666 und Stoibers Kreuzfahrer-Kulturkritik
Gestern war der 6.6.06. Das hieß, die Welt sollte mal wieder untergehen, behauptete zumindest Nostradamus oder die Produzenten irgendeines neuen Films - so ganz habe ich es nicht verstanden. Die Vorhersagekraft dürfte ohnehin die gleiche sein. Passiert ist natürlich mal wieder nichts (vor allem wegen der "neutralisierenden 2 im Datum", wie die Bild zu berichten weiß), zumindest nicht der große Weltuntergang. Dafür gab's mal wieder merkwürdige Äußerungen von Herrn Stoiber.
Stoiber hat es nicht leicht. Im 21. Jahrhundert will er mit Hilfe des Strafrechts gegen Blasphemie vorgehen, wie schon im Falle der höchstlangweiligen Serie Popetown deutlich wurde. Weil ein Verbot der Gottelästerung heute nicht mehr ganz zeitgemäß (sorry, aber den Link musste ich auch noch irgendwie unterbringen, auch wenn er sonst zu nichts passt), bedient er sich kulturpessimistischer Phrasen. Die sind zwar auch nicht ganz aktuell aber immerhin dem letzten Jahrhundert entnommen. Und um die Jugend für seinen Kreuzzug gegen das Areligiöse zu gewinnen, hat er gleich noch einen neuen Redenschreiber eingestellt, der sogar die Simpsons kennt:
Im deutschen Fernsehen gebe es "nur noch kaputte Familien. Außer den Simpsons", so Stoiber, "gibt es keine normale Familie mehr im TV"
Quelle: SPON
Nun hat der Redenschreiber vielleicht die Simpsons nie gesehen, denn als "normal" würde ich die auch nicht gerade bezeichnen. Aber sowas kommt an, das ist locker. Allerdings frage ich mich, ob die an den Stammtischen immer beliebte Kritik am Fernsehprogramm zur Zeit wirklich angemessen ist. Erstens gibt es immer weniger Fernsehkonsum unter Jugendlichen, zweitens ist zumindest mein subjektiver Eindruck, dass sich die Qualität des TV-Programms durchaus verbessert hat. Noch Anfang dieses Jahrhunderts gab es immerhin ein damals noch erfolgreiches Format Namens "Daily Talk", dessen Konzept darin bestand, den Primivisten der Gesellschaft noch primitivere Menschen vorzuführen, damit sich diese besser fühlen konnten. Auch wenn ich meinen Fernseher nur noch selten anschalte - aber das habe ich schon schon lange nicht mehr gesehen.
Stoiber hat es nicht leicht. Im 21. Jahrhundert will er mit Hilfe des Strafrechts gegen Blasphemie vorgehen, wie schon im Falle der höchstlangweiligen Serie Popetown deutlich wurde. Weil ein Verbot der Gottelästerung heute nicht mehr ganz zeitgemäß (sorry, aber den Link musste ich auch noch irgendwie unterbringen, auch wenn er sonst zu nichts passt), bedient er sich kulturpessimistischer Phrasen. Die sind zwar auch nicht ganz aktuell aber immerhin dem letzten Jahrhundert entnommen. Und um die Jugend für seinen Kreuzzug gegen das Areligiöse zu gewinnen, hat er gleich noch einen neuen Redenschreiber eingestellt, der sogar die Simpsons kennt:
Im deutschen Fernsehen gebe es "nur noch kaputte Familien. Außer den Simpsons", so Stoiber, "gibt es keine normale Familie mehr im TV"
Quelle: SPON
Nun hat der Redenschreiber vielleicht die Simpsons nie gesehen, denn als "normal" würde ich die auch nicht gerade bezeichnen. Aber sowas kommt an, das ist locker. Allerdings frage ich mich, ob die an den Stammtischen immer beliebte Kritik am Fernsehprogramm zur Zeit wirklich angemessen ist. Erstens gibt es immer weniger Fernsehkonsum unter Jugendlichen, zweitens ist zumindest mein subjektiver Eindruck, dass sich die Qualität des TV-Programms durchaus verbessert hat. Noch Anfang dieses Jahrhunderts gab es immerhin ein damals noch erfolgreiches Format Namens "Daily Talk", dessen Konzept darin bestand, den Primivisten der Gesellschaft noch primitivere Menschen vorzuführen, damit sich diese besser fühlen konnten. Auch wenn ich meinen Fernseher nur noch selten anschalte - aber das habe ich schon schon lange nicht mehr gesehen.
Hackmeck - 7. Jun, 13:13
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