Nicht nur Gesellschaften differenzieren sich mit wachsender Komplexität immer weiter aus, wie beispielsweise
Émile Durkheim feststellte. Selbiges gilt auch für die komplexer werdenden Computersysteme:
Bei extremen Vielkern-Prozessoren sind nicht mehr zwangsläufig alle Einzelkerne identisch; schon jetzt denken AMD und Intel darüber nach, Rechenwerke in Form separater Kerne anzubinden, die auf bestimmte Aufgaben spezialisiert sind. AMD plant zunächst eine externe Lösung und hat einen HyperTransport-Anschluss für die Serverprozessoren der Opteron-Familie erwähnt, an dem beispielsweise Krypto-Koprozessoren auch von Fremdanbietern andocken könnten. Und Intel hat gezeigt, dass man aufwendige Bildverbesserungsalgorithmen oder Zugriffsmuster-Analysefunktionen zur Detektion von Netzwerk-Schadroutinen in spezialisierte Siliziumkerne gießen könnte.
Quelle:
c't online
Mehrkernprozessoren gehört also die Zukunft. Auf der diesjährigen
Mikroprozessorkonferenz ISSCC wird
kein einziger einkerniger Prozessor mehr vorgestellt. Und das hat Gründe: Nachdem das Wettrennen der Gigahertze an technische Grenzen stößt, sind Leistungszuwächse bei entsprechend optimierter Software durch eine Dual-Core-Architektur potentiell gigantisch:
Ein zweiter Kern kann auch ohne große Änderungen an der Systemarchitektur durchaus 80 Prozent mehr Anwendungs-Performance bringen. Um Vergleichbares durch eine Steigerung der Taktfrequenz zu bewerkstelligen, müsste man jene wohl verdreifachen - wie oben erläutert, ist das illusorisch.
Quelle:
c't online
Ganz auf Gigahertz-Geprotze kann man allerdings bei Intel noch nicht verzichten:
Auf der ISSCC wird auch gezeigt, dass 9 GHz mit 65-nm-Technik machbar sind. Gleichzeitig sollen die ersten funktionieren 45-nm-Chips vorgestellt werden, die die Grenze des Machbaren wieder nach oben korrigieren dürften.
Da
bleibt einem eigentlich nur frei nach Goethe zu antworten:
Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so arm mit nur einem Core.