Apple wird 30: Kein Grund zum Feiern
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Von SPON bis zur Süddeutschen Zeitung wird gejubelt: Apple Computer wird 30 Jahre alt. Ich möchte hier mal zusammentragen, warum das kein Grund zum Feiern ist.
Einige Apple-Fans sehen sich als die Underdogs, die zusammen mit ihrem Idol und Anführer Steve Jobs gegen die Monopolstellung von Microsoft und den Rest der unkreativen Welt ankämpfen. Doch unter der schönen Fassade von Kreativität und Freiheit ist auch die scheinbar alternative Computerschmiede aus Cupertino nichts weiter als eine ganz normale Firma, die ganz normale schmutzige Geschäftspraktiken anwendet, um ihre Aktionäre zufriedenzustellen.
Aus den Datenschutzbestimmungen Apples
Apples Datenschutzbestimmungen sind der Hammer. Die Firma wäre reif für jeden Big Brother Award. Die schlimmsten Passagen habe ich hier mal zusammengestellt. Apples Musikplayersoftware iTunes kam in die Schlagzeile weil sie ungefragt Daten an Apple sendete.
Beim Erheben von Daten, die dann natürlich unter die katastrophen Datenschutzbestimmugen Apples fallen, ist man nicht zimperlich: Es wird erfasst, wo es nur geht - ob sinnvoll oder nicht. So ist es beispielsweise nötig eine Apple-ID - u.a. mit voller Adresse, E-Mail-Adresse und Kreditkartennummer (falls man die Apple-ID im Music Store nutzen will) - anzulegen, wenn man die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung Apples in Anspruch nehmen will. Aber auch in völlig absurden Fällen ist das der Fall. Wer beispielsweise einen Podcast für das Verzeichnis des iTunes Music Stores vorschlagen möchte, muss ebenfalls eine Apple-ID beantragen. Wer ohne sie den Music Store nutzen will, z.B. um die dort verzeichneten frei abrufbaren Podcasts zu hören, wird in unregelmäßigen Abständen genervt: Man solle sich endlich eine Apple-ID anlegen. Dabei werden die angehörten Podcasts dreist unterbrochen. Wohlgemerkt: Es handelt sich um fremde, kostenlos abrufbare Podcasts, die nicht von Apple gehostet werden.
In Apples Music Store gibt es DRM-verküppelte Musik. Das bedeutet, der Rechteinhaber und nicht mehr der User entscheidet, was mit der legal erworbenen Musik geschieht. Dazu nutzt Apple ein eigenes proprietäres, nicht offengelegtes Verfahren. Die einzigen Mp3-Player, die Apples DRM unterstützen, sind die iPods von Apple. In Apples Music Store erworbene Songs können also nur auf Apple-Geräten abgespielt werden. Als Dateiformat nutzt Apple das patentbelastete AAC-Format, das Apple unbedingt gegen die ebenso proprietäre Konkurrenz von Microsoft und Real durchsetzen möchte. Die Etablierung patentfreier Alternativen wie das technisch sehr effiziente Ogg-Vorbis-Format werden aktiv verhindert. Viele andere Mp3-Player unterstützen Ogg Vorbis - der iPod nicht. Selbst iTunes spielt Ogg Vorbis nur mit einem Plugin ab, dass nachinstalliert werden muss. Andere populäre Mp3-Player für den PC wie Winamp unterstützen das freie Format schon lange standardmäßig.
Mit der Urheberrechtsreform in Frankreich soll dort nun ein Gesetz Anbieter von Mp3-Dateien wie Apple dazu zwingen, dass diese auf allen Geräten abspielbar sind, worauf Apple Frankreich den Krieg erklärte. Dabei wird es auch von der US-Regierung unterstützt. Steve Jobs sah die Sache vor gar nicht langer Zeit mal ganz anders.
Digital Research wurde wegen GEM von Apple verklagt und musste die PC-Variante, d. h. den Dateimanager „Desktop“, bis zur Unbrauchbarkeit verstümmeln. Erst dadurch gewann die konkurrierende Benutzeroberfäche Microsoft Windows an Bedeutung.
