Social Web: Wo bleibt das deutsche myspace.com?
Nun ist es ja nicht schwer, das gesamte menschliche Handeln auf den Fortpflanzungstrieb zurückzuführen.
Quelle: intern.de
Vielleicht ist das der Grund, warum sich das sog. Social Web mit Anwendungen wie MySpace.com zu der neuen "Killerapplikation" des Webs entwickeln. Außerdem merke ich, wie ich mich mit meinen 23 Jahren schon alt fühle, wenn ich offenbar ganz grundsätzliche Entwicklungen unter Jugendlichen überhaupt nicht mehr mitbekomme. Die Zeit berichtet heute beispielsweise unter der Überschrift "Die Eingeborenen des Internets":
Lunarstorm vermittelt einen Eindruck davon, mit welcher Macht sich die Medienwelt verändert – und was die Eingeborenen des Internet antreibt. Lunarstorm ist zwar bloß eine schwedische Internet-Plattform für Jugendliche. Doch ihr Erfolg verdient keinen anderen Begriff als gigantisch. 80 Prozent aller schwedischen Teenager zwischen 12 und 20 Jahren sind dort Mitglied, und sogar bei den 25-Jährigen gehört jeder Zweite zu den »Lunies«. Insgesamt hat die Plattform so viel Zuspruch, dass sie für 40 Prozent des schwedischen Internet-Verkehrs verantwortlich ist.
Quelle: zeit.de
Ich habe eben das erste Mal von Lunastorm gehört. Das deutsche MySpace-Phänomen fehlt noch. Aber es gibt offenbar bereits Inseln des "Social Networkings", die sich höchstwahrscheinlich virusartig ausbreiten werden. So las ich vor einiger Zeit bei gultsch.de:
98% der Jugendlich in meinen Wohnort sind bei Jappy angemeldet. Überall kann man dieses Wort hören. Egal ob man in der S-Bahn sitz, oder gerade Nachhilfe hat. Immer wieder hört man dieses Wort. Die gesamte Kommunikation scheint über Jappy abzulaufen. Wenn ich mich an den Computer setze, starte ich meinen Jabber-Client und checke meine E-Mails. Damit gehöre ich wohl zu den anderen 2%. Wenn die Schüler während des Deutschunterrichts im Computerraum eine Kurzgeschichte schreiben sollen, kann man davon ausgehen, das 80% sich erst einmal bei jappy einloggen.
Anders als Daniel von gultsch.de finde ich das jedoch nicht furchtbar, sondern ganz normal. Menschen haben sich immer vernetzt, früher real, heute zunehmend virtuell, weil das wohl in vielerlei Hinsicht einfacher ist. Die Ziele und die Inhalte der Kommunikation haben sich dabei allerdings nicht großartig verändert. Sicher, die Anbieter solcher Plattformen werden Reibach ohne Ende machen, ohne wirklich etwas zu leisten - einen Server hinzustellen, auf dem man ein Profil erstellen und mit anderen kommunizieren kann, ist keine große Kunst. Werbebudgets und Zufälle werden bestimmen, wer in den Rang des "deutschen MySpace" aufsteigen wird. Dabei reicht ein leichter Vorsprung, um diesen dann binnen kürzester Zeit zu einem echten Monopol auszubauen, da die Attraktivität und die Bekanntheit der Plattform quasi exponential mit der Anzahl der User ansteigt.
Einen positiven Aspekt kann ich all dem jedoch trotzdem abgewinnen, der auch in dem Zeit-Artikel angedeutet wird: Die neue Generation von Kindern und Jugendlichen vernetzt sich offenbar wieder zunehmend untereinander, statt sich passiv den Produkten der Medienindustrie, sei es das Fernsehen oder Kino, hinzugeben. Schon in meiner Generation höre ich immer öfter: "Eigentlich sehe ich überhaupt nicht mehr fern." 80% "Social Networker" sind meines Erachtens schon mal besser als 35% Soap-Süchtige.
Problematisch könnte allerdings die Macht solcher Plattformen werden, vor allem dann, wenn sie bestimmen, was beispielsweise eine für die Plattform angemessene Sprache oder Meinung ist. Auf einer Art "MySpace für Kinder", dem Habbo Hotel las ich z.B.:
Wir haben uns große Mühe gegeben, das Hotel mit hoher Sicherheit auszustatten.
Hier erfährst du mehr über unsere Moderatoren, den Wortfilter und wie wir deine persönlichen Daten schützen.
Gut, es handelt sich wie gesagt um eine Plattform für Kinder und es gibt gute Gründe diese vor gewissen Inhalten schützen zu wollen. Trotzdem behagt mir der Begriff "Wortfilter" überhaupt nicht.
