Montag, 6. Februar 2006

Kampf der Kulturen

Vieles ist nicht mehr so wie es war. Seit Ende des Kalten Krieges haben sich die politischen Konfliktlinien verschoben. Es ist nicht nur eine Verschiebung von Konflikten zwische Staaten hin zu dem von Huntington prognostizierten Kampf der Kulturen festsstellbar, auch die Konfliktlinien innerhalb der westlichen politischen Kultur sind nicht mehr klar in links und rechts zu ordnen.

Natürlich sind bei der Bild nach wie vor die Gewerkschaften an Arbeitslosigkeit und Alkoholismus schuld und Gerichtsprozesse dienen in erster Linie der Befriedigung von Rachegelüsten. Aber abseits vom medialen Bodensatz der Gesellschaft gerät der politische Kompass gehörig durcheinander.

Während Altlinke wie Christian Ströbele nach wie vor den Westen und insbesondere die USA unter Generalverdacht stellen, sämtliche Probleme der Welt ursächlich mitzuverantworten, sehen andere Linke sich gezwungen unsere Gesellschaften gegen reaktionäre Kräfte zu verteidigen, in denen Atheismus ein Verbrechen ist.

Natürlich waren die Karikaturen eine gezielte Provokation der dänischen Rechten. Natürlich waren sie plump und unangemessen. Außerdem haben auch wir Deutschen selbst aktuell noch eine nicht ganz so freie Presse wie manch einer glaubt.

Aber was ist davon zu halten, wenn aus der muslimischen Welt gefordert wird, diese Karikaturen zu verbieten? Was wir erleben ist ein Konflikt von konkurrierenden Wertesystemen, die in den jeweiligen Kulturen tragend sind. Zur Lösung dieses Konflikts gibt es meiner Meinung nur eine Alternative: Entweder die Wertesysteme gleichen sich an oder sie tolerieren sich gegenseitig und bestehen so weiterhin parallel in ihren Welten.

Wenn jetzt Muslime mit Gewalt versuchen ihre Aufassung von Moral weltweit durchzusetzen ist das meiner Meinung nach genauso abzulehnen wie die gewaltätige Ausbreitung der westlichen Werte durch die Kriege der USA abzulehnen ist. Wir alle sollten vielleicht etwas weniger Sendungsbewusstsein an den Tag legen.

Irankrieg durchgeplant - der Grund fehlt noch

Dass die Pläne für einen Irankrieg seit Jahren in den Schubladen des Pantagons liegen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. 10% der weltweiten Erdövorräte werden auf dem Territorium des Irans vermutet.

Was im Irak die Biowaffen sein sollten, sind in diesem Fall echte Atomraketen. Die angeblichen Beweise sind mal wieder nichtsagende Satellitenbilder (siehe unten) und ein Notebook. Dieses Notebook eignet sich allerdings weniger als Beweisstück:

Ein Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" (heute abend 21.45 Uhr im Ersten) wirft ein neues Licht auf den Atomstreit mit Iran. Ein Glied in der Indizienkette der US-Regierung gegen Teherans Atomprogramm ist ein iranischer Laptop, der Daten für den Bau eines Atomsprengkopfes enthalten soll. Doch ein US-Atomwaffenexperte fand in den Computerdokumenten keinerlei Beweise dafür.

Quelle: www.tagesschau.de

Mehr dazu berichtet Report Mainz heute Abend.

Weiterhin ist es fraglich, warum der Iran ausgerechnet einen Druckwasserreaktor baut, um an waffenfähiges Plutonium zu kommen, obwohl alle andere Reaktortypen dazu sehr viel besser geeignet wären und sich der Bau einer Atombombe dann auch ohne auffällige Urananreicherungsanlagen realisieren ließe.

§ 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen

Auch bei uns im StGB gibt es einen interessanten Paragraphen, der auch heute noch Grundlage vieler Verurteilungen ist:

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.


Quelle: alexanderkoch.de

Für das Göttinger Landgericht waren ein Anstecker mit der Aufschrift "Lieber eine befleckte Verhütung als eine unbefleckte Empfängnis" und eine Zeichnung des Gekreuzigten mit der Textzeile "Masochismus ist heilbar" strafwürdige Blasphemien. Das Landgericht München hielt eine Zeichnung von Jesus am Kreuz in Gestalt einer zuschnappenden Mausefalle für unzulässig. Der Satz "Maria, hätt'st Du abgetrieben, der Papst wär uns erspart geblieben" war Düsseldorfer Richtern eine Verurteilung wert. Ebenso reagierten ihre Kölner Kollegen auf die Kabarett-Truppe "3 Tornados", die in einem Sketch andeuteten, Mariä Empfängnis könnte vielleicht nicht ganz so unbefleckt gewesen sein, wie die Bibel es behauptet. [...] Der Gesetzestext läßt deutlich erkennen, daß der säkulare Staat zwar einerseits nicht bestimmte Glaubensrichtungen für unantastbar erklären kann, sich andererseits aber auch nicht mit dem Gedanken anfreunden will, das alte Verbot der Gotteslästerung gänzlich zu beseitigen. In diesem Zwiespalt erklärt er den öffentlichen Frieden zum schützenswerten Gut. Doch das hat kuriose Konsequenzen. "Fakt ist", sagt Gabriele Rittig, die als ständige Rechtsanwältin der Zeitschrift "Titanic" vielfältige Erfahrungen mit jenem Paragraphen gesammelt hat, "Fakt ist, daß es nun der religiös empfindende Mensch in der Hand hat, durch ausreichende Störungen des öffentlichen Friedens eine Grundlage für die Verurteilung von Autoren oder Künstlern zu schaffen, von denen er sich beleidigt fühlt."
Quelle: welt.de

Theoretisch könnte jeder vor Gericht ziehen, der sich in seiner Weltanschauung durch eine Schrift oder einen Text beleidigt fühlt (auch Marxisten, Atheisten oder Nihilisten). De facto wurde dieser Paragraph aber in der Geschichte der BRD fast ausschließlich von der katholischen Kirche dazu genutzt, unliebsamer Kritik mit dem Hammer des Strafrechts zu begegnen. Ganz so frei wie manch einer glaubt, sind wir hier in Deutschland also auch nicht.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

Wir haben hochgeladen! kulturflatrate_button

Anzeige

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Novel Dewasa | Cerita...
very interesting article and contain useful information....
novelhot - 25. Jan, 20:16
Very nice blog, it contains...
Very nice blog, it contains lot of informations. Articles...
Cerita Sex (Gast) - 12. Okt, 08:50
Kisah Sex Nyata | Cerita...
Cerita Dewasa, Cerita Sex, Cerita Mesum, Cerita Bokep,...
Cerita Dewasa (Gast) - 12. Okt, 08:47
Prediksi Togel | Bocoran...
Prediksi Togel Hari Ini | Keluaran Angka Jitu | Ramalan...
Togel Hari Ini (Gast) - 12. Okt, 08:45
Cerita Sex, Cerita Dewasa,...
Very nice blog, it contains lot of informations. Articles...
critasex - 7. Okt, 19:47

Suche

 

Status

Online seit 4336 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 25. Jan, 20:16

Archiv

Februar 2006
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
23
24
25
27
 
 
 
 
 
 

Credits


Bloginternes
Blogosphäre
Computer
Datenschutz
Disclaimer
Frisch aus dem Archiv
Fun
Geschmacklos
Gesellschaft
Kultur
Kurioses
Lokales
Markt und Konsum
Medien
Medienumschau
Musik
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren