Indonesien verbietet "pornhaftes Verhalten"
Die FAZ berichtet über eine indonesische "Porno-Aktion". Die Regierung des muslimischen Landes fühlt sich durch liberale westliche Kultureinflüsse bedroht und will daher nicht nur pornografische Darstellungen, sondern auch anzügliches Verhalten und "pornografische" Kleidung verbieten. So sollen nach dem Gesetzentwurf öffentliche Zungenküsse, Hüftschwünge und Dekolletés verboten sein. Als heikle Gratwanderung stellt sich dabei der Umgang mit den kulturell vielfältigen Minderheiten und dem damit verbundenen westlichen Tourismus dar:
Neben einem Verbot westlicher Tanktops würden zudem auch traditionelle Trachten vieler indonesischer Völker unter die Kategorie „Porno” fallen. Nicht nur die hinduistischen Balinesen sehen ihre Kultur unter „Pornographie-Generalverdacht” gestellt und bangen um die Einnahmen aus dem Tourismus.
Nach ersten wütenden Protesten wurde den Provinzen Bali und Papua ein Sonderstatus zugesichert: „Pornographie” und „Pornoaktion” sollen dort erlaubt sein, so sie denn entweder „rituelle Handlungen” oder westliche Touristen betreffen. Daß die „Insel der Götter” damit mehr oder weniger zur „Porno-Insel” erklärt wird, wo erlaubt ist, was andernorts verboten wird, scheint den zuständigen Parlamentsausschuß nicht weiter zu beunruhigen.
Quelle: FAZ.NET
Der sehr lesenwerte Artikel zeigt, wie sich durch die Zuspitzung des dichotomisierten "Kampf der Kulturen" und die Wahrnehmung eines westlichen, islamische Werte torpedierenden "Kulturimperialismus", ein intoleranter "Mainstream" des Islams auch in traditionell eher tolerant-muslimischen Ländern wie Indonesien durchsetzt. Dieser "Sharia-Islam" wird dabei selbst zur Bedrohung für die reichhaltige pluralistische Kulturtradition dieser Länder.
Neben einem Verbot westlicher Tanktops würden zudem auch traditionelle Trachten vieler indonesischer Völker unter die Kategorie „Porno” fallen. Nicht nur die hinduistischen Balinesen sehen ihre Kultur unter „Pornographie-Generalverdacht” gestellt und bangen um die Einnahmen aus dem Tourismus.
Nach ersten wütenden Protesten wurde den Provinzen Bali und Papua ein Sonderstatus zugesichert: „Pornographie” und „Pornoaktion” sollen dort erlaubt sein, so sie denn entweder „rituelle Handlungen” oder westliche Touristen betreffen. Daß die „Insel der Götter” damit mehr oder weniger zur „Porno-Insel” erklärt wird, wo erlaubt ist, was andernorts verboten wird, scheint den zuständigen Parlamentsausschuß nicht weiter zu beunruhigen.
Quelle: FAZ.NET
Der sehr lesenwerte Artikel zeigt, wie sich durch die Zuspitzung des dichotomisierten "Kampf der Kulturen" und die Wahrnehmung eines westlichen, islamische Werte torpedierenden "Kulturimperialismus", ein intoleranter "Mainstream" des Islams auch in traditionell eher tolerant-muslimischen Ländern wie Indonesien durchsetzt. Dieser "Sharia-Islam" wird dabei selbst zur Bedrohung für die reichhaltige pluralistische Kulturtradition dieser Länder.
Hackmeck - 10. Apr, 18:35
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks

