Samstag, 11. Februar 2006

ePass: Der genormte Mensch

ePass

Mindestens 32 mm und höchstens 36 mm lang darf der menschliche Kopf im biometrischen Zeitalter sein. Fotos, die durch Nichtbeachtung dieses Hinweises für den neuen "ePass" abgelehnt werden, können nicht ersetzt werden - heißt es auf einem Passbildautomaten im Düsseldorfer Bürgerbüro am Hauptbahnhof. Siehe auch: Die Natur ein Terroristenfreund?

Trons Eltern ./. Wikipedia - Stellungnahme von Eltern und Freunden

Im Rechtsstreit zwischen der Wikipedia-Communiyt und Trons Eltern um die Veröffentlichung des Nachnamens des 1998 verstorbenden Hackers haben die Eltern breits am 30.1. zusammen mit Freunden eine Erklärung veröffentlicht. In dem auf dem Server des Berliner Chaos Computer Clubs abzurufenden Text heißt es u.a.:

Das [sic!] wir die Namenskürzung bei Wikipedia durchsetzen wollen liegt nicht daran, dass Wikipedia klein und schwach sei. Im Gegenteil sehen wir in Wikipedia das bedeutenste Internetprojekt der Gegenwart. Und Wikipedia wird noch weitaus bedeutender werden. Es geht darum den Namen aus Wikipedia zu entfernen so lange die meisten Leute noch Zeitungen statt Wikipedia lesen. In 10 Jahren Wikimewird das nicht mehr so sein und Wikipedia wird wie ein Aufsatz auf dem ganzen Internet wirken. [...] Dann wird die Medienmacht von Wikipedia nur noch vom TV übertroffen werden. Wikipedia möchte sich aber als neues Medium nicht an den Pressekodex halten und man möchte nicht, wie Presseverlage, für irgend etwas haften müssen was in Wikipedia steht.
Quelle: berlin.ccc.de

Es wird außerdem auf einen anderen Fall verwiesen, in dem ein angeblich rufmordgeschädigter drei Monate brauchte, damit der von ihm beanstandete Text aus der deutschsprachigen Wikipedia entfernt wurde.

Weiterhin wirft man Wikimedia Deutschland e.V. vor, die erwirkte einstweilige Verfügung für Presserummel und PR genutzt zu haben. Die Wikimedia Deutschland kann meiner Meinung nach aber nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass einiges Presseagenturen und Zeitungen den Sachverhalt verkürzt bzw. falsch widergaben, indem sie behauptet, die deutschsprachige Wikipedia sei durch die Verfügung abgeschaltet worden. Wie selbst in der Erklärung vermerkt wurde, stand auf der Startseite der deutschsprachigen Wikipedia währen der Wirksamkeit der Verfügung: "Die einzige korrekte Adresse der deutschsprachigen Wikipedia ist seit 2002 de.wikipedia.org".

Neben der Erklärung sind noch weitere Dokumente des Rechtsstreits aus der Sicht der Eltern online.

Newsdigger

digg it!

digg.com ist in der englischsprachigen Welt schon recht bekannt und wurde gar schon mit Slashdot verglichen. Rund um die ThinkNerd-Community versucht man so etwas nun unter digg.de auch für die deutschsprachige Netzwert zu realisieren. Dabei wird sich natürlich kräftig aus der Feature-Kiste des Web 2.0 bedient: U.a. werden soziales Bookmarking, Blogs und RSS miteinander kombiniert. Grundsätzlich geht es darum, eine Nachrichten-Linkseite aufzubauen, in der nicht eine Redaktion die Relevanz der Nachrichten bewertet, sondern in demokratischer Weise die gesamte Community:

Nicht wie bei normalen Nachrichten-Verteilern üblich wird die Liste vorhandener Nachrichten von Hand ausgewählt sondern die digg-user entscheiden selber was wichtig ist. Je mehr "diggs" ein Artikel besitzt, desto höher steigt er in seiner Kategorie auf oder kommt, je nach Popularität der Kategorie und Anzahl der diggs, auf die Hauptseite.
Quelle: thinknerd.org

