Das Land ohne Reformbedarf

Indien kennt keinen Reformbedarf: Deregulierung, soweit das Auge reicht
"Wir müssen Bürokratie abbauen", wir "brauchen Reformen", müssen "Lohnzurückhaltung üben, um konkurrenzfähig zu bleiben/werden" und "können uns den Sozialstaat einfach nicht mehr leisten". Nehmen wir uns doch ein tolles Beispiel vor, ein Land, das alles richtig macht: Indien.
Ich war vor einiger Zeit dort. Indien macht einfach alles richtig:
Sozialreformen
Kürzungen von Sozialleistungen können gar kein Thema sein, es gibt nämlich keine. Kein Gejammer über Hartz IV, dafür stirbt ab und zu einer auf offener Straße - aber hey, die Zeiten des Kuschelstaats sind vorbei - in Indien sind sie sogar nie dagewesen.
Bürokratieabbau
Bürokratie? Ob irgendwer seine Firma irgendwo in Indien errichtet wird die Zentralregierung in Delhi wohl in den seltensten Fällen mitbekommen. Und falls sich doch mal ein lokaler Beamter dorthin verirren würde, können Wirtschaftsbremser wie Umwelt- und Sozialstandards auch ganz unbürokratisch mit wenigen hundert Rupien erledigt werden.
Wettbewerbsfähigkeit
Die Inder sind wahre Meister der Lohnzurückhaltung, wir können noch viel von ihnen lernen! Manche zahlen sogar was dafür, dass sie die Rischka durch die Stadt ziehen dürfen von dessen Einnahmen sie die Hälfte behalten können. Betriebsrat? Gewerkschaften? Haha! Lohnnebenkosten gibt es auch keine - Inder tragen Verantwortung für sich selbst, soziale Sicherung überflüssig.
Indien hat eine geschätzte Arbeitslosigkeit von 70% (ein Arbeitslosenamt wurde in weitsichtiger Reformbereitschaft gar nicht erst eingerichtet). Von Indien lernen heißt siegen lernen!

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