Neuer Senf aus alten Schläuchen
FUCKUPs Medienumschau
Zunächst mal ein großes Dankeschön für das viele ermutigende Feedback in Reaktion auf meinen Blogpause-Artikel. Offenbar wird das FUCKUP Weblog tatschlich von einigen auch in seiner Filterfunktion für Medien genutzt und geschätzt. Daher werde ich die Rubrik der Medienumschau weiterführen, wenn auch etwas seltener.Empirisch gestützte Reisewarnung
Die Brandenburgische Reisewarnung von Ex-Regierungssprecher Heye gegenüber dunkelhäutigen WM-Besuchern ist offenbar nicht ganz aus der Luft gegriffen, auch wenn dieser inzwischen seine Aussage längst relativiert hat:Auch in den vergangenen Monaten gab es etliche Fälle von rechtsextremistischer Gewalt in den neuen Ländern. Anfang Januar quälten in dem Dorf Pömmelte (Sachsen-Anhalt) vier Jugendliche das Kind eines Äthiopiers und einer Deutschen, schlugen den Zwölfjährigen und ließen sich die Stiefel lecken.
Am Ostersonntag verprügelten zwei Deutsche in Potsdam den Deutschafrikaner Ermyas M. so, dass dieser lebensgefährlich verletzt wurde und wochenlang im Koma lag.
Wenige Tage später traktierten drei junge Männer in Wismar einen Togolesen, schlugen und traten ihn krankenhausreif.
Längst nicht alle Fälle erreichen bundesweites Interesse: Zair T., auf den ein Rechtsextremist in Magdeburg Mitte Februar seinen Kampfhund hetzte, nachdem er den Togolesen zuvor geschlagen hatte - keine überregionale Zeitung schrieb über diesen Fall, für den der Täter jetzt zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt wurde.
Offener Rassismus gehört in manchen Ecken der Republik und für manche Menschen bereits zum Alltag. Wie etwa für den Leipziger Fußballspieler Adebowale Ogungbure, der regelmäßig als "Bimbo" oder "Nigger" beschimpft oder sogar bespuckt wird.
"Drecksjude, gib Gas" - solche Beschimpfungen sind offenbar auch beim BFC Dynamo ganz normal. Im brandenburgischen Touristenstädtchen Rheinsberg werden regelmäßig Imbissbuden abgefackelt, die von Nicht-Deutschen betrieben werden.
Quelle: SPON
Rechtsextremismus ist, wie ein Blick in den aktuellen Verfassungschutzbericht des Landes zeigt, fest im brandenburgischen Alltag verwurzelt. Da hilft es auch nichts den Überbringer der schlechten Botschaft wegen Volskverhetzung anzuzeigen (sind die Brandenburger eigentlich ein Volk?).
Informationsfreiheit mit Hindernissen
Das Informationsfreiheitsgesetz ist in der Theorie eine gute Idee, um öffentliche Kontrolle und Transparenz bürkoratischer Entscheidungen zu verbessern. In der Praxis suchen sich die Behörden, die sich ungerne bei der Arbeit auf die Finger schauen lassen, immer wieder neue Absurditäten aus, um eine Offenlegung von Informationen zu verhindern. Jüngst wurde dafür auch das Urheberrecht entdeckt.Um die Freiheit von Informationen in China sorgt sich auch die deutsche Industrie. Ihr glaubt, es geht um mangelnde Demokratie, Zensur und die Verletzung von Menschenrechten? Weit gefehlt! Der deutschen Industrie gibt es in China zu viel Freiheit der Information, wenn es um industrielles Wissen geht. Bundeskanzlerin Merkel wird aufgefordert, klare Worte in Sachen Technologietransfer an die chinesische Führung zu richten. Übrigens zahlt Europa China bis heute keine Lizenzgebühren für so wichtige "illegale Technologietransfers", wie das heute wohl zu heißen scheint, wie Schwarzpulver oder Papiergeld.
Vom laschen Umgang mit "geistigem Eigentum" mal abgesehen, ist man bei der deutschen Industrie jedoch voll des Lobes für China:
Von Vorteil sei auch der große Arbeitswille vieler Chinesen. „Die arbeiten täglich 10 bis 12 Stunden, wenn es sein muß, an sieben Tagen in der Woche.“
Quelle: FAZ.NET
Die DENIC eG - Verwalterin der Top-Level-Domain-Adresse .de in Deutschland - wirft den Telefonanbietern eine absichtliches Bremsen der Internetentwicklung vor. Der Grund: Die seit längerem existierende Technik des Telephone Number Mapping (ENUM), die das Zuordnen einer Telefonnummer auf eine bestimmte Internet-Adresse ermöglicht, wird bisher von keinem Telefonprovider angeboten. Und das hat wahrscheinlich gute Gründe:
Der Nachteil dieser Brückentechnologie für die Provider: Telefonieren alle Telefonteilnehmer per Internet, können die Unternehmen kein Geld mehr mit den Telefonaten verdienen.
