Sociovision: Gesellschaft mit weniger Staat
Das "Manager Magazin" unterteilt in einem aktuellen Artikel unsere derzeitige Gesellschaft in vielerlei Gruppen, von denen ich einige als Student der Medienwissenschaft schon aus der Konsumforschung kenne. Da wären z.B. "Postmatrielle" (grüne Wählerschicht), "Moderne Peformer" (erfolgreiche FDP-Jungwähler) oder "Konsummaterialisten" (RTL2-Seher). Aber auch die DDR-Nostalgiker bilden hier eine eigene Gruppe. Grafisch aufbereitet soll das für unsere aktuelle Gesellschaft so aussehen. In einem weiteren Artikel geht das "Manager Magazin" dann der Frage nach, wie sich der Rückzug des Staates aus gesellschaftlichen Belangen auf die gesellschaftlichen Milieus auswirkt. Die Analyse in diesem Szenario: Die bügerliche Mitte droht wegzubrechen. Im Jahre 2020, so wird prognostiziert, soll unsere Gesellschaft ("Milieulandschaft") nach diesem Szenario so aussehen.
Eins ist klar: Arm und reich werden so weit auseinanderklaffen wie wir es in westlichen Gesellschaft nie gewohnt waren. Das wird sich natürlich auch auf die Milieus auswirken und die bügerliche Mitte scheint tatsächlich stark gefährdet. Ob wir aber im Jahre 2020 beispielsweise wirklich 7% Dealer haben und ob die dann tatsächlich ein eigenes Milieu bilden, bleibt meiner Meinung nach eher zweifelhaft.
Die beiden anderen Szenarien ("Renaissance des Sozialstaats") und eine Art anarchoutopistische Gesellschaft mit postmatrieller Elite scheinen derzeit weniger wahrscheinlich. Aber wer weiß - die Geschichte ist nicht vorherbestimmt. ;)
Alle Daten, auf die sich das Magazin bezieht, wurden von Sinus Sociovision erhoben und ausgewertet. Wie die gesellschaftlichen Milieus anderer Länder laut Sinus Sociovision aussehen, kann man hier sehen.
Eins ist klar: Arm und reich werden so weit auseinanderklaffen wie wir es in westlichen Gesellschaft nie gewohnt waren. Das wird sich natürlich auch auf die Milieus auswirken und die bügerliche Mitte scheint tatsächlich stark gefährdet. Ob wir aber im Jahre 2020 beispielsweise wirklich 7% Dealer haben und ob die dann tatsächlich ein eigenes Milieu bilden, bleibt meiner Meinung nach eher zweifelhaft.
Die beiden anderen Szenarien ("Renaissance des Sozialstaats") und eine Art anarchoutopistische Gesellschaft mit postmatrieller Elite scheinen derzeit weniger wahrscheinlich. Aber wer weiß - die Geschichte ist nicht vorherbestimmt. ;)
Alle Daten, auf die sich das Magazin bezieht, wurden von Sinus Sociovision erhoben und ausgewertet. Wie die gesellschaftlichen Milieus anderer Länder laut Sinus Sociovision aussehen, kann man hier sehen.
Hackmeck - 11. Mrz, 11:16
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
bazinho (Gast) - 11. Mrz, 12:05
Da haste echt was nettes raus gesucht. Die Sinus-Millieus hab ich auch schon immer interessant gefunden. Von mir aber noch zwei Ergänzungen:
Die Gruppe der Dealer umfasst ja nicht nur die illegalen Dorgenhändler, sondern ist weitergefasst. Und zwar als "allerlei Kleingewerbe" legal wie illegal. Da dürften dann auch beispielsweise Kiosk-Besitzer, ebay-powerseller, konzertkarten auf- und weiterverkäufer, die zig millionen betreiber nie gefüllter Internetcafes, private Partyserviceanbieter etc. drunter fallen. Also alle die sich durch Anpassung an das idealisierte Modell des Marktes aus der Ausgrenzung zubefreien versuchen.
Was das Auseinanderklaffen angeht, konnten wir diese Entwicklung ja bereits in dem zurückliegenden Jahrzehnt beobachten. Zumindest wenn man sich den Zwischenboom der New Economy inkl. der "Neuen Mitte" wegdenkt. Für kontinental europäische Staaten ist das zumindest für die Zeit nach 1960 wirklich neu. Wenn man sich aber mal den amerikanischen, westlichen Staat anschaut, dann sieht man, dass es dort nie eine "nivelierte Mittelschichtsgesellschaft" oder irgendwas in diese Richtung gab, sondern höchstens die Suggestion dieser in einer stark polarisierten zweidrittel Gesellschaft gegeben hat.
Die Gruppe der Dealer umfasst ja nicht nur die illegalen Dorgenhändler, sondern ist weitergefasst. Und zwar als "allerlei Kleingewerbe" legal wie illegal. Da dürften dann auch beispielsweise Kiosk-Besitzer, ebay-powerseller, konzertkarten auf- und weiterverkäufer, die zig millionen betreiber nie gefüllter Internetcafes, private Partyserviceanbieter etc. drunter fallen. Also alle die sich durch Anpassung an das idealisierte Modell des Marktes aus der Ausgrenzung zubefreien versuchen.
Was das Auseinanderklaffen angeht, konnten wir diese Entwicklung ja bereits in dem zurückliegenden Jahrzehnt beobachten. Zumindest wenn man sich den Zwischenboom der New Economy inkl. der "Neuen Mitte" wegdenkt. Für kontinental europäische Staaten ist das zumindest für die Zeit nach 1960 wirklich neu. Wenn man sich aber mal den amerikanischen, westlichen Staat anschaut, dann sieht man, dass es dort nie eine "nivelierte Mittelschichtsgesellschaft" oder irgendwas in diese Richtung gab, sondern höchstens die Suggestion dieser in einer stark polarisierten zweidrittel Gesellschaft gegeben hat.
Hackmeck - 11. Mrz, 14:53
>Die Gruppe der Dealer umfasst ja nicht nur die illegalen Dorgenhändler, sondern ist weitergefasst.
Jupp, du hast völlig recht. Das ist mir dann auch aufgefallen, als ich den Text dazu gelesen habe. ;)
Jupp, du hast völlig recht. Das ist mir dann auch aufgefallen, als ich den Text dazu gelesen habe. ;)


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