Politik mit dem Einkaufswagen
Gestern schrieb ich noch über die meiner Meinung nach irrationale Meinung, Unternehmer könnten oder sollten sich moralisch oder im Sinne des Gemeinwolhs verhalten. Heute ist mir aufgefallen, dass dies, selbst wenn man den Unternehmer modellhaft als Homo oeconomicus beschreibt, durchaus in manchen Situationen im Sinne der Nutzenmaximierung möglich ist. Dabei geht es nicht nur um Fragen der Mitarbeiter-Motivation oder die Einrichtung flacher Hierachien zur Verhinderung des SNAFU-Prinzips. Es geht auch und vor allem um das Zauberwort Image. In einer Zeit, in der sich dank technologischem Fortschritt die Waren von Markenherstellern nicht mehr von Discountern über die Qualität absetzen können, kann dies eigentlich nur noch das Image des Produkts und/oder des Herstellers leisten. Natürlich wird Nike, so lange es niemanden interessiert, in der Dritten Welt Kinder zu Hungerlöhnen arbeiten lassen. Aber sobald dies medienöffentlich wird, sobald das Image der Firma in Gefahr gerät, werden sicherlich auch zumindest rudimentäre Verbesserungen eintreten. Berühmt geworden ist die ausschließlich über das Netz verbreitete Kritik an Jamba. Eine ähnliche Wirkung könnte nun eine seit kurzer Zeit im Netz kursierende Schmähschrift gegen die Müller AG, die zum Boykott von Müller-Produkten aufruft, entfalten. Gezieltes Konsumverhalten, der bewusste Kauf und Nichtkauf von Produkten, die "Politik mit dem Einkaufswafen", kann natürlich Unternehmer durchaus zu moralischem Handeln in ihrem eigenen Interesse führen.
Doch auch beim Beispiel "Subventionsskandal Müller" möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass hier das laut Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft "dynamischste, innovativste und reformfreudigste" aller 16 Länder sich mal wieder durch aggresive Subventionspolitik auf Kosten und zum Schaden der Allgemeinheit hervorgetan hat.
Doch auch beim Beispiel "Subventionsskandal Müller" möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass hier das laut Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft "dynamischste, innovativste und reformfreudigste" aller 16 Länder sich mal wieder durch aggresive Subventionspolitik auf Kosten und zum Schaden der Allgemeinheit hervorgetan hat.
Hackmeck - 25. Okt, 02:09
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