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Mittwoch, 12. Oktober 2005

Apple, die Datenkrake

Ohne Worte:

Apple Strategie zum Schutz der Persönlichkeitsrechte

Auszüge:

Apple erfasst und verwendet Ihre persönlichen Daten dazu, Ihnen einen vorbildlichen Kundenservice zu leisten, bequemen Zugriff auf unsere Produkte und Dienstleistungen zu geben und einen größeren Leistungsumfang anzubieten. Daneben nutzen wir Ihre persönlichen Daten, um Sie über die neuesten Produktankündigungen, Software-Aktualisierungen, Sonderangebote und sonstige Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, die nach unserer Einschätzung interessant für Sie sind. Dies kann gelegentlich auch Informationen über Produkte und Leistungen anderer IT-Unternehmen umfassen, die den Wert Ihrer Apple Produkte erhöhen können. Von Zeit zu Zeit nehmen wir ggf. mit Hilfe Ihrer persönlichen Daten Kontakt zu Ihnen auf, um Sie in ein Marktforschungsprojekt einzubinden. [...] Wir nutzen verschiedene Gelegenheiten, um Daten über Sie zu erfassen. Beispielsweise bitten wir Sie um die Angabe Ihrer Adressinformationen, wenn Sie mit uns korrespondieren oder uns anrufen, einen Kauf tätigen, sich für ein Seminar anmelden oder an einer Online-Umfrage teilnehmen. Außerdem erfassen wir die von Ihnen bereitgestellten Informationen, wenn Sie ein neues Apple Produkt registrieren, sich bei den Apple Internet-Diensten anmelden oder um die Aufnahme in eine E-Mailingliste bitten. [...] Da Apple weltweit tätig ist, werden die von Ihnen bereitgestellten persönlichen Daten ggf. an andere Apple Niederlassungen weltweit weitergeleitet. [...] In bestimmten Fällen gibt Apple Ihre persönlichen Kontaktinformationen ggf. an sorgfältig ausgewählte IT-Unternehmen weiter, um Sie über verwandte Produkte und Leistungen auf dem Laufenden zu halten. [...] Apple arbeitet mit anderen Unternehmen zusammen, die uns dabei unterstützen, Apple Produkte und Leistungen für Sie bereitzustellen. An diese Unternehmen geben wir ggf. Ihre persönlichen Daten weiter. [...] Mitunter können wir aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen oder Rechtsvorgängen gezwungen sein, Ihre persönlichen Daten offenzulegen.

Und dann kommt das Beste:

Außerdem können wir Informationen über Sie offenlegen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies im öffentlichen Interesse liegt. [...]

Die Apple Strategie zum Schutz der Persönlichkeitsrechte kann jederzeit geändert werden. Bitte überprüfen Sie diese Seite in regelmäßigen Abständen auf eventuelle Änderungen.


Quelle: http://www.apple.com/chde/legal/privacy/

Datenschutzrechtlinien, die bei Microsoft schon längst zu Recht einen Sturm der Erntrüstung ausgelöst hätten. Leider sind Apple-User ihrem Konzern gegenüber meist weniger kritisch ...

Trackback URL:
http://fuckup.twoday.net/stories/1051458/modTrackback

quadrat (Gast) - 12. Okt, 12:58

Also ich finde es ja ok, wenn man freiwillig Daten herausgibt, wenn man dadurch Vorteile erlangt, die nicht selbstverständlich sind. Aber Freigabe der Daten durch Apple wenn sie im "öffentlichen Interesse" sind? Wo ist denn da die Verhältnismässigkeit? So eine Produktregistrierung ist doch kein Datenschutzrechtlicher Freibrief *kopfschüttel*

Thot - 12. Okt, 15:16

Es es wäre, was den letzten zitierten Absatz angeht, schön gewesen, hättest Du ihn vollständig zitiert. Dann sähe das nicht so völlig abstrus aus. Es geht nämlich darum, dass Apple darauf hinweist, dass sie gezwungen sein können, aufgrund von nationalen Gesetzen (also das was Schily und Konsorten zu verantworten haben) Daten herauszugeben. Bei Dir liest sich das, als würde Apple Userdaten an die Bildzeitung weitergeben. Daher noch mal der ganze Absatz:

Mitunter können wir aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen oder Rechtsvorgängen gezwungen sein, Ihre persönlichen Daten offen zu legen. Ausserdem können wir Informationen über Sie offen legen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies für die nationale Sicherheit, den Gesetzesvollzug oder andere öffentliche Interessen notwendig ist.

Unabhängig davon ist das alles insgesamt weniger schön, um es vorsichtig auszudrücken. Als langjähriger Mac-User weiss ich, was von der Weitergabe an "befreundete Unternehmen" oder den anderen in der Praxis übrig bisher übrig blieb. Nämlich nichts. Aber das ändert nichts daran, dass Apple die Bestimmungen um die Ohren gehauen gehören, dass es nur so raucht.

Den Hinweis auf ms finde ich blöde, das riecht nach Kleinkinderargumentation, zumal ms als ich das letzte Mal ihren Mist las, das ganze in EULA und weiss der Geier wo versteckt und keinen Deut besser ist. Das gilt im übrigen für nahezu jede US-amerikanische Firma, von der Internetklitsche bis zu IBM. Wenn Du eine findest, die vorbildliche Datenschutzrichtlinien eignet, sag' mir Bescheid, ich möchte sowas auch mal sehen.

