Das Havard-Modell
Was macht Havard so erfolgreich? Als private und vollständig autonome Elite-Uni, lässt sie sich weder von Wirtschaft noch von der Politik eine Ökonomisierung der Forschung aufdrängen:
[...] Sollte hier ein Präsident auf die Idee kommen, wie es bei einigen unserer Rektoren leider in Mode gekommen ist, die Universität als eine Art mittelständisches Unternehmen auffassen zu wollen, in dem die einzelnen Abteilungen berichtspflichtig sind und nach ihrem ökonomischen Wert taxiert werden, er hätte in Harvard die gesamte Universität als einen Gegner vor sich. Es erscheint als nachgerade paradox, daß ausgerechnet hier, im gelobten Wunderland des Kapitalismus, die Ideale der alten Gelehrtenrepublik so hochgehalten werden - und enorme Erfolge feiern! -, während man sie bei uns bedenken- und gnadenlos zu Grabe trägt. Es ist in Harvard mit den Händen zu greifen, daß hier der einzelne Mensch, sei es ein studierender oder ein lehrender, wie auch in der Administration tätiger, seinen hohen Wert und seine Würde hat, und nicht nur, wie von unseren schneidigen Reformern aller Lager, als potentiell auszumerzender Kostenfaktor taxiert wird. [...] Wissenschaft kann nur da gedeihen, wo man dem einzelnen Freiräume schafft, wo man dem kreativen, nicht an einen sofort erkennbaren Nutzen gebundenen Geist erlaubt, kritische Fragen zu stellen und entsprechende Lösungen zu finden. Dann, und nur dann, wird sich auch das wissenschaftlich Neue, damit auch der Erfolg, ergeben, den unsere Planbürokraten, Verbandsfunktionäre und Hochschulpolitiker auf allen Ebenen so verbissen einfordern.
All jene, die immer nach "Amerika" und "Harvard" als Vorbild für die Reorganisation unserer Universitäten schreien, dabei aber nur die platte Ökonomisierung der Universitäten herbeireden wollen, sollten sich auf einen Realitätsschock gefaßt machen, wenn sie mit der Wirklichkeit einer amerikanischen Eliteuniversität wie Harvard konfrontiert werden. Denn Harvard zeigt gerade den Erfolg der klassischen "Volluniversität", welche die Reformer hierzulande mit aller Macht zerstören wollen. [...]
Quelle: UniSPIEGEL
[...] Sollte hier ein Präsident auf die Idee kommen, wie es bei einigen unserer Rektoren leider in Mode gekommen ist, die Universität als eine Art mittelständisches Unternehmen auffassen zu wollen, in dem die einzelnen Abteilungen berichtspflichtig sind und nach ihrem ökonomischen Wert taxiert werden, er hätte in Harvard die gesamte Universität als einen Gegner vor sich. Es erscheint als nachgerade paradox, daß ausgerechnet hier, im gelobten Wunderland des Kapitalismus, die Ideale der alten Gelehrtenrepublik so hochgehalten werden - und enorme Erfolge feiern! -, während man sie bei uns bedenken- und gnadenlos zu Grabe trägt. Es ist in Harvard mit den Händen zu greifen, daß hier der einzelne Mensch, sei es ein studierender oder ein lehrender, wie auch in der Administration tätiger, seinen hohen Wert und seine Würde hat, und nicht nur, wie von unseren schneidigen Reformern aller Lager, als potentiell auszumerzender Kostenfaktor taxiert wird. [...] Wissenschaft kann nur da gedeihen, wo man dem einzelnen Freiräume schafft, wo man dem kreativen, nicht an einen sofort erkennbaren Nutzen gebundenen Geist erlaubt, kritische Fragen zu stellen und entsprechende Lösungen zu finden. Dann, und nur dann, wird sich auch das wissenschaftlich Neue, damit auch der Erfolg, ergeben, den unsere Planbürokraten, Verbandsfunktionäre und Hochschulpolitiker auf allen Ebenen so verbissen einfordern.
All jene, die immer nach "Amerika" und "Harvard" als Vorbild für die Reorganisation unserer Universitäten schreien, dabei aber nur die platte Ökonomisierung der Universitäten herbeireden wollen, sollten sich auf einen Realitätsschock gefaßt machen, wenn sie mit der Wirklichkeit einer amerikanischen Eliteuniversität wie Harvard konfrontiert werden. Denn Harvard zeigt gerade den Erfolg der klassischen "Volluniversität", welche die Reformer hierzulande mit aller Macht zerstören wollen. [...]
Quelle: UniSPIEGEL
Hackmeck - 20. Nov, 17:04
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