Apples Silicon Valley Story
Der Stern erzählt aktuell Apples Seite der Silicon Valley Story und zwar ziemlich genau so wie im gleichnamigen Film. Schöne Auszüge daraus:
In der Einführung des Artikels muss dem unbedarften Leser natürlich erstmal klar gemacht werden, dass es sich bei Apple weniger um eine Firma denn mehr um eine Glaubensgemeinschaft handelt:
Also bat Steve Jobs um ein Treffen und tat das, was er am besten kann: Er predigte. [...] Zu Tausenden waren sie ins Konferenzzentrum gepilgert, klatschten, johlten, riefen "Oh mein Gott!". Und es war nicht unbedingt klar, wen sie meinten - den neuen Computer oder den Mann auf der Bühne: ihren Messias in Turnschuhen [...] Apple hat nicht einfach Kunden, sondern fanatische Gefolgsleute. Menschen, die sich das Firmenlogo eintätowieren lassen oder gar ihr Baby "Apple" taufen, wie die iPod-Enthusiastin Gwyneth Paltrow. Wer Apple leitet, ist deshalb schon von Berufs wegen Kultfigur.
Jobs ist wirklich eine schwer zu beurteilende Persönlichkeit. Symphatisch:
Jobs' Weg zu Ruhm und Reichtum verläuft alles andere als zielstrebig. Nach der Schule lungert er eine Weile an der Uni herum, probiert allerlei bewusstseinserweiternde Pillen und Gräser, pilgert nach Indien und schaut zwischendurch immer mal wieder bei seinen Freunden im Silicon Valley vorbei.
Verschroben:
Während der eine Steve über Schaltkreisen brütet, läuft der andere durch die Nachbarschaft und versucht, Startkapital aufzutreiben. Nicht ganz einfach, denn Jobs ist zu jener Zeit ausschließlich barfuß unterwegs, trägt sein schwarzes Haar schulterlang, rasiert sich selten und badet so gut wie nie, weil er an die Theorie eines indischen Gurus glaubt, dass die richtige Ernährung (ausschließlich Früchte und Nüsse) von innen reinigt. Es spricht für Jobs' Überredungskünste, dass es ihm dennoch gelingt, einige der angesehensten Männer im Technik-Tal als Geburtshelfer für Apple zu gewinnen.
Ein Visionär unbestritten und ein riesen Arschloch:
Widerspruch duldet Jobs ohnehin nicht; Mitarbeiter, die anderer Meinung sind, putzt er gern als "Volltrottel" und "Idioten" herunter. "Das ist schade", sagt Hawkins, "ich bewundere Steve, aber er muss anderen immer zeigen, dass er überlegen ist. Manchmal denke ich, er versucht, ständig die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken, um seinen leiblichen Eltern zu zeigen, welch einen Fehler sie gemacht haben, als sie ihn weggaben." Als der verstoßene Sohn 1978 selbst Vater wird - ungeplant, ungewollt - weigert er sich jahrelang, seine Tochter Lisa anzuerkennen.
Gefährdet Jobs Egozentrismus am Ende die Zukunft seiner Kirche?
"Steve hat nie einen Nachfolger herangezogen, weil er neben sich niemanden ertragen könnte, der gleichwertig ist", sagt Roger Kay, PC-Experte beim Marktforscher IDC. "Stattdessen hat er sich mit Jasagern umgeben."
Andererseits hat Steve Jobs laut Andy Hertzfeld, einem seiner früheren engsten Mitarbeiter, nach seiner Krebserkrankung bemerkt, dass auch er sterblich ist. Schon mal ein riesiger Fortschritt, würde ich sagen.
Der Artikel ist sehr lesenswert:
http://www.stern.de/computer-technik/computer/:Steve-Jobs-Oh-Gott/536292.html
In der Einführung des Artikels muss dem unbedarften Leser natürlich erstmal klar gemacht werden, dass es sich bei Apple weniger um eine Firma denn mehr um eine Glaubensgemeinschaft handelt:
Also bat Steve Jobs um ein Treffen und tat das, was er am besten kann: Er predigte. [...] Zu Tausenden waren sie ins Konferenzzentrum gepilgert, klatschten, johlten, riefen "Oh mein Gott!". Und es war nicht unbedingt klar, wen sie meinten - den neuen Computer oder den Mann auf der Bühne: ihren Messias in Turnschuhen [...] Apple hat nicht einfach Kunden, sondern fanatische Gefolgsleute. Menschen, die sich das Firmenlogo eintätowieren lassen oder gar ihr Baby "Apple" taufen, wie die iPod-Enthusiastin Gwyneth Paltrow. Wer Apple leitet, ist deshalb schon von Berufs wegen Kultfigur.
Jobs ist wirklich eine schwer zu beurteilende Persönlichkeit. Symphatisch:
Jobs' Weg zu Ruhm und Reichtum verläuft alles andere als zielstrebig. Nach der Schule lungert er eine Weile an der Uni herum, probiert allerlei bewusstseinserweiternde Pillen und Gräser, pilgert nach Indien und schaut zwischendurch immer mal wieder bei seinen Freunden im Silicon Valley vorbei.
Verschroben:
Während der eine Steve über Schaltkreisen brütet, läuft der andere durch die Nachbarschaft und versucht, Startkapital aufzutreiben. Nicht ganz einfach, denn Jobs ist zu jener Zeit ausschließlich barfuß unterwegs, trägt sein schwarzes Haar schulterlang, rasiert sich selten und badet so gut wie nie, weil er an die Theorie eines indischen Gurus glaubt, dass die richtige Ernährung (ausschließlich Früchte und Nüsse) von innen reinigt. Es spricht für Jobs' Überredungskünste, dass es ihm dennoch gelingt, einige der angesehensten Männer im Technik-Tal als Geburtshelfer für Apple zu gewinnen.
Ein Visionär unbestritten und ein riesen Arschloch:
Widerspruch duldet Jobs ohnehin nicht; Mitarbeiter, die anderer Meinung sind, putzt er gern als "Volltrottel" und "Idioten" herunter. "Das ist schade", sagt Hawkins, "ich bewundere Steve, aber er muss anderen immer zeigen, dass er überlegen ist. Manchmal denke ich, er versucht, ständig die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken, um seinen leiblichen Eltern zu zeigen, welch einen Fehler sie gemacht haben, als sie ihn weggaben." Als der verstoßene Sohn 1978 selbst Vater wird - ungeplant, ungewollt - weigert er sich jahrelang, seine Tochter Lisa anzuerkennen.
Gefährdet Jobs Egozentrismus am Ende die Zukunft seiner Kirche?
"Steve hat nie einen Nachfolger herangezogen, weil er neben sich niemanden ertragen könnte, der gleichwertig ist", sagt Roger Kay, PC-Experte beim Marktforscher IDC. "Stattdessen hat er sich mit Jasagern umgeben."
Andererseits hat Steve Jobs laut Andy Hertzfeld, einem seiner früheren engsten Mitarbeiter, nach seiner Krebserkrankung bemerkt, dass auch er sterblich ist. Schon mal ein riesiger Fortschritt, würde ich sagen.
Der Artikel ist sehr lesenswert:
http://www.stern.de/computer-technik/computer/:Steve-Jobs-Oh-Gott/536292.html
Hackmeck - 13. Okt, 11:28
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