Mohammed-Karikaturen hui, Papst-Satire pfui?
Im
Streit um die Mohammed-Karikaturen wurde auch und gerade von konservativer Seite die Meinungsfreiheit als ein besonderes Merkmal der westlichen Staaten beschworen. Sie gelte auch dann, wenn es um religiöse Satire geht. Doch auch in vielen Staaten Europas,
u.a. in Deutschland, wird die Meinungsfreiheit teilweise niedriger gewichtet als religiöse Gefühle. Das Erzbistum München und Freising will die MTV-Sendung
Popetown sowie Werbung dafür nun
gerichtlich in Deutschland verbieten lassen. Edmund Stoiber, einer der Chefbeschwörer der Meinungsfreiheit, als es noch um den Fall der dänischen Karikaturen ging, schließt sich nun den Verbotsforderungen an:
Während Giglinger sich auf die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit beruft und an der Ausstrahlung festhalten will, schloss sich der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber den Kritikern an: Er forderte im "Focus", künftig die Beleidigung religiöser Gefühle schärfer zu ahnden.
Quelle:
SPON
Genauso befremdlich erscheint es mir, wenn Leute aus einer ähnlichen Ecke, die sonst eher ... äh ... eher traditionellen Rollenbildern anhängen, auf einmal die Thematisierung der Unterdrückung von Frauen im Islam für ganz besonders wichtig halten. Oder ausgerechnet Nobert Geis
die Tolerierung von Homosexualität und Nacktheit als wichtige Werte des Westens erkennt.
Antiliberale Tendenzen im Islam sind ein wichtiges Thema. Aber gewisse Leute sollten sich da einfach mal zurückhalten oder ihre Haltung im Bezug auf den eigenen Kulturkreis überdenken.
Nachtrag vom 15. April 2006:
CSU-Chef Edmund Stoiber sprach von einem „üblen Angriff auf viele Menschen unter dem Deckmantel der Satire”.
Quelle:
FAZ.NET
Haben die Mullahs nicht genauso argumentiert?
Nachtrag vom 19. April 2006:
Aufgrund des Papstcartoons will Bayern nun offenbar
religiöse Satire generell unter Strafe stellen. MTV zeigt sich indessen
offenbar kompromissbereit.