Quelle: Wikipedia
Auch heute noch verhindert Apple mit seinen Patentansprüchen Innovation bei Konkurrenten. So konnte die freie Desktop-Oberfläche GNOME die von Mac OS X bekannte Technik der "spring loaded folders" aufgrund eines Apple-Patents nicht in GNOME integrieren.
Nachtrag vom 2. April 2006:
Als ich den Beitrag schrieb, habe ich natürlich nicht alle Sünden Apples aufgezählt. Einige habe ich vergessen, andere kannte ich noch gar nicht. Macbenutzer Hans-Hasso Stamer machte im Usenet z.B. auf diese Unverschämtheit Apples den Kunden gegenüber aufmerksam:
Apple-User kennen noch mehr "Sündenfälle": den G4-Roadblock z.B., als Apple ein Firmware-Update verteilte, was "heimlich" verhinderte, daß man in einen G3 einfach einen G4-Prozessor einbauen konnte. Es gab einen Proteststurm damals.
Einen Link dazu habe ich auch gefunden.
Das ist nun schon lange her. Weniger weit zurück liegt jedoch Apples juristisches Vorgehen gegen den damals 19jährigen Betreiber der Fanwebsites AppleInsider, PowerPage und ThinkSecret, an das mich Ryo in den Kommentaren erinnert hat.
Auch sonst mag Apple Offenheit und Transparenz ebensowenig wie jedes andere IT-Unternehmen, verklagt Plaudertaschen und lässt unliebsame Links entfernen.
Auch gegen Mac-OS-Benutzer, die ihre Oberfläche mittels Themes an individuelle Bedürfnisse anpassen wollten, scheint Apple etwas zu haben und verklagte mit einem Patent im Rücken die Theme-Entwickler 2001.
Es gibt noch mehr? Immer her damit! Bitte beachtet aber auch mein grundsätzliches Statement zu diesem Beitrag in den Kommentaren.
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Von SPON bis zur Süddeutschen Zeitung wird gejubelt: Apple Computer wird 30 Jahre alt. Ich möchte hier mal zusammentragen, warum das kein Grund zum Feiern ist.
Einige Apple-Fans sehen sich als die Underdogs, die zusammen mit ihrem Idol und Anführer Steve Jobs gegen die Monopolstellung von Microsoft und den Rest der unkreativen Welt ankämpfen. Doch unter der schönen Fassade von Kreativität und Freiheit ist auch die scheinbar alternative Computerschmiede aus Cupertino nichts weiter als eine ganz normale Firma, die ganz normale schmutzige Geschäftspraktiken anwendet, um ihre Aktionäre zufriedenzustellen.
Thema Datenschutz
[...] Daneben nutzen wir Ihre persönlichen Daten, um Sie über die neuesten Produktankündigungen, Software-Aktualisierungen, Sonderangebote und sonstige Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, die nach unserer Einschätzung interessant für Sie sind. Dies kann gelegentlich auch Informationen über Produkte und Leistungen anderer IT-Unternehmen umfassen, die den Wert Ihrer Apple Produkte erhöhen können. Von Zeit zu Zeit nehmen wir ggf. mit Hilfe Ihrer persönlichen Daten Kontakt zu Ihnen auf, um Sie in ein Marktforschungsprojekt einzubinden. [...] Wir nutzen verschiedene Gelegenheiten, um Daten über Sie zu erfassen. Beispielsweise bitten wir Sie um die Angabe Ihrer Adressinformationen, wenn Sie mit uns korrespondieren oder uns anrufen, einen Kauf tätigen, sich für ein Seminar anmelden oder an einer Online-Umfrage teilnehmen. Außerdem erfassen wir die von Ihnen bereitgestellten Informationen, wenn Sie ein neues Apple Produkt registrieren, sich bei den Apple Internet-Diensten anmelden oder um die Aufnahme in eine E-Mailingliste bitten. [...] Da Apple weltweit tätig ist, werden die von Ihnen bereitgestellten persönlichen Daten ggf. an andere Apple Niederlassungen weltweit weitergeleitet. [...] In bestimmten Fällen gibt Apple Ihre persönlichen Kontaktinformationen ggf. an sorgfältig ausgewählte IT-Unternehmen weiter, um Sie über verwandte Produkte und Leistungen auf dem Laufenden zu halten. [...] Apple arbeitet mit anderen Unternehmen zusammen, die uns dabei unterstützen, Apple Produkte und Leistungen für Sie bereitzustellen. An diese Unternehmen geben wir ggf. Ihre persönlichen Daten weiter. [...] Außerdem können wir Informationen über Sie offenlegen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies im öffentlichen Interesse liegt. [...]Aus den Datenschutzbestimmungen Apples
Apples Datenschutzbestimmungen sind der Hammer. Die Firma wäre reif für jeden Big Brother Award. Die schlimmsten Passagen habe ich hier mal zusammengestellt. Apples Musikplayersoftware iTunes kam in die Schlagzeile weil sie ungefragt Daten an Apple sendete.