Dabei werden die Nachrichten nicht selbst erstellt, sondern nur verlinkt und kurz zusammengefasst oder angerissen. Man könnte als von einer Alternative zur automatisiert erstellten Google News-Seite sprechen. Wobei die Funktionalität der Digger-Sites u.a. durch das von Menschenhand durchgeführte Tagging natürlich noch sehr viel größer ist. So können Beispielsweise mit dem Tag Energie alle Nachrichten aufgerufen werden, die thematisch als zum Thema "Energie" gehörend gekennzeichnet wurden.

Sowohl digg.com als auch digg.de sind allerdings stark von technischen und netzrelevanten Themen dominiert.

Der Mythos um Raum 404 im CERN

Zum Thema "Legenden und Mythen rund um Internet und PC" schreibt bild.de:

Auch heute noch erscheint jedes Mal, wenn ein Internetprogramm eine falsche Anfrage an einen Server schickt, dieser unerfreuliche Fehlercode: „404: File not found“. Diese Zahl ist der Legende nach nichts anderes als die Nummer jenes Raumes, in dem die drei CERN-Mitarbeiter damals die Flut der Anfragen bearbeiteten: der Raum 404.

Legende ist das richtig Wort. Mal abgesehen davon, dass das natürlich weder für jeden Fehler, noch für das ganze Internet (nur HTTP-Anfragen) gilt. Die Website room404.com hat den Hoax erfunden (erst kommt eine Fake-404-Meldung, dann die Geschichte) und sie wurde u.a. auch von IT & W übernommen. room404.com erfand auch die dazugehörige Story von den drei Männern, die in den Anfangszeiten des Webs noch die Dokumente per Hand rausgesucht hätten. Dass die gesamte Story (und nicht nur der Teil, dass daher die 404-Meldung kommt) Blödsinn ist, hat die Bild-Redaktion allerdings nicht erkannt und mutmaßt, dass es zu Entstehungszeit des WWWs (1989!) "noch keine Programme" gab.

Selbst zu Zeiten des ARPANET musste nie irgendein armer DARPA-Angestellter Berge von Akten durchwühlen, um eine Netzanfrage zu bedienen. Denn auch 1969 gab es dafür schon Programme. Die Story ist ein Scherz.

Die Wahrheit ist übrigens, dass es am CERN gar keinen Raum 404 gibt:

Having visited CERN myself, I can tell you that Room 404 is not on the fourth floor - the CERN office numbering system doesn't work like that - the first digit usually refers to the *building* number (ie. building 4), and the second two to the office number. But, strangely, there is no room "04" in building "4", the offices start at "410" and work upwards - don't ask me why. Sorry to disappoint you all, but there is no Room 404 in CERN - it simply doesn't exist, and certainly hasn't been preserved as "the place where the web began". In fact, there *is* a display about this, including a model of the first NeXT server, but the whole "Room 404" thing is just a myth.

Quelle: http://www.plinko.net/404/history.asp

Nach welchem Schema die HTTP-Statusmeldungen vom W3C festgelegt wurden und welche es alle gibt lässt sich hier nachlesen.

Freiheit und Demokratie in der Softwareentwicklung

Novell hat in der Vergangenheit eine Menge Software unter der freien GNU General Public License freigegeben. Jetzt wird es von Teilen der Community ausgebuht.

Software, die das Unternehmen unter freien Lizenzen veröffentlicht hat sind beispielsweise das SuSE-Konfigurationstool YaST, iFolder, Code zur Verwendung von Novells Verzeichnisdienst eDirectory, Echtzeiterweiterungen für den Linuxkernel, die Mail- und Kalendersoftware Hula und der Connector für Microsoft Exchange Server. Daneben unterstützt Novell viele freie Projekte wie Mono mit bezahlten Programmierern.