Quelle: intern.de
Vielleicht ist das der Grund, warum sich das sog. Social Web mit Anwendungen wie MySpace.com zu der neuen "Killerapplikation" des Webs entwickeln. Außerdem merke ich, wie ich mich mit meinen 23 Jahren schon alt fühle, wenn ich offenbar ganz grundsätzliche Entwicklungen unter Jugendlichen überhaupt nicht mehr mitbekomme. Die Zeit berichtet heute beispielsweise unter der Überschrift "Die Eingeborenen des Internets":
Lunarstorm vermittelt einen Eindruck davon, mit welcher Macht sich die Medienwelt verändert – und was die Eingeborenen des Internet antreibt. Lunarstorm ist zwar bloß eine schwedische Internet-Plattform für Jugendliche. Doch ihr Erfolg verdient keinen anderen Begriff als gigantisch. 80 Prozent aller schwedischen Teenager zwischen 12 und 20 Jahren sind dort Mitglied, und sogar bei den 25-Jährigen gehört jeder Zweite zu den »Lunies«. Insgesamt hat die Plattform so viel Zuspruch, dass sie für 40 Prozent des schwedischen Internet-Verkehrs verantwortlich ist.
Quelle: zeit.de
Ich habe eben das erste Mal von Lunastorm gehört. Das deutsche MySpace-Phänomen fehlt noch. Aber es gibt offenbar bereits Inseln des "Social Networkings", die sich höchstwahrscheinlich virusartig ausbreiten werden. So las ich vor einiger Zeit bei gultsch.de:
98% der Jugendlich in meinen Wohnort sind bei Jappy angemeldet. Überall kann man dieses Wort hören. Egal ob man in der S-Bahn sitz, oder gerade Nachhilfe hat. Immer wieder hört man dieses Wort. Die gesamte Kommunikation scheint über Jappy abzulaufen. Wenn ich mich an den Computer setze, starte ich meinen Jabber-Client und checke meine E-Mails. Damit gehöre ich wohl zu den anderen 2%. Wenn die Schüler während des Deutschunterrichts im Computerraum eine Kurzgeschichte schreiben sollen, kann man davon ausgehen, das 80% sich erst einmal bei jappy einloggen.
Anders als Daniel von gultsch.de finde ich das jedoch nicht furchtbar, sondern ganz normal. Menschen haben sich immer vernetzt, früher real, heute zunehmend virtuell, weil das wohl in vielerlei Hinsicht einfacher ist. Die Ziele und die Inhalte der Kommunikation haben sich dabei allerdings nicht großartig verändert. Sicher, die Anbieter solcher Plattformen werden Reibach ohne Ende machen, ohne wirklich etwas zu leisten - einen Server hinzustellen, auf dem man ein Profil erstellen und mit anderen kommunizieren kann, ist keine große Kunst. Werbebudgets und Zufälle werden bestimmen, wer in den Rang des "deutschen MySpace" aufsteigen wird. Dabei reicht ein leichter Vorsprung, um diesen dann binnen kürzester Zeit zu einem echten Monopol auszubauen, da die Attraktivität und die Bekanntheit der Plattform quasi exponential mit der Anzahl der User ansteigt.
Einen positiven Aspekt kann ich all dem jedoch trotzdem abgewinnen, der auch in dem Zeit-Artikel angedeutet wird: Die neue Generation von Kindern und Jugendlichen vernetzt sich offenbar wieder zunehmend untereinander, statt sich passiv den Produkten der Medienindustrie, sei es das Fernsehen oder Kino, hinzugeben. Schon in meiner Generation höre ich immer öfter: "Eigentlich sehe ich überhaupt nicht mehr fern." 80% "Social Networker" sind meines Erachtens schon mal besser als 35% Soap-Süchtige.
Problematisch könnte allerdings die Macht solcher Plattformen werden, vor allem dann, wenn sie bestimmen, was beispielsweise eine für die Plattform angemessene Sprache oder Meinung ist. Auf einer Art "MySpace für Kinder", dem Habbo Hotel las ich z.B.:
Wir haben uns große Mühe gegeben, das Hotel mit hoher Sicherheit auszustatten.
Hier erfährst du mehr über unsere Moderatoren, den Wortfilter und wie wir deine persönlichen Daten schützen.
Gut, es handelt sich wie gesagt um eine Plattform für Kinder und es gibt gute Gründe diese vor gewissen Inhalten schützen zu wollen. Trotzdem behagt mir der Begriff "Wortfilter" überhaupt nicht.
Hackmeck - 22. Mrz, 07:49
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