Montag, 20. März 2006

law blog: Abmahnwahn und bedrohte Blogger

Mit einer neuerlichen Abmahnwelle gegen Forenbeiträge unter Berufung auf ein zweifelhaftes Urteil gegen Heise online begann es. Inzwischen traut man sich in vielen Fällen den Namen einer Firma in öffentlichen Foren gar nicht mehr zu erwähnen, weil die Angst vor dem Abmahnwahn umgeht. Der law blog hat sich etwas eingehender mit dem Thema beschäftigt:

Ich bin noch nicht im Büro. Deshalb kann ich nicht zählen. Aber es dürfte eine lebhafte Woche gewesen sein. Gemessen an der Zahl von Abmahnungen, die sich Blogger, Podcaster und Forenbetreiber eingefangen haben. Sie brauchen nur kritisch über die Geschäfte eines Unternehmens zu berichten. Oder darüber, dass ein Unternehmen schon andere abgemahnt hat. Die Bekanntschaft mit Rechtsanwälten ist dann programmiert. Deren zweitklassiges juristisches Geschwurbel auch: Rufschädigung, Kreditgefährdung und, kann es noch jemand hören, Verletzung des Persönlichkeitsrechts.

Mehr: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2006/03/19/bedrohte-blogger/

Um es nochmal deutlich zu machen: Eine Abmahnung ist nicht deshalb rechtens, weil sie von einem Anwalt verschickt wurde. Ihr kann und sollte in vielen Fällen widersprochen werden, dann kommt es zu einem Gerichtsverfahren. Der Schaden, der das Heise-Urteil und die danach durchgeführte Abmahnwelle für die freie Redekultur im deutschen Teil des Internets bedeutete, ist kaum zu ermessen. Allerorten geht die Angst um - wenn's um den Namen von Firmen geht, hält man lieber die Klappe. Ich hoffe und erwarte ein eindeutiges Urteil für die negative Feststellungsklage des Supernature-Forums. Dies könnte die Angst wieder etwas lindern und das zarte Pflänzchen der in Deutschland völlig unterentwickelten Freedom-of-Speech-Kultur wieder langsam zum erblühen bringen.

Der Spreeblick erwähnt heute eine der Abmahnfirmen namentlich: die Euroweb Internet GmbH. Stellt sie an den Pranger! Das ist die einzige Möglichkeit diesen Wahnsinn zu stoppen. Sie müssen Angst haben, andere mit Anwälten einschüchtern zu wollen anstatt selbst Angst un Schrecken zu verbreiten.

Frank Zappa Superstar

Frank Zappa
Frank Zappas Reaktion auf das Argument, Rockmusik fördere Inzest

Über Chaos TV, die Downloadabteilung des Chaosradios für Filme, Dokumente und Audioaufzeichnungen, bin ich auf eine sehr bemerkenswerte Aufzeichnung einer Crossfire-Sendung aus dem Jahre 1986 mit Frank Zappa im amerikanischen TV gestoßen.
"How much money do you make with this stuff, Mr. Zapper?"
"Millions of dollars! Millions of dollars, Mr. Laughton!"

Sein Opponennt, der ultrakonservative Washington-Post-Journalist John Laughton repräsentiert all das, was an dieser Reagan-Ära so furchtbar war. Ihm ist selbst das abstrusteste Argument nicht zu schade, um es für seine Zensurforderungen zu nutzen. So führe Rockmusik zu Inzest und sie sei ein kriegerischer Angriff auf das gesamte amerikanische Volk. Ein zünftiger Holocaustvergleich darf in dieser schlüssigen Argumentation selbstverständlich auch nicht fehlen. Aus Sicht heutiger nur noch abstrus erscheint außerdem, um welche Inhalte es beispielsweise ging: Ein Musikvideo, in der eine Lehrerin strippt. Frank Zappa reagiert äußerst souverän und witzig auf die Ausfälle seines Disputanten.

John Laughton vs. Frank Zappa
John Laughton vs. Frank Zappa

Nazivergleiche und die Angst vor den Jakob Sisters

(... selbst über den Tod hinaus)

»Sie wissen doch, wir sind Ihre größten Fans!«, hat Kai Diekmann zurückgeschrieben. Zwei Tage zuvor hatte er noch meinen Tod herbeigesehnt.
Rudi Carrell im Magazin der Süddeutschen

Rudi Carrell möchte keine öffentliche Beerdigung aus Angst vor den Jakob Sisters, den Patriot Act gibt es jetzt auch als Brettspiel zum Download, sex sells, in Frankreich wird mal wieder revoltiert und Donald "Old Europe" Rumsfeld wusste schon immer wie ein zünftiger Vergleich am besten auszusehen hat: Auf jeden Fall müssen Nazis drin vorkommen. Außerdem soll Matt Groenings ("Die Simpsons") Kultserie Futurama fortgeführt werden, behauptet zumindest Frys Synchronstimme Billy West im Forum auf seiner Website.

Bush, Cheney und Rumsfeld gehören übrigens zur selben Sorte Mistkäfer wie Darth Vader und schuld ist ein deutscher Panzer. Haben wir das nicht geahnt? (Danke, Freebird!)

Ach ja und:

Wenn ein New Yorker Milliardär einem Multimillionär der Stadt vorwirft, bei der Bebauung eines Grundstücks statt des Gemeinwohls nurmehr "Profitmaximierung" im Sinn zu haben, und jener sich wütend gegen "sowjetartige Konfiszierung" verwahrt, müßte der Streit kuriosen Unterhaltungswert haben.
Quelle: welt.de

Nachtrag vom 21. März 2006:
Es wird doch keine neuen Futurama-Folgen geben, Billy West entschuldigt sich für die falsche Information.

Computernostalgie: Frank Elstner und der Amiga

Netzschätzchen: Amiga-Einführung in Deutschland 1986

Frank Elstner 1986
Frank Elstner mit Amiga-"Operator"

IT&W hat ein altes Video der Vorstellung des ersten Amiga-Computers 1986 in Deutschland ausgegraben und online gestellt. Damals wurde sogar Frank Elstner engagiert, der in seinem Bemühen die Veranstaltung in der Alten Oper Frankfurts aufzupeppen weitgehend scheiterte. Der erste Commodore-Mensch redet zunächst mal schnarchlangweilig und ewig über die Verkaufszahlen von Commodore, die niemanden interessieren. Der zweite Typ von Commodore beginnt mit "Vergessen Sie alle technischen Details, die sie über den Amiga gelesen haben" und setzt dann fort mit "der Amiga besitzt eine Motorola 68000 Zentraleinheit". Und wenn der Anzugtyp vom Anfang was von Kreativität redet und man mal eine ähnliche Performance von Steve Jobs dagegenhält, dann wird einem wieder klar, was gutes und was schlechtes Marketing ist. Und das von Commodore war nur schlecht.

Neben der Tastatur gibt es das sogenannte 'Rollkugeleingabegerät', neudeutsch auch Maus genannt.

Interessant ist, dass damals 4096 Farben als "alle Farben des Farbspektrums" umschrieben wurden und man 60 Hz noch als "flimmerfrei" bezeichnete. Der Amiga an sich war natürlich trotz des schlechten Marketings von Commodore in Europa ein Wunderkind der Computerindustrie und noch heute sieht manch einer wehmütig auf diese Zeit zurück, so wie die Macher von IT&W in einem Einspieler von hr3. Schön ist auch eine Übersicht alter Amiga-Werbungen auf computer-history.de und diese A500-Website im Stil von damals. Übrigens scheint es immer noch recht viele auch junge Amiga-Fans zu geben, wie diese Galerie beweist.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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