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Dienstag, 17. Januar 2006

2005 war ein gutes Jahr

2005 war mal wieder ein gutes Jahr, zumindest für die deutschen Unternehmer. Das Einkommen durch Kapital und Geldvermögen stieg 2005 mal wieder kräftig um 6,1% gegenüber 2004, während die Löhne im Schnitt um 0,5% sanken. Deutschland war mal wieder Exportweltmeister und wird es auch 2006 bleiben. Die Produktivität stieg kräftig, genau wie der Umsatz der deutschen Industrie, während dort gleichzeitig 78.200 Stellen abgebaut wurden.

Wer also glaubt wir hätten eine Wirtschaftskrise, hat unrecht. Wir haben eine Verteilungkrise des größten je in Deutschland erwitschafteten Gesamteinkommens. Da immer mehr Wertschöpfung automatisiert durch Maschinen geleistet wird, funktioniert die Distribution des Wohlastands über Arbeit nicht mehr. Zu einem wie auch immer finanzierten Grundeinkommen unabhängig von geleisteter Arbeit besteht meiner Meinung nach keine Alternative.

Trackback URL:
http://fuckup.twoday.net/stories/1426897/modTrackback

guanako - 17. Jan, 22:24

naja...

die oben angegebenen zahlen sind so dermassen dreist zusammengelogen, dass da nun tatsächlich wirklich keinerlei veranlassung besteht, irgendetwas ändern zu wollen (oder zu müssen).

wer glaubt, dass nur 78.200 stellen flöten gegangen sind (und es nur 0,5 % lohnabstriche gab, während die unbezahlte zusatzarbeit ausgeweitet wurde), der glaubt auch, dass der weihnachtsmann den klapperstorch mimt und die kinderchen gleich mit daherbringt - gewickelt und geschniegelt!

Also wie immer alles noch im ultragrünen bereich... *gg*

Hackmeck - 18. Jan, 01:58

Die 78.200 abgebauten Stellen beziehen sich nur auf die "deutsche Industrie". Wer das genau ist, wird im Artikel noch näher erläutert:

Nach einzelnen Branchen betrachtet entwickelten sich die Gesamtumsätze laut Bundesamt überwiegend positiv. So wurde im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden ein Plus von 26,6 Prozent erzielt, bei der Metallerzeugung und -bearbeitung ein Zuwachs von 12,2 Prozent. Die Herstellung von Kraftwagen legte 10,4 und der Maschinenbau 8,4 Prozent zu.

Leicht unterdurchschnittlich sei dagegen das Umsatzplus zum Beispiel bei der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren mit 6,5 Prozent gewesen, berichten die Statistiker weiter. Deutlich unter dem Durchschnitt war die Umsatzentwicklung bei der Produktion chemischer Erzeugnisse (plus 4,5 Prozent) und im Textil- und Bekleidungsgewerbe (plus 3,2 Prozent). Im Ernährungsgewerbe (plus 1,7 Prozent) und im Papier-, Verlags- und Druckgewerbe (plus 1,5 Prozent) stiegen die Umsätze nur verhalten.


Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,395540,00.html
Brock Landers - 18. Jan, 00:56

2 (oder so) kurze ernstgemeinte fragen:
sind die obigen daten inflationsbereinigt?
wenn ja, welche inflationsdefinitionen und daten wurden verwendet?
(Inflation = inflationierung der geldmenge oder sog. gemessene inflation anhand eines willkürlich zusammengestellten und angepaßten warenkorbes und einer obendrein auch im euro-raum langsam aber sicher hedonistischen berechnung sowie weiteren angepaßten statistischen bereinigungen?)
gruß, brock
ps: ich will nicht besserwisserisch oder arrogant klingen, aber die sache ist einfach komplex. :)

Hackmeck - 18. Jan, 01:55

Zur Inflationsbereiningung:

In der REUTERS-Quelle steht leider nichts zum Thema Inflationsbereinigung ja/nein. Ich vermute aber mal, die Zahlen sind NICHT inflationsbereinigt, da geschrieben wird: "... haben die deutschen Arbeitnehmer erstmals seit der Wiedervereinigung weniger verdient als im Vorjahr". Das ist AFAIK nur richtig, wenn man die Daten ohne Berücksichtung der Inflation auswertet. Real sind die Löhne nach der Wiedervereinigung IIRC schon ein paar mal gesunken.
bembelkandidat - 18. Jan, 03:17

deine formulierung

"Wer also glaubt wir hätten eine Wirtschaftskrise, hat unrecht. Wir haben eine Verteilungkrise des größten je in Deutschland erwitschafteten Gesamteinkommens."
beschreibt die situation treffend, dem läßt sich kaum was hinzufügen!

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