Quelle: netzeitung.de
Wiki-Ontologie
Die deutschsprachige Wikipedia feiert ihren 400.000 Artikel und das Wachstum ist nach wie vor ungebrochen. Den sich auftürmende Berg von Wiki-Informationen semantisch zu verknüpfen ist das Ziel von wiki.ontoworld.org. Die semantischen Beziehungen von Artikeln untereinander sehen z.B. so aus:San Diego Is a city +
San Diego Is located in California +, and United States +
San Diego Is county seat of San Diego County +
San Diego Is named after San Diego de Alcala +
San Diego Is location of WikiSym 2005 +, San Diego Zoo +, and San Diego Chargers +
Quelle: wiki.ontoworld.org
So sollen sich künftig spezielle Anfragen wie eine Liste aller Personen, nach denen ein Asteroid benannt wurde, automatisch erstellen lassen. Daneben werden nicht nur die Beziehungen zu anderen Artikeln klassifiziert, sondern diesen auch Eigenschaften zugeordnet. Um das Beispiel San Diego zu zitieren:
Population: 1,305,737 +
Climate: temperate +
Features: many beaches +, and sunny weather +
Coordinates: 32°42′54″ N, 117°9′45″ W (32.715° N, 117.163° W) + find maps Google Maps Mapquest
Elevation above sea level: 12.8 m (0.0128 km, 0.00795 miles) +
Area: 963.6 km² (96,360 ha, 372.048 miles²) +
Land area: 840 km² (84,000 ha, 324.326 miles²) +
Water area: 123.5 km² (12,350 ha, 47.684 miles²) +
Nicht zuletzt wäre eine Wikipedia-Ontologie, auch eine recht umfassende Ontologie der Welt, schließlich handelt es sich um ein universelles Lexikon:
Die Wikipedia-Ontologie lässt sich auch außerhalb der Enzyklopädie nutzen, denn sie kann im Standard-Format RDF (Resource Description Framework) exportiert werden. Dadurch würde sie eine seit langem bestehende Lücke der Künstlichen-Intelligenz-Forschung schließen. Denn Anwendungen wie Spracherkennung, intelligente Suchmaschinen, automatisches Auffinden von Inhalten in unstrukturierten Texten („Text Mining“) sowie maschinelle Übersetzungen kranken seit Jahrzehnten daran, dass Sprachverstehen nicht ohne Weltverstehen funktioniert.
Quelle: Technology Review
MacBooks, freier Porno und morsende Mösen
Apple hat sein neues MacBook vorgestellt. Doch selbst die Mac-Fanboys des FUCKUP Wikis sind nicht gerade begeistert. Die Farbe des rund 200 Euro teureren schwarzen MacBooks, das darüberhinaus nur eine 20 GB größere Festplatte anzubieten hat, ist ihr Geld auch nicht wirklich wert. Derweil macht sich in der Community weiter unbeliegt, in dem es den Kernel von Mac OS X zu porprietärer Software erklärt. Mac OS X erweist sich als äußerst lahm gegenüber Windows und GNU/Linux und Fefe zweifelt am geistigen Gesundheitszustand der "Maccies" - Apple selbst jedoch offenbar auch.Sex, Drugs & Compiler Construction weist auf einen "feministischen Porno" unter freier Creative-Commons-Lizenz hin. Eine solche gleich doppelte politische Korrektheit ist bei Pornos eher selten ;) ...
Nur die morsenden Mösen der Projektgruppe "Feuchte Wiesen" als neue Form der weiblichen Kommunikation können da noch mithalten:
Frauen befinden sich auf dem Weg zu neuen Formen der Kommunikation und Vernetzung. Einerseits sind sie gewohnt die bestehenden, bislang männlich besetzten Kommunikationsstrategien zu verfolgen, andererseits bemerken sie aber, dass diese oft nicht funktionieren und auch zu stark einschränken.
Hackmeck - 19. Mai, 04:32
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
bitter_twisted - 19. Mai, 18:07
Von Rechtsestremismus geredet,
Der Fall Ermyas M ist ziemlich ausgiebig nun als Schlägerei zwischen Besoffenen dokumentiert, in der das Opfer vorher ua. aus einen Bus abgesetzt worden war, weil er Ärger machte, und schließlich sich mit zwei Türsteher die so besoffen wie er waren angepöbelt hatte.
Arne Hoffmann erzählt von den Italiäner, der laut allen Deutschen Tageszeitungen von Glatzköpfigen Nazis zusammen geschlagen war, schließlich laut Videoüberwachungskamera alleine und selbstverschuldet auf die Gleise gefallen war.
http://arnehoffmann.blogspot.com/
Arne Hoffmann erzählt von den Italiäner, der laut allen Deutschen Tageszeitungen von Glatzköpfigen Nazis zusammen geschlagen war, schließlich laut Videoüberwachungskamera alleine und selbstverschuldet auf die Gleise gefallen war.
http://arnehoffmann.blogspot.com/
maloXP - 19. Mai, 22:19
Recht haste,
... und wenn man genauer hinschaut, gibt es auch gar keine rechtsextrem motivierten Gewalttaten in Deutschland. Ein nach wie vor nicht aufgeklärter Fall und einer, der diese These stützt sind schließlich repräsentativ genug. Die Neger und Ithakas sind schließlich selber schuld, wenn sie
a) in dieses Land kommen und
b) Prügeleien anfangen.
*börp* Wirt! Noch eine Runde für den Stammtisch!
a) in dieses Land kommen und
b) Prügeleien anfangen.
*börp* Wirt! Noch eine Runde für den Stammtisch!


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