"Digitale Enteignung" - den Angstschweiß auf der Stirn

Bildquelle: gulli.com
Eigentlich paradox, der Kommunismus ist an diesem Versuch gescheitert. Nun soll die Idee also mit den Mitteln des digitalen Kapitalismus umgesetzt werden.
Peter Glaser
Das digitale Zeitalter hat einiges verändert, insbesondere den Umgang mit "geistigem Eigentum". So weit sind sich alle einig. Gerne wird daher zur Zeit von einer neuen Epoche gesprochen. Einer postbürgerlichen Epoche. Und was war immer die Urangst des Kleinbürgers in dieser seiner Epoche? Die Entgeignung seines mühsam zusammengetragenen Eigentums. Vielleicht sprechen daher jetzt alle Seiten von der "Entgeignung" des digitalen Zeitalters.
Peter Glaser spricht in seinem Blog von der Entgeignung des Konsumenten durch die Industrie. Diese kann nämlich künftig über sogenannte DRM-Verfahren genau kontrollieren, wann wie und wo ein Konsument die erworbenen (oder in diesem Fall besser: geliehenen) Inhalte abspielen und kopieren darf. Passend dazu heißt es in der Werbekampagne von Napster dann auch "Own nothing - have everything".
Das Netz ist postbürgerlich. Und das ist nicht gut für den Autor und sein Eigentum.
Eckhard Fuhr
Von einer Enteignung ganz anderer Art spricht Eckhard Fuhr in der Welt. Den Angstschweiß auf der Stirn des Redakteurs der um "sein geistigen Eigentum" bangt, kann man förmlich aus dem Artikel herauslesen. Für ihn steht der Untergang des Abendlandes bevor durch den "anarchischen Angriff" des digitalen, postbürgerlichen Zeitalters. Und das "geistige Eigentum" wird von ihm zu nichts weniger als dem "Kern europäischer Kultur" erhoben.
Nachtrag:
Währendessen brummt die Blogosphäre. Spreeblick z.B. haut der Musikindustrie voll in die Fresse, netzpolitik.org sammelt sämtliche Reaktionen in den Medien auf die Urheberrechtsnovelle der Bundesregierung.
Hackmeck - 25. Mrz, 13:25
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