfter rein."
Quelle: tagesschau.de
Verdächtiges meldet sie sofort der Polizei - per E-Mail. Willkommen in der schönen neuen Überwachungswelt.
Hackmeck - 30. Jul, 07:42
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
marti (anonym) - 1. Aug, 18:38
mein traum
hej Döni, hab mich lang nicht mehr gemeldet
hmm.. ich find den grundgedanken das jeder jeden überwachen kann ganz gut, auch wenn das eine ziemlich verzerrte variante davon ist
ich hätte kein problem damit gläserner mensch zu sein wenn alle maifias, geheimdienste und andere nette gruppierungen das auch wären
solange die anfallenden daten _allen_ zur verfügung stehen, ist es doch nur eine erweiterung der wahrnehmung
wissen ist 'macht'
aber nur wissensmonopole sind herrschaft
deswegen find ich auch die (scheinbar häufiger gewordenen) vergleiche mit 1984 nicht so sehr sinnvoll
für mich ist dieses buch vor allem eines: eine vision des totalen herrschaftsstaates, vor allem durch zerstöhrung der meinungs- und informationsfreiheit
wenn jeder weis was mit ihm getan wird, und wie es hinter den kulissen aussieht, ist das eine wichtige grundlage um eine freie gesellschaft (demokratie oder anarchie, was sich in deiesm fall nicht sehr stark unterscheiden würde) aufzubauen
alles gute
marti
hmm.. ich find den grundgedanken das jeder jeden überwachen kann ganz gut, auch wenn das eine ziemlich verzerrte variante davon ist
ich hätte kein problem damit gläserner mensch zu sein wenn alle maifias, geheimdienste und andere nette gruppierungen das auch wären
solange die anfallenden daten _allen_ zur verfügung stehen, ist es doch nur eine erweiterung der wahrnehmung
wissen ist 'macht'
aber nur wissensmonopole sind herrschaft
deswegen find ich auch die (scheinbar häufiger gewordenen) vergleiche mit 1984 nicht so sehr sinnvoll
für mich ist dieses buch vor allem eines: eine vision des totalen herrschaftsstaates, vor allem durch zerstöhrung der meinungs- und informationsfreiheit
wenn jeder weis was mit ihm getan wird, und wie es hinter den kulissen aussieht, ist das eine wichtige grundlage um eine freie gesellschaft (demokratie oder anarchie, was sich in deiesm fall nicht sehr stark unterscheiden würde) aufzubauen
alles gute
marti
Hackmeck - 1. Aug, 20:06
Ich halte es da mit den Worten des CCCs: "Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen".
Ich möchte nicht, dass irgendjemand ohne mein Wissen Daten über mich in Erfahrung bringen kann. Ich nehme für mich in Anspruch selbst darüber bestimmen zu dürfen, welche Daten ich von mir preisgebe. Und selbst wenn jeder alle Daten einsehen könnte: Wer hätte die Ressourcen, sie zu ordnen und zu nutzen? Die Marktforschung z.B. aber du als Privatbürger nicht.
Überwachung bedeutet Unfreiheit, weil der Überwachte sein Verhalten ändert. Er weiß, dass es beobachtet wird und deshalb verhält er sich konformer. Ob nun ein Diktator überwacht oder die ganze Gesellschaft - eine die Tyrannei der Mehrheit bleibt Tyrannei.
Ich möchte nicht, dass irgendjemand ohne mein Wissen Daten über mich in Erfahrung bringen kann. Ich nehme für mich in Anspruch selbst darüber bestimmen zu dürfen, welche Daten ich von mir preisgebe. Und selbst wenn jeder alle Daten einsehen könnte: Wer hätte die Ressourcen, sie zu ordnen und zu nutzen? Die Marktforschung z.B. aber du als Privatbürger nicht.
Überwachung bedeutet Unfreiheit, weil der Überwachte sein Verhalten ändert. Er weiß, dass es beobachtet wird und deshalb verhält er sich konformer. Ob nun ein Diktator überwacht oder die ganze Gesellschaft - eine die Tyrannei der Mehrheit bleibt Tyrannei.


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