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Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt

Unser Gesellschaftsmodell, der Grundkonsens unseres Wirtschaftssystems, der gemütliche, konsensorientierte "rheinische Kapitalismus" mit der "Wir sitzen doch alle in einem Boot"-Mentalität gerät mächtig ins Wanken. Das Unbehagen wächts, selbst in konservativen Kreisen - Heuschrecken überall.

Der Grund ist meiner Meinung nach weniger die vielbeschworene wirtschaftliche Globalisierung, die de facto bereits seit dem Beginn der ersten Handelsstraßen stattfindet, als vielmehr die voranschreitende Rationalisierung und Automatisierung der industriellen Produktion, mit der eine welweit steigenden Produktivität bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit einhergeht. Um immer mehr Waren und Dienstleistungen bereitzustellen, werden immer weniger Menschen benötigt. Dies führt zu einem Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt: Das für den Kapitalismus fundamentale Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage gerät aus dem Lot. Es gibt ein Überangebot an Arbeitskräften und ein Unterangebot an Arbeitsplätzen. Dies wiederum erhöht natürlich den Druck auf die Arbeitnehmer:

Daher das ökonomische Paradoxon, daß das gewaltigste Mittel zur Verkürzung der Arbeitszeit [Automatisierung und Rationalisierung - Anmerkung von mir] in das unfehlbarste Mittel umschlägt, alle Lebenszeit des Arbeiters und seiner Familie in disponible Arbeitszeit für die Verwertung des Kapitals zu verwandeln.
Karl Marx

Die Löhne sinken, die Arbeitszeiten werden länger. Die wenige Arbeit, die noch vorhanden ist, wird von immer weniger Arbeinehmern für immer weniger Geld erledigt. Die weitere Folge: Ein Nachlassen der Kaufkraft und eine dadurch noch höhere Arbeitslosigkeit. Dieses System kann so nicht weiter bestehen.

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