Gefordert wäre bei so einem Mist vor allem der Gesetzgeber, das zu unterbinden. Aber sowohl in D. als auch den US ist der ja Vorreiter, was die Aushöhlung des Datenschutzes und den Schutz persönlicher Informationen angeht.

Apple versucht übrigens auf freiwilliger Basis bei jedem Rechnerneukauf und bei der Ersteinrichtung des Betriebssystems persönliche Daten vom User zu erhalten. Man kann das selbstverständlich unterbinden oder bleiben lassen. Aber wer das angibt, wäre aufgrund verschiedener Umstände leicht und umfassend im Netz zu verfolgen, so sie es darauf anlegen würden oder dürften.

Das habe ich selbstredend unterbunden (das geht per Mausklick), ebenfalls bei den fünf unbedarften Usern, für die ich Macintosh-Rechner einrichtete. Denn im Prinzip ist das Big Brother Horror erster Güte. Hier bleibt nur die rationale Überlegung, dass es Apple nix bringt sowas zu verfolgen weil es nur sinnlos Geld kostet. Aber durch die Möglichkeit an sich ist mir bereits seit langem bewusst, was machbar ist (und was früher oder später auch kommt, und zwar nicht von Apple, sondern von dort wo es weh tut).

Glaub' bloss nicht, dass darüber nicht geredet oder darüber nachgedacht wird in Userkreisen. Ganz im Gegenteil, gerade weil das aufgrund des bisherigen Marktanteils und weil viel über persönliche Empfehlungen läuft, ziemlich geschlossene Gesellschaften sind, wissen prozentual sehr viel mehr Bescheid als beispielsweise bei Windows. Und weil viele Mac-User bei Apple selbst oder in entsprechenden Firmen angestellt sind, ist das was mit den Daten passiert recht transparent. Und natürlich weil Apple kein Hehl daraus macht, was sie wollen.

Was ich Dir hier ziehen will, ist der Zahn, dass Apple-User die Firma für besser halten als andere. Was die Genialität vieler Produkte, vor allem das Betriebssystem angeht, ja ganz sicher. Aber im übrigen gehen Apple-User mit ihrer Firma oft wesentlich kritischer um, als das in den üblichen Foren, wie bei Heise beispielsweise, zutage tritt. Dort wo die Betriebssystemwelten aufeinanderprallen und wo vor allem Polemik Trumpf ist.

Hackmeck - 12. Okt, 15:30

Es es wäre, was den letzten zitierten Absatz angeht, schön gewesen, hättest Du ihn vollständig zitiert. Dann sähe das nicht so völlig abstrus aus. Es geht nämlich darum, dass Apple darauf hinweist, dass sie gezwungen sein können, aufgrund von nationalen Gesetzen (also das was Schily und Konsorten zu verantworten haben) Daten herauszugeben.

Ich habe den Text von http://fuckup.homeunix.net/index.php?Apple zitiert, damals habe ich den Text dort im FUCKUP Wiki gepostet. Inzwischen wurde der Text aber offenbar geändert. Inzwischen klingt es etwas weniger krass aber immer noch heißt es:

Mitunter können wir aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen oder Rechtsvorgängen gezwungen sein, Ihre persönlichen Daten offen zu legen.

Genau hier könnte man Schluss machen. Aber dann heißt es ja weiterhin:

Ausserdem können wir Informationen über Sie offen legen, wenn wir der Überzeugung sind, dass dies für die nationale Sicherheit, den Gesetzesvollzug oder andere öffentliche Interessen notwendig ist.

Wenn "wir der Überzeugung" sind - nicht, wenn "wir aufgrund von Gesetzen gezwungen sind".

Den Hinweis auf ms finde ich blöde, das riecht nach Kleinkinderargumentation, zumal ms als ich das letzte Mal ihren Mist las, das ganze in EULA und weiss der Geier wo versteckt und keinen Deut besser ist.

Stimmt, ich wollte hier Microsoft auch keinesfalls in Schutz nehmen, sondern nur darauf Hinweisen, dass man nicht immer nur Microsoft kirtisch betrachten sollte, sondern auch jedes andere Unternehmen, das Daten sammelt.

Was ich Dir hier ziehen will, ist der Zahn, dass Apple-User die Firma für besser halten als andere.

Okay, es ist immer falsch eine ganze Gruppe über einen Kamm zu scheren. Nur habe ich Apple-User bisher sowohl im RL als auch online fast immer als recht überzeugt von "ihrer Firma" erlebt.
Thot - 12. Okt, 15:45

Ich bin ebenfalls überzeugt von der Fa., aber keinesfalls blind und bei der Mehrzahl der engagierten Mac-User ist das genauso Auch wenn das für Aussenstehende nicht leicht zu sehen ist. Und die Fa. wird von ihren Usern mehr kritisiert als alle die ich im IT-Bereich kenne. Das geht zwar meist um Fehler in anderen Bereichen als Datenschutz, aber das muss nicht heissen, dass das nicht morgen anders sein kann.

Steve Jobs packte das einmal in die süffisante Bemerkung, wenn in einem Applestore in Montana Dienstag mittag die Wasserspülung nicht funktionieren würde, hätte er spätestens Mittwoch morgen eine Mail auf dem Tisch, die veralngt Abhilfe zu schaffen.

Kurz, die Mac-User sind enger dran an Apple, als andere Kunden an ihren Firmen, das heisst aber keineswegs, dass das für Apple ein reiner Anlass zur Freude wäre.

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