Beim Erheben von Daten, die dann natürlich unter die katastrophen Datenschutzbestimmugen Apples fallen, ist man nicht zimperlich: Es wird erfasst, wo es nur geht - ob sinnvoll oder nicht. So ist es beispielsweise nötig eine Apple-ID - u.a. mit voller Adresse, E-Mail-Adresse und Kreditkartennummer (falls man die Apple-ID im Music Store nutzen will) - anzulegen, wenn man die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung Apples in Anspruch nehmen will. Aber auch in völlig absurden Fällen ist das der Fall. Wer beispielsweise einen Podcast für das Verzeichnis des iTunes Music Stores vorschlagen möchte, muss ebenfalls eine Apple-ID beantragen. Wer ohne sie den Music Store nutzen will, z.B. um die dort verzeichneten frei abrufbaren Podcasts zu hören, wird in unregelmäßigen Abständen genervt: Man solle sich endlich eine Apple-ID anlegen. Dabei werden die angehörten Podcasts dreist unterbrochen. Wohlgemerkt: Es handelt sich um fremde, kostenlos abrufbare Podcasts, die nicht von Apple gehostet werden.
Apple reißt an sich
Apple versucht wo es nur geht seine proprietären Standards durchzusetzen. Beispiel iPod, iTunes und Apples proprietäres Digital-Rights-Management (DRM)-System: Wer einen iPod kauft, kann diesen unter Windows und Mac OS X nur mit iTunes vernünftig benutzen. Wer iTunes installiert, muss Apples QuickTimes installieren - eine Shareware, die einen regelmäßig mit der Aufforderung nervt, man solle sich die kostenpflichtige Pro-Version besorgen. Das QuickTime-Logo nistet sich unter Windows auch gleich ungefragt in der Taskleiste ein. Die Option dies zu deaktivieren, ist gut versteckt. Doch selbst wenn man die Option mal gefunden hat, bedeutet das Verschwinden des QuickTime-Logos noch nicht, dass die QuickTime-Bibliotheken nicht nach jedem Windows-Start automatisch im Hintergrund geladen werden und so Speicherplatz verbrauchen. Um dies zu verhindern ist ein manueller Eingriff in die Windows-Registry erforderlich.In Apples Music Store gibt es DRM-verküppelte Musik. Das bedeutet, der Rechteinhaber und nicht mehr der User entscheidet, was mit der legal erworbenen Musik geschieht. Dazu nutzt Apple ein eigenes proprietäres, nicht offengelegtes Verfahren. Die einzigen Mp3-Player, die Apples DRM unterstützen, sind die iPods von Apple. In Apples Music Store erworbene Songs können also nur auf Apple-Geräten abgespielt werden. Als Dateiformat nutzt Apple das patentbelastete AAC-Format, das Apple unbedingt gegen die ebenso proprietäre Konkurrenz von Microsoft und Real durchsetzen möchte. Die Etablierung patentfreier Alternativen wie das technisch sehr effiziente Ogg-Vorbis-Format werden aktiv verhindert. Viele andere Mp3-Player unterstützen Ogg Vorbis - der iPod nicht. Selbst iTunes spielt Ogg Vorbis nur mit einem Plugin ab, dass nachinstalliert werden muss. Andere populäre Mp3-Player für den PC wie Winamp unterstützen das freie Format schon lange standardmäßig.
