Samstag, 15. Oktober 2005

Die großen Sinnfragen im Wandel der Zeit

odyssee

Früher haben wir's uns recht einfach gemacht, wenn es darum ging, die großen Fragen des Lebens zu beantworten: Die Antwortet hatte meistens vier Buchstaben: Gott. Heute ist die Antwort auf die großen Sinnfragen natürlich viel komplexer und hat bereits 9 Buchstaben: Evolution (außer außerhalb Europas, Australiens und Kanadas - da glaubt man immer noch an Gott oder ähnliches).

Also früher:

"Warum leben wir?"
"Um Gott zu dienen."

Heute:
"Weil unsere Vorfahren nichts anderes als Sex im Kopf hatten, kurz: Fortplanzung."
Die keuschen Formen des Lebens sind nämlich ausgestorben.

Bzw. wir könnten uns die Frage gar nicht stellen, wenn nicht dieses eherne Prinzip der Selbsterhaltung und Vermehrung hinter unserer Existenz stecken würde.

Eine weitere große Frage des Lebens betrifft dessen Ende: Warum sterben wir? Früher hieß es dazu einfach: "Weil Gott uns zu sich gerufen hat." Geht der Frage natürlich etwas aus dem Weg, denn das hieße ja, dass wir gar nicht sterben und warum hat uns Gott überhaupt irgendwann mal weggeschickt nur um uns dann wieder zu sich zu rufen?

Wenn wir nach dem evolutionären Sinn des Todes fragen - und nur der ist ja entscheidend, wenn es darum geht, was existiert und warum, stellt sich die Sache folgendermaßen dar: Der Alterungsprozess ist genetisch determiniert, an sich müssten wir nicht unbedingt sterben - zumindest theoretisch könnten wir mit entsprechender Manipulation des Erbguts sehr sehr alt werden. Gut, irgendwann würde sich dann bemerkbar machen, dass gewisse Teile unseres Körpers nicht für die Ewigkeit ausgelegt sind - aber auch hier macht die Medizin täglich Fortschritte. Aber warum sind wir denn nun genetisch programmierte Zeitbomben, die relativ schnell ticken? Weil dies einen evolutionären Überlebensvorteil darstellt. Klingt komisch, ist aber so. Kurze Lebenszyklen beschleunigen den Austausch und die Vermischung des Genpools - so kann sich dieser schneller an die Gegenbenheiten anpassen - und selbst dieses "schneller" ist noch sehr sehr langsam, nach menschlichen Zeitwahrnehmungsmaßstäben geurteilt, was aber wiederum mit unseren kurzen Lebenszyklen zu tun hat - ein Teufelskreis! Der Zweck unseres Lebens (erste große Sinnfrage) besteht also in der Fortpflanzung und der Erhaltung unserer Art. Wenn dieser Job allerdings erledigt ist, gibt es eigentlich keinen großen evolutionären Sinn mehr unseren Körper weiter am Leben zu erhalten (zweite große Sinnfrage).

Ich weiß nicht, ob ich die alten Antworten nicht irgendwie schöner fand.

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Buck Rivera (Gast) - 15. Okt, 13:04

Andere Antworten möglich

Mir gefällt keine der beiden von dir vorgeschlagenen Antworten. Als biotisches Wesen leben wir natürlich ursächlich als Evolutionsergebnis. Aber das reicht kaum, um die Frage nach dem Warum zu beantworten. Wenn wir "warum" fragen, fragen wir nicht nur nach Ursachen, sondern auch nach Gründen. Gottes unergründlicher Ratschluss ist allerdings ein Grund, die Schöpfung Ursache.

Aber das ist nur eine Hilfskonstruktion. Als freie Individuen können wir uns selbst Gründe setzen. Dazu braucht niemand Gott. Leute, die Gott als einzigen Grund für das, was sie tun, angeben, begeben sich in Unfreiheit.

Denn: Man kann sich darüber definieren, was man mit seinem Leben anfängt. Man kann schöpferisch tätig sein. Man kann Liebe geben und nehmen. Man kann anderen Menschen dienen. Man kann sich bemühen, so viel wie möglich über die Gründe in der Welt herauszufinden. Etc.

Philipp (Gast) - 7. Mai, 22:38

Der Sinn

Tja, ich bin zum Schluss gekommen: es gibt wahrscheinlich keinen Sinn.

Wieso? Ein Sinn sagt doch, dass es jemanden gegeben hat, der sich was dabei gedacht hat und dann das Leben erschaffen hat.

Ich weiß nicht, ob es das gegeben hat. Falls ja, hatte derjenige oder dasjenige einen Sinn darin gesehen. Falls nicht, sind wir und somit das Leben durch Zufälle entstanden.

Viele Grüße,
Philipp

Hackmeck - 8. Mai, 03:11

Naja, kommt drauf an wie du Sinn definierst. Ob der Sinn nun dem Anspruch eines objektiven universellen Sinns standhält oder nur individuell-subjektiv gelten darf.

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