Donnerstag, 19. Januar 2006

Big Broother II

Google ist ein kleiner Datensammler. Und wo Daten einmal angehäuft werden, da wachsen sogleich auch Begehrlichkeiten auf Zugriff zu diesen Daten. Ein Bundesgericht in Pennsylvania hatte nun die tolle Idee die Herausgabe der Daten zu fordern, um "Rückschlüsse auf die Nutzung pornografischer Webseiten ziehen". Google will dagegen kämpfen. Sehr löblich. Aber die eigentliche Frage ist doch: Warum werden diese durch IP-Adresse und Zugriffszeit zu Personen zuortbaren Daten nicht einfach gelöscht? Wozu werden sie gespeichert?

Für Google geht es in dem Verfahren auch um die eigene Glaubwürdigkeit. Eine Datenherausgabe könnte dem Image des Unternehmens schweren Schaden zufügen - und Surfer verunsichern oder ihnen schlicht die Augen öffnen. Dass die Analyse der Suchanfragen vielfältige Rückschlüsse über die Anfragenden erlauben, ist unbestritten. Datenschützer haben Google wiederholt wegen der umfangreichen Datensammelaktivitäten kritisiert. So wurde dem Unternehmen vorgeworfen, dass es keine Richtlinien darüber gibt, wie lange erfasste Daten überhaupt gespeichert werden.

Quelle: SPON

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Von Terrorstaaten und Atombomben

Chirac droht Terrorstaaten mit Atombombenabwürfen. Er dreht offenbar am Rad oder ich habe irgendwas grundsätzlich nicht verstanden. Was mich aber wirklich mal interessiert ist seine Definition eines Terrorstaats. Länder, die "den Einsatz von Massenvernichtungswaffen auch nur erwäge[n]" sollen nach Willen Chiracs den atomaren Holocaust erleben - samt unschuldiger Bevölkerung natürlich.

Frankreich erwägt also den Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Moment, wo ist der Logikfehler?

Nachtrag:

Die Rede hat es echt in sich. Mit Atomwaffen wird gedroht, falls Frankreichs "vitale Interessen" verletzt werden. Und die werden sehr großzügig definiert. U.a. wird auch der Einsatz von Nuklearwaffen erwogen, falls Frankreichs "strategische Versorgung" (Öl? Gas?) bedroht sei:

Die Garantie unserer strategischen Versorgung und die Verteidigung der verbündeten Länder gehören unter anderen zu den Interessen, die es zu schützen gilt. (...) Es obliegt dem Präsidenten der Republik, das Ausmaß und die möglichen Folgen einer Bedrohung oder einer unerträglichen Erpressung gegen seine Interessen einzuschätzen." Dies könne "zu der Einschätzung führen, dass sie in das Feld unserer vitalen Interessen fallen".
Quelle: heute.de

Boris F., Tron und die Wikipedia

Sagt euch der Name Boris Floricic etwas? Bis vor wenigen Wochen hätte er mir nichts gesagt. Seit allerdings die Eltern des 1998 verstorbenen Hackers, den ich bis vor wenigen Wochen nur unter seinem Pseudonym "Tron" kannte, gegen die Nennung des Namens in der Wikipedia juristisch zu Felde ziehen, ist sein voller Name wahrscheinlich bekannter als je zuvor.

Grund für die größere Bekanntheit des Namens dürfte die nun folgende Berichterstattung über eine einstweilige Verfügung des Amtsgericht Berlin-Charlottenburg sein. Das Gericht erkannte offenbar die besondere Dringlichkeit des Sachverhalts an und untersagte Wikimedia Deutschland bis zur gerichtlichen Klärung des Streitfalls die Weiterleitung von www.wikipedia.de auf die deutschsprachige Wikipedia, die auf einem amerikanischen Server nach wie vor unter de.wikipedia.org zu finden ist.

Liebe Freunde Freien Wissens,

durch eine vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 17. Januar 2006 erwirkte einstweilige Verfügung wurde dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. untersagt, von dieser Domain auf die deutschsprachige Ausgabe der freien Enzyklopädie Wikipedia (wikipedia.org) weiterzuleiten.

Wir lassen derzeit durch unsere Rechtsanwälte alle möglichen Schritte prüfen, um Ihnen schnellstmöglich wieder einen unkomplizierten Zugang zur freien Enzyklopädie Wikipedia zu bieten. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen bis auf Weiteres keine weiteren Stellungnahmen in dieser Sache abgeben werden.

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.
Berlin, 18. Januar 2006

Quelle: http://www.wikipedia.de/

Tron war Mitglied des Chaos Computer Clubs und entwickelte ein Cryptophon, das verschlüsselte Telefongespräche realisieren sollte. Viele Dokumente dazu, u.a. seine Diplomarbeit, sind dazu noch heute auf dem FTP-Server des CCC online.

Tron war 1998 unter zunächst ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft schloss Mord nach einer Untersuchung aus und spricht von Suizid. Von vielen Mitgliedern des CCCs, u.a. deren Sprechern Andy Müller-Maguhn und Tim Pritlove, wird diese Version aber bezweifelt. Burkhard Schröder beschäftigte sich eingehend mit dem Fall, u.a. in seinem Buch "Tron – Tod eines Hackers". Schließlich verließ er den CCC aus Protest gegen die von vielen Clubmitgliedern im Falle Trons gehegten Verschwörungstheorien.

Kurios ist übrigens der Grund, der von den Eltern u.a. laut Wikipedia-Benutzer Hoch auf einem Baum genannt wird:

Laut Vermittlungsausschuss und http://www.tronland.net/f.html ist der Grund, dass die Eltern durch die Namensnennung finanzielle Einbußen befürchten (oder zumindest nach seinem Tod diese Befürchtung geäußert haben) - sie betreiben ein Reisebüro mit Publikumsverkehr, die Sorge der Eltern sei, dass Kunden (durch den seltenen Nachnamen aufmerksam geworden) unsicher seien, wie sie mit dem Schmerz der Eltern umgehen sollten, und dadurch ganz wegbleiben würden. Als Argument wurde auch die schwierige Lage der Tourismusbranche seit (dem 11. September) 2001 angeführt, die eine besondere Rücksichtsnahme nötig mache. grüße, Hoch auf einem Baum 13:35, 26. Okt 2005 (CEST)


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tron_(Hacker)/Archiv

Nachtrag vom 20. Januar 2006:

Heise meldet gerade, dass das Amtsgericht Charlottenburg einem Antrag auf Vollstreckungsschutz von Wikimedia Deutschland stattgegeben hat und wikipedia.de somit bis zur Urteilsfindung wieder weiterleiten darf.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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