Mit der Urheberrechtsreform in Frankreich soll dort nun ein Gesetz Anbieter von Mp3-Dateien wie Apple dazu zwingen, dass diese auf allen Geräten abspielbar sind, worauf Apple Frankreich den Krieg erklärte. Dabei wird es auch von der US-Regierung unterstützt. Steve Jobs sah die Sache vor gar nicht langer Zeit mal ganz anders.
Apple, die Patentkrake
Apple ist im Besitz zahlreicher Software- und anderer Patente. Erst kürzlich wurde Apples Antrag auf ein Patent für automatische Softwareupdates genehmigt. Auch sonst mutet das eine oder andere Patent eher trivial an. Schon früh versuchte Apple mittels des angemeldeten "geistigen Eigentums" Konkurrenten aus dem Weg zu räumen:Digital Research wurde wegen GEM von Apple verklagt und musste die PC-Variante, d. h. den Dateimanager „Desktop“, bis zur Unbrauchbarkeit verstümmeln. Erst dadurch gewann die konkurrierende Benutzeroberfäche Microsoft Windows an Bedeutung.
Quelle: Wikipedia
Auch heute noch verhindert Apple mit seinen Patentansprüchen Innovation bei Konkurrenten. So konnte die freie Desktop-Oberfläche GNOME die von Mac OS X bekannte Technik der "spring loaded folders" aufgrund eines Apple-Patents nicht in GNOME integrieren.
Apple und Freie Software
Apple stellt sich manchmal als Förderer freier Softwareprojekte dar. Zwar nutzt Apple einige Freie Software für eigene Produkte - an die Community zurück kommt aber fast nichts.Apple und die Technik
Lange Zeit hörte ich Mac-User von der unglaublichen Überlegenheit der PowerPC-Prozessoren gegenüber den Chips von Intel und AMD schwärmen. Mit dem Switch auf Intel hat sich das ja nun erledigt. Was bleibt noch als Unterscheidungsmerkmal? Mac OS X und das Design. Gegen das Design der Hardware möchte ich nichts sagen. Apple-Rechner sehen größtenteils schick aus. Aber schauen wir unter die Haube: Ist Mac OS X der Durchbruch aim Bereich Betriebssysteme? Fassen wir zusammen: Macs brauchen genauso Wartung wie jedes andere System auch. Apples Sicherheitsrichtlinien sind katastrophal, sodass selbst Microsoft ihnen Nachhilfe in Sachen Sicherheitspolicy gibt - und das zu recht. Apples Browser Safari ist qua Design nicht wirklich sicherer als der Internet Explorer (!). Auch unter Mac OS X gibt es teilweise haarsträubende Fehler und einige davon wurden in anderen UNIX-Distributionen schon vor 15 Jahren gefixt.Nachtrag vom 2. April 2006:
Als ich den Beitrag schrieb, habe ich natürlich nicht alle Sünden Apples aufgezählt. Einige habe ich vergessen, andere kannte ich noch gar nicht. Macbenutzer Hans-Hasso Stamer machte im Usenet z.B. auf diese Unverschämtheit Apples den Kunden gegenüber aufmerksam:
Apple-User kennen noch mehr "Sündenfälle": den G4-Roadblock z.B., als Apple ein Firmware-Update verteilte, was "heimlich" verhinderte, daß man in einen G3 einfach einen G4-Prozessor einbauen konnte. Es gab einen Proteststurm damals.
Einen Link dazu habe ich auch gefunden.
Das ist nun schon lange her. Weniger weit zurück liegt jedoch Apples juristisches Vorgehen gegen den damals 19jährigen Betreiber der Fanwebsites AppleInsider, PowerPage und ThinkSecret, an das mich Ryo in den Kommentaren erinnert hat.
Auch sonst mag Apple Offenheit und Transparenz ebensowenig wie jedes andere IT-Unternehmen, verklagt Plaudertaschen und lässt unliebsame Links entfernen.
Auch gegen Mac-OS-Benutzer, die ihre Oberfläche mittels Themes an individuelle Bedürfnisse anpassen wollten, scheint Apple etwas zu haben und verklagte mit einem Patent im Rücken die Theme-Entwickler 2001.
Es gibt noch mehr? Immer her damit! Bitte beachtet aber auch mein grundsätzliches Statement zu diesem Beitrag in den Kommentaren.
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Hackmeck - 1. Apr, 15:29

