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elfboi (Gast) - 5. Feb, 14:49

Problem: Konservative

Ich sehe als Hauptproblem einfach die Konservativen, die den Arbeitskult völlig verinnerlicht haben, so daß sie das Ende der Vollbeschäftigung als Untergang der Zivilisation sehen.

Derartige Konservative gibt es nicht nur in der CDU/CSU, sondern auch in der SPD, eigentlich überall. Dahinter steckt die alte christliche Vorstellung, daß man von Gott dazu bestimmt sei, im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu essen, wobei es bei den Katholiken immerhin noch eine göttliche Strafe für die Ursünde ist, bei den Protestanten dann sogar noch viel extremer eine moralische Verpflichtung,,,

Hackmeck - 5. Feb, 15:13

Tja, sehr richtig. "Arbeit ist süß" sagte schon Luther. Das Christentum ist stark an diese Vorstellung von Arbeit als Erfüllung gebunden, während sie in der Antike beispielsweise als pure Last gesehen wurde:

In der Antike und noch im Mittelalter wurde Arbeit keineswegs als sinnstiftend, sondern eher als notwendiges Übel betrachtet. Das Mittel zur Selbstverwirklichung hieß Müßiggang. Unser heutiges Verständnis von Arbeit ist also noch sehr jung, und nun wird es radikal in Frage gestellt, da immer leistungsfähigere Maschinen uns zunehmend vom Joch der Arbeit befreien.

Klaus-Michael Kodalle

Erwerbsarbeit, galt den antiken Denkern als so ziemlich das Letzte. Man unterschied, wie heute wieder, Arbeit und Tätigkeit. Das eine sicherte die nackte Existenz und entsprang immer den Notwendigkeiten. Das andere hingegen beschrieb, was Menschen gern und freiwillig tun, selbst dann, wenn es besonderer Leistungen und Anstrengungen bedurfte. Bei den alten Germanen wurde das Wort für Knecht und Arbeit schließlich eins: orbu. Das englische Wort Labour hat seinen Ursprung im lateinischen labor. Labor heißt: Mühe.

Seit der Apostel Paulus sein „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ verkündete, ist die tägliche Mühe zur Pflicht geworden. Im sechsten Jahrhundert gründet Benedikt von Nursia den einflussreichsten Orden der Kirchengeschichte, den der Benediktiner. Ora et labora heißt deren Motto – beten und arbeiten. Sonst nichts. Darauf bauten die Erfolge des Abendlandes für viele Jahrhunderte. Doch trotz der allerchristlichsten Beschwörungen war Erwerbsarbeit bis zur Industrialisierung keineswegs der Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Dass sich die herrschende Klasse dem Müßiggang ergab, verstand sich von selbst, aber auch die Bevölkerung schuftete, allen Legenden zum Trotz, nicht wie verrückt. Im Mittelalter gab es wenigstens 50 strikt arbeitsfreie Tage im Jahr. Anstrengenden Arbeitsphasen, etwa in der Erntezeit, folgten längere Abschnitte, in denen nur wenig gearbeitet wurde.


Quelle: http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1763&MenuID=130&MagID=65&sid=su841421551985694469

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