Das letzte Gefecht?
Die Religion des geistigen Eigentums gegen die Wissensallmende

Dafür brauche es auch neue rechtliche Konzepte, in denen Allmendeformen nicht als Abfall, sondern als Essenz der Gesellschaftsordnung gelten.Philippe Aigrain laut Artikel bei Heise
Gut gesprochen. Unser jetztiges Gesellschaftsmodell hat versucht das System des matriellen Eigentums, wie es für das kapitalistische System grundlegend ist, auch auf den Bereich imatrieller Güter auszudehnen. Ein Erfinder beispielsweise, der ein Patent anmeldet und somit das Recht zur Anwendung eines Verfahrens besitzt, besitzt somit Wissen quasi exklusiv, so wie er auch einen Gegenstand ausschließlich alleine besitzt. Selbst wenn andere wissen, wie das Verfahren funktioniert - der Staat verhindert mit seinem Zwangsapperat, dass dieses Wissen angewendet werden darf. Es ist strafbar. Was nicht beachtet wurde, ist die Konzentration und Monopolisierung von Wissen. Wer viele Patente besitzt, verdient viel Geld, kann viele Anwälte beschäftigen und ist inzwischen auch nur noch so in der Lage seine Patentansprüche durchzusetzen und immer neue Patente anzumelden. Wie ein Sog saugen die neuen Patentungetüme, vor allem der Computerindustrie, immer größere Mengen von Wissen auf sich, um sie zu patentieren und so zu monopolisieren. Das kapitalistische Modell in seiner Reinform funktionierte nicht, da Kapital monopolisiert wurde, war erst einmal ein kleiner Wettbewerbsvorteil herausgearbeitet. Es benötigte Kartellbehörden, die einen Wettbewerb sicherstellten. Es ist nun meiner Meinung nach an der Zeit auch Kartellbehörden des Wissens zu schaffen, die einer Monopolisierung von "geistigem Eigentum" entgegenwirken. Denn das Wissen darum, wie immer komplexer werdende Industriegüter und deren Software funktionieren, ist heute de facto das wichtigste Kapital in vielen Bereichen der Wirtschaft. Wenn in diesen Bereichen Monopolisierung aufgehalten werden soll, brauchen wir eine staatlich - oder besser noch überstaatlich - regulierte, teilweise Offenlegung von Patenten.
Hackmeck - 21. Mrz, 05:08
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Tim (Gast) - 21. Mrz, 11:06
Wie das Rad, beruhen manche Softwarekonzepte auf ein "Aha"-Prinzip wonach die gefunde Lösung wirklich nur auf die gefundene Art gelöst werden kann, sprich z.B. One click Shopping by Amazon. Richter die Patente auf solche Konzepte zulassen schaden der Gesellschaft und Ihrem Beruf. Dass Richter zum Teil nur noch den finanziellen Interessen der Mächtigen nachgeben, ist die grosse Tragädie der Menschheit!
Ich gratuliere zum Beitrag.
Ich gratuliere zum Beitrag.
Hackmeck - 21. Mrz, 11:30
Apropos proprietäre Monopolo:
Zu der Zeit herrschte eine Konkurrenzsituation der Funksystemehersteller und Monopolisten Marconi und Telefunken. So war es den Schiffsfunkern nicht erlaubt, Funk- und sogar Notrufe von Schiffen mit dem jeweils anderen System anzunehmen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Morsecode#SOS
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Morsecode#SOS
messor - 21. Mrz, 13:25
Ebenso, guter Beitrag.
Die Idee mit dem Patent-Kartellamt find ich gelungen.
We love fuckup! keep on rockin'
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Hackmeck - 21. Mrz, 22:18
Danke für das Lob an euch beide! :)
Fellow Passenger - 25. Mrz, 19:33
Wir haben bereits eine vollständige Offenlegung von Patenten. Sobald ein Patent erteilt ist, veröffentlicht das Patentamt alle Unterlagen darüber.
Bei dem Gedanken an noch eine weiteren Behörde wird mir unwohl. Es wäre doch viel einfacher, die maximale Dauer eines Patents zu verkürzen. Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Vielleicht reichen ja auch zwei.
Bei dem Gedanken an noch eine weiteren Behörde wird mir unwohl. Es wäre doch viel einfacher, die maximale Dauer eines Patents zu verkürzen. Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Vielleicht reichen ja auch zwei.
Hackmeck - 26. Mrz, 08:04
Stimmt, das ist eigentlich noch besser.


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