Auch die nun veröffentlichte OpenGL-basierte Erweiterung des X-Servers Xgl steht unter der GPL. Trotzdem erntete Novell teils harsche Kritik an deren Vorgehensweise. Einige GNOME-Entwickler kritisieren auf deren Mailingliste den geschlossenen Entwicklungsprozess Novells. Jeff Waugh, Entwickler bei Ubuntu, geht sogar noch weiter. Seine Stellungnahme auf der GNOME-Mailingliste gipfelt in der Behauptung "this is *killing our community*".

Ein offizielles Statement von Novell gibt es nicht. Dan Winship, Entwickler bei Novell, rechtfertigt sich jedoch auf der Mailingliste. In seinen Augen ist die Kritik unberechtigt. Novell sei eine Firma, die ein Produkt verkaufe, das rechtzeitig fertig sein müsse. Deshalb sei der Entwicklungsprozess hinter verschlossenen Türen erfolgt. Nun sei der Code unter einer freien Lizenz veröffentlicht worden und das GNOME-Projekt und andere könnten ihn nutzen, wenn sie ihn gut fänden oder eben nicht, wenn er ihnen nicht gefällt.

Soweit will ich mich seiner Argumentation voll anschließen. Auch wenn der Entwicklungsprozess nicht demokratisch war, erfüllt die zustandegekommende Software alle von Richard M. Stallmann definitorisch festgelegten Kriterien Freier Software. Es grenzt meiner Meinung nach an Dreistigkeit, einem Unternehmen, das sehr viele Ressourcen in die Entwicklung von Software unter freien Lizenzen investiert, zu unterstellen, sie würden die Community zerstören.

Bei seiner Begründung, warum die Entwicklung in einem kleinen, geschlossenen Personenkreis erfolgte, wirft Winship jedoch eine Gretchenfrage freier Softwareentwicklung auf, die meiner Einschätzung nach noch für viel Diskussionsstoff sorgen wird: Er stellt Sinnhaftigkeit eines breiten, einen demokratischen Prozess durchlaufenden Entwicklungsprozess infrage:

If we had proposed the changes on the mailing lists, it would have started a huge discussion about what people hated about the design ("you can't make the panel menu depend on beagle!!!") and how it should be different. And then we could have either (a) completely ignored everyone and done it ourselves anyway, or (b) had a long conversation about the merits of the design and then not actually finished the code in time for NLD10.

Doch nicht nur der zeitliche Verzögerungsfaktor wird angeführt. Vieles, was gut an GNOME sei, sei von einer Person oder einer kleinen geschlossenen Gruppe von Leuten beigesteuert worden. So gut wie alles schlechte an GNOME sei dagegen das, was von vielen verschiedenen Leuten geschrieben wurde, ohne dass jeder einzelne eine Vorstellung von dem gehabt habe, was letztlich dabei rumkommen soll. Oder zusammengefasst: "you can't do design by committee".

Dies ist meiner Meinung nach tatsächlich ein wunder Punkt freier Softwareentwicklung und ein Grund dafür, warum sie sich langsamer fortentwickelt als es bei derart vielen innovativen Programmierern möglich wäre. So ist das radikale neue aber auch sehr schnelle und innovative Reiser4-Dateisystem rund 18 Monate nach dessen Veröffentlichung immer noch nicht Bestandteil des offiziellen Linux-Kernels. Letztlich wird sich dieses Problem jedoch wahrscheinlich ähnlich lösen wie viele ähnliche auch: Wenn es die Community nicht schafft dieses innovative Stück Software in den Referenzkernel zu integrieren, werden es früher oder später die Distributoren wie Novell, Mandrake und Red Hat nachträglich in die Distributions-Kernel patchen und die Kernelentwickler so zur Integration faktisch zwingen.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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