FUCKUPs kleine Medienumschau II
Und hier wieder eine Rundschau über aktuelle Ereignisse:
Über die Bedrohung des Faschismus wollten Studenten der Universität Novi Sad in der Theorie etwas lernen. Es wurde ein Praxissemniar: Mit Brechstangen bewaffnete Neonazis stürmten den Hörsaal und griffen Professor und Studenten an. So etwas kann in Tübingen nicht passieren: dort gilt selbst das Tragen eines durchgestrichenen Hakenkreuzes schon als verfassungsfeindlich. "Es geht nicht um Otto Normalverbraucher, sondern um den japanischen Touristen, der nach Tübingen kommt", argumentierte der Oberstaatsanwaltschaft unter dem Gelächter der Anwesenden - und die Richterin folgte seinem Antrag.
Mit einer Bedrohung ganz anderer Art müssen sich die Schüler eines hessischen Gymnasiums herumplagen: sommerliche 30 Grad veranlassen die Eltern dazu ihre Kinder mit Badehose und Bikinis in die Schule zu schicken. Schuld: ein Softwarefehler, der es jedoch nicht in die Liste der schlimmsten Softwarefehler aller Zeiten schaffte.
Aus Schweden sorgt eine Meldung über besoffene Elche allerorten für Heiterkeit. Von solchen Problemen kann Österreich nur träumen: Dort sind weniger besoffene Elche das Problem als vielmehr besoffene Parlamentarier. Apropos Alkohol: Eine Computerspielsucht sei in ihrer Grundstruktur vergleichbar mit einer Alkohol- oder Cannabisabhängigkeit, will die Berliner Charité in einer Studie herausgefunden haben.
Doch China ist schon gewappnet: Wenn das Volk sich dank Sucht schon zu Tode spielen muss, dann doch wenigstens mit kommunistischen Idealen. In Zusammenarbeit mit der größten Softwarefirma des Landes entstand ein Online-Spiel, das vor allem kommunistische Tugenden vermitteln soll oder das, was Chinas Regierung dafür hält:
Besonders aufregend klingt der Spielinhalt nicht, was der LA Times zufolge auch einige junge Chinesen bestätigten, die an Testphasen teilnahmen. Schon nach wenigen Minuten verloren die meisten die Lust daran, virtuelle Passanten davon abzubringen, Rasenflächen zu betreten, die Straße zu verschmutzen oder zu fluchen. Eine Online-Umfrage soll das Desinteresse ebenfalls recht deutlich gezeigt haben.
Und demnächst: "Lochen Sie Blogger und andere Dissidenten ein, exekutieren Sie Drogenhändler und reinigen das Netz und die Medien vor subversiven Inhalten!" Vielleicht ist das ja interessanter?
Doch nicht nur dikatorische Regime haben Angst vor der freien Meinungsäußerung: Wie bereits berichtet schätzen auch einige Unternehmen die ungefilterte Informationsverbreitung nicht besonders. Die Reporter ohne Grenzen glauben trotzdem an das Gute in manchen Unternehmern und versuchen sie in ihren Kampf für Meinungsfreiheit auf der ganzen Welt einzubinden. Diese nutzen Blogs jedoch voerest lieber als billiges Marktforschungsinstrument. Doch wir Blogger sollten uns auch nicht zu wichtig nehmen. Beim BND z.B. steht noch immer die Bespitzelung klassischer Journalisten im Mittelpunkt.
Sonys umstrittener Kopierschutz ist weiterhin eine reine Erfolgsgeschichte: Der erste Trojaner nutzt das DRM-System mit Rookit-Funktionen und das Unternehmen wurde wegen der Kopierschutzsoftware auch schon verklagt, mehrfach. Sony BMG ist davon offenbar so begeistert, dass sie die Schadsoftware auch in Europa einführen wollen. Bravo, sowas nennt man dann wohl "Flucht nach vorn"? Die neusten Details zu Sonys Virenschleuder fasst netzpolitik.org zusammen.
Und zum Schluss: Crazy Japan I und Crazy Japan II.
