Die zweite Wikipedia
So ein großes Ding war der viel zitierte Wikipedia-Rufmord an einem bis dato recht unbekannten amerikanischen Journalisten ja eigentlich auch nicht. Doch er wurde zum Anlass genommen immer wieder über die Qualität der Wikipedia zu diskutieren, vielleicht auch, weil er symptomatisch für die Probleme stand, die sich durch eine offene, frei veränderbare Enzyklopädie ergeben. Eine kleine Regelverschärfung in der internationalen Wikipedia hat es als vorläufiges Ergebnis der Diskussion um den Rufmord bereits gegeben. Nun kündigt Jimmy Wales eine weitere Konsequenz an: Neben der sich ständig ändernden und für jeden veränderbaren Wikipedia soll es auch eine von ausgewählten Usern betreute, fixe Wikipedia geben. Die jetztige Wikipedia wäre damit gewissermaßen nur ein Arbeitsentwurf, aus dem dann eine semiprofessionell betreute freie Enzyklopädie der besten Einträge regelmäßig aktualisiert würde. Das ganz erinnert mich etwas an das Konzept von Debian GNU/Linux: auch hier werden Softwarepakete der Distribution zunächst in einen expiremental-Zweig hochgeladen von dem sie dann zunächst nach unstable, dann nach testing und schließlich in die als stabil gekennzeichnete fertige Distribution wandern. Nur die Zwischenschritte fehlen bei dem Wikipedia-Modell.
Eine ähnliche Idee hatte bereits der "Wikipedia-Spalter" Ulrich Fuchs mit seiner Wikiweise-Enzyklopädie im April dieses Jahres. Und noch früher, im Januar, rief Torsten Kleinz in Telepolis zur Spaltung der Wikipedia auf.
Ziel von Jimmy Wales war es immer in erster Linie, eine freie Enzyklopädie hoher Qualität zu schaffen. Das Wiki-Prinzip war dabei nie ein Dogma und wurde vor allem gewählt, da das Vorgängerprojekt, die Nupedia, zu langsam wuchs. Mit der sehr großen Bekanntheit der Wikipedia scheint das alte moderierte Nupedia-Prinzip wieder an Attraktivität gewonnen zu haben.
Eine ähnliche Idee hatte bereits der "Wikipedia-Spalter" Ulrich Fuchs mit seiner Wikiweise-Enzyklopädie im April dieses Jahres. Und noch früher, im Januar, rief Torsten Kleinz in Telepolis zur Spaltung der Wikipedia auf.
Ziel von Jimmy Wales war es immer in erster Linie, eine freie Enzyklopädie hoher Qualität zu schaffen. Das Wiki-Prinzip war dabei nie ein Dogma und wurde vor allem gewählt, da das Vorgängerprojekt, die Nupedia, zu langsam wuchs. Mit der sehr großen Bekanntheit der Wikipedia scheint das alte moderierte Nupedia-Prinzip wieder an Attraktivität gewonnen zu haben.
Hackmeck - 19. Dez, 19:25
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