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Donnerstag, 17. November 2005

Editwar: FDP vs. Wikipedia

Der Wikipedia-Artikel des FDP-Politikers Dirk Niebel wurde offenbar zunächst aus dem Umfeld der FDP manipuliert, indem eine kritische Passage gelöscht wurde. Als diese Manipulation auffiel und von Wikipedia-Benutzern rückgängig gemacht wurde, versuchte ein Mitarbeiter der FDP "im Auftrag des Generalsekretärs der FDP", wie diese selbst in einer E-Mail schrieb, mehrmals über den Tag hinweg von der IP-Adresse 217.110.45.10 den Artikel komplett kommentarlos zu löschen. Die Adresse gehört in den IP-Bereich der Bundesgeschäftstelle der FDP, wie whois verrät:


inetnum: 217.110.45.8 - 217.110.45.15
netname: DE-COLT-2100-59862843-BBBEHK-001
descr: FDP BUNDESGESCHAEFTSSTELLE
descr: REINHARDSTRASSE 14
descr: 10117 BERLIN
descr: --------------------------
descr: Trouble with SPAM ?
descr: email to abuse@de.colt.net
descr: --------------------------
country: DE
admin-c: HS829-RIPE
tech-c: HS829-RIPE
status: ASSIGNED PA
mnt-by: DE-COLT-MNT
source: RIPE # Filtered

person: Henry Steisskal
address: FDP BUNDESGESCHAEFTSSTELLE
address: REINHARDSTRASSE 14
address: 10117 BERLIN
address: DE
phone: +49 2241 349165
fax-no: +49 2241 349222
e-mail: steisskal@comdok.de
nic-hdl: HS829-RIPE
mnt-by: DE-COLT-MNT
source: RIPE # Filtered


Konkret geht es um eine Passage, in der Niebel unter Bezugnahme eines Berichts in der "Welt am Sonntag" vorgeworfen wird, Arbeit und Parteiinteressen miteinander verquickt zu haben. Der entsprechende Abschnitt wurde inzwischen vorsichtiger formuliert und als dikussionswürdig gekennzeichnet.

Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Dirk_Niebel

Nachtrag:
http://www.pcwelt.de/news/online/124405/
http://www.industrial-technology-and-witchcraft.de/index.php/ITW/16153/

Trackback URL:
http://fuckup.twoday.net/stories/1162349/modTrackback

Thot - 18. Nov, 14:38

Naja. Was da zunächst in der Wikipedia unter der Überschrift »Skandal« vermerkt wurde und jetzt unter Vorwürfe steht, finde ich ziemlich dubios.

Das ist ein Streit mit dem Arbeitgeber, dem Niebel an den Karren fuhr und der sich revanchierte und daher wurde das Ganze öffentlich. Ich wünschte bei Gott, man könnte allen Politikern nur so viel vorwerfen, wie das was der wikipedia-Autor bei Niebel unter »Skandal« eingereiht wissen wollte. Ich würde unsere Politiker unter solchen Voraussetzungen als rein, unschuldig, sauber bezeichnen. Leider ist dem nicht so.

Ich schätze die Wikipedia. Doch diesen »Skandal«-Eintrag in der Wikipedia finde ich lächerlich, in höchstem Masse und ja, auch herabsetzend, weil Pipikram künstlich aufgebauscht wird. Man stelle sich vor, der Brockhaus fände solchen Kleinmüll erwähnenswert. Die Löschung durch Niebel oder die FPD ok. Die Wikipedia wird durch solche Einträge entwertet, zweifelhaft. Da müssen die sich dringend was überlegen und einen Riegel vorschieben, dass ein online-Lexikon für Wahlkampfzwecke, Parteischmierereien missbraucht wird.

Das würde ich auch bei jedem Betrofffenen aus anderen Parteien so schreiben. Dass meine Liebe und erste Sorge grundsätzlich nicht der FDP gilt, schreibe ich nur mal der Klarheit wegen dazu.

Hackmeck - 18. Nov, 14:45

Stimmt schon. Nur wiederholt einfach kommentarlos den gesamten Artikel löschen zu wollen, ist auch keine Art. Wenn an den Vorwürfen nichts dran ist, sollte die FDP auch zunächst mal überlegen, ob sie nicht gegen Welt am Sonntag und SPIEGEL vorgeht - beide behaupteten schließlich das selbe und auf erstere berief sich der Wikipedia-Autor ja auch. "Skandal" sollte man das ganze dann vielleicht doch nicht nennen - die jetzt entschärfte Variante im Konjunktiv ist ja in Ordnung.
Thot - 18. Nov, 14:54

Das ist doch alles nur Parteihickhack, Kleinklein. Sowas hat in einem Lexikon nichts zu suchen. Was Medien berichten ist eine andere Sache und der Vorgang als solcher wird ja auch nicht bestritten. Doch aus der Wikipedia würde ich sowas auch kommentarlos löschen.

Ich halte das ohnehin für sehr zweifelhaft, dass da jeder über jeden irgendwas hineinpinseln kann und der Bepinselte soll dann erst lange herumfragen, wenn erkennbar missgünstig und gezielt negativ berichtet wird. Und »Skandal« war eindeutig überzogen. Mehr als das, eine Frechheit.

Zumal in dem auch zunächst als »Skandal« gebrandmarkten Absatz der Autor selbst schreibt

»Das Bundesdisziplinargericht stellte im Januar 1997 ein Verfahren gegen Dirk Niebel ein«.

Was sucht der Scheiss dann in der Wikipedia?

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