<< Zur vorherigen Medienumschau <<
>> Zur nächsten Medienumschau >>
Über die Bedrohung des Faschismus wollten Studenten der Universität Novi Sad in der Theorie etwas lernen. Es wurde ein Praxissemniar: Mit Brechstangen bewaffnete Neonazis stürmten den Hörsaal und griffen Professor und Studenten an. So etwas kann in Tübingen nicht passieren: dort gilt selbst das Tragen eines durchgestrichenen Hakenkreuzes schon als verfassungsfeindlich. "Es geht nicht um Otto Normalverbraucher, sondern um den japanischen Touristen, der nach Tübingen kommt", argumentierte der Oberstaatsanwaltschaft unter dem Gelächter der Anwesenden - und die Richterin folgte seinem Antrag.
Mit einer Bedrohung ganz anderer Art müssen sich die Schüler eines hessischen Gymnasiums herumplagen: sommerliche 30 Grad veranlassen die Eltern dazu ihre Kinder mit Badehose und Bikinis in die Schule zu schicken. Schuld: ein Softwarefehler, der es jedoch nicht in die Liste der schlimmsten Softwarefehler aller Zeiten schaffte.
Aus Schweden sorgt eine Meldung über besoffene Elche allerorten für Heiterkeit. Von solchen Problemen kann Österreich nur träumen: Dort sind weniger besoffene Elche das Problem als vielmehr besoffene Parlamentarier. Apropos Alkohol: Eine Computerspielsucht sei in ihrer Grundstruktur vergleichbar mit einer Alkohol- oder Cannabisabhängigkeit, will die Berliner Charité in einer Studie herausgefunden haben.
Doch China ist schon gewappnet: Wenn das Volk sich dank Sucht schon zu Tode spielen muss, dann doch wenigstens mit kommunistischen Idealen. In Zusammenarbeit mit der größten Softwarefirma des Landes entstand ein Online-Spiel, das vor allem kommunistische Tugenden vermitteln soll oder das, was Chinas Regierung dafür hält:
Besonders aufregend klingt der Spielinhalt nicht, was der LA Times zufolge auch einige junge Chinesen bestätigten, die an Testphasen teilnahmen. Schon nach wenigen Minuten verloren die meisten die Lust daran, virtuelle Passanten davon abzubringen, Rasenflächen zu betreten, die Straße zu verschmutzen oder zu fluchen. Eine Online-Umfrage soll das Desinteresse ebenfalls recht deutlich gezeigt haben.
Und demnächst: "Lochen Sie Blogger und andere Dissidenten ein, exekutieren Sie Drogenhändler und reinigen das Netz und die Medien vor subversiven Inhalten!" Vielleicht ist das ja interessanter?
Doch nicht nur dikatorische Regime haben Angst vor der freien Meinungsäußerung: Wie bereits berichtet schätzen auch einige Unternehmen die ungefilterte Informationsverbreitung nicht besonders. Die Reporter ohne Grenzen glauben trotzdem an das Gute in manchen Unternehmern und versuchen sie in ihren Kampf für Meinungsfreiheit auf der ganzen Welt einzubinden. Diese nutzen Blogs jedoch voerest lieber als billiges Marktforschungsinstrument. Doch wir Blogger sollten uns auch nicht zu wichtig nehmen. Beim BND z.B. steht noch immer die Bespitzelung klassischer Journalisten im Mittelpunkt.
Sonys umstrittener Kopierschutz ist weiterhin eine reine Erfolgsgeschichte: Der erste Trojaner nutzt das DRM-System mit Rookit-Funktionen und das Unternehmen wurde wegen der Kopierschutzsoftware auch schon verklagt, mehrfach. Sony BMG ist davon offenbar so begeistert, dass sie die Schadsoftware auch in Europa einführen wollen. Bravo, sowas nennt man dann wohl "Flucht nach vorn"? Die neusten Details zu Sonys Virenschleuder fasst netzpolitik.org zusammen.
Und zum Schluss: Crazy Japan I und Crazy Japan II.
<< Zur vorherigen Medienumschau <<
>> Zur nächsten Medienumschau >>
Hackmeck - 10. Nov, 20:53
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks

