Montag, 9. Januar 2006

Verband Deutscher Musikschaffender - Bund Deutscher Juristen ...?

Die Deutsche Presseagentur meldetet, der "Verband Deutscher Musikschaffender" starte eine Kampagne von CDs, die mit dem Logo "Ohne Kopierschutz" beworben würden. Die Meldung schaffte es u.a. zu heute.de und Futurezone.

Markus schreibt in netzpolitik.org:

Kennt hier jemand den “Verband Deutscher Musikschaffender“? Bisher ist mir dieser “Verband” noch nicht aufgefallen.

Ich muss sagen: Mir auch nicht. Die Website wirkt seltsam und ist auf einen Verlag in Aachen angemeldet. Das gesetzlich vorgeschriebene Impressum fehlt. Ein neuer "Bund Deutscher Juristen"?

Über die Presse-Suchmaschine LexisNexis fand ich keine einzige Erwähnung des Verbandes in der der deutschen Presse in den letzten Jahrzehnten. Alles deutet also zunächst auf einen weiteren Fake hin.

Doch halt, nicht so voreilig: Die GEMA berichtete über einen Kompositionswettbewerb des Verbandes und verlinkt ihn dort auch. Und die Website gab es bereits 2002 - und zwar genau so, wie sie auch heute noch aussieht. Also wohl doch kein Fake. Es bleibt aber die Frage, ob der "Verband" außer Herrn und Frau Quirini noch weitere Mitglieder hat.

Nachtrag:

Das Impressum fehlt doch nicht, ist aber nicht als solches gekennzeichnet.

Du bist Deutschland™ - oder es knallt!

Laut einem Bericht auf Indymedia gehen die Betreiber der "Du bist Deutschland"-Kampagne nun gegen Kritiker vor, indem sie die Betreiber der satirischen Gegenkampagne wieder-deutschland.de abmahnen ließen:

Anfang Dezember ging diese Seite online - bis vor kurzem in anderem Layout. Kurz vor Weihnachten ging uns eine Abmahnung der Kanzlei Unverzagt von Have zu mit der Aufforderung, die Seite unverzüglich vom Netz zu nehmen. Die Werbeagentur Jung von Matt/Alster GmbH, Gestalterin und Inhaberin der "Marke 'Du bist Deutschland'" fühlten sich in ihren Interessen verletzt. Das Markenlogo tauchte auch auf unserer Seite auf. "Erschwerend" kam "hinzu, dass durch die bildliche Einfügung einer Hundezeichnung der Eindruck erweckt wird, dass der dargestellte Hund entweder auf das Bildmotiv seine Notdurft verrichtet oder aber das Bildmotiv selbst ein von dem Hund selbst hergestellten Hundehaufen darstellen soll" (Zitat aus der Abmahnung. Scharfsinnig kann man sagen. Aber was nun von beidem? Mehr zum versuchten Verbot der Kritik an der Kampagne "Du bist Deutschland".

Quelle: http://www.wieder-deutschland.de/

In der Abmahnung beansprucht man für sich u.a. die alleinige Nutzung der "Marke" "Du bist Deutschland".

Ohne Worte

Josef Ackermann mit Victory-Zeichen

Ackermann fordert Sozialabbau

Hundebilder, versteckt in PHP

Hundebilder gibt es nicht nur beim Schockwellenreiter, sondern auf jeder Website, die PHP benutzt - z.B. auch bei uns im FUCKUP Wiki.

Witzige Sache.

Der Wert der Arbeit - Arbeit, Arbeit über alles?

Arbeit ist kein beliebig vermehrbares Gut. Die Menge der sinnvollen Arbeit ist begrenzt, die Produktivität der geleisteten Arbeit steigt. Immer mehr unserer Wertschöpfung wird nicht über menschliche, sondern maschinelle und computerisierte - kurz automatisierte Arbeit - geleistet. Trotzdem hält man von FDP ("Vorfahr für Arbeit") bis Linkspartei ("Arbeit soll das Land regieren") am Konzept der Erwerbsarbeit weitgehend fest. Auch die Kirche beton den besonderen Wert der Arbeit über ökonomische Dimensionen hinaus:

Auch der Limburger Bischof Franz Kamphaus hat bei seiner Ansprache auf dem Neujahrsempfang des Frankfurter Gewerkschaftsbundes am Samstag von der Bedeutung der Arbeit gesprochen, aber vorrangig etwas anderes gemeint. Kamphaus sprach vom Vorrang der Arbeit vor Sozialleistung.

Es ist gut, daß er das tat. Denn bei allen Diskussionen um Hartz IV, um Kombi-Löhne, um steigende Aktienkurse, wenn wieder einmal Entlassungen verkündet werden, ist es wichtig, daran zu erinnern, daß Arbeit jenseits des rein Ökonomischen einen Wert in sich darstellt, Anerkennung und Freude verschafft, Teilhabe ermöglicht und Augenblicke der Erfüllung erlaubt. Der Bischof hat das so ausgedrückt: "Aus ethischer Sicht fällt besonders ins Gewicht, daß die Teilnahme am Erwerbsleben nicht nur für den Lebensunterhalt entscheidend ist, sondern auch für die Wertschätzung und die Entfaltung der Person in Gesellschaft und Kultur."


Quelle: FAZ.NET

Die Vorstellung jedoch, dass der Mensch sich vor allem in Erwerbsarbeit verwirklichen kann und soll ist recht jung, wie z.B. Klaus-Michael Kodalle feststellt:

In der Antike und noch im Mittelalter wurde Arbeit keineswegs als sinnstiftend, sondern eher als notwendiges Übel betrachtet. Das Mittel zur Selbstverwirklichung hieß Müßiggang. Unser heutiges Verständnis von Arbeit ist also noch sehr jung, und nun wird es radikal in Frage gestellt, da immer leistungsfähigere Maschinen uns zunehmend vom Joch der Arbeit befreien. [...] Viele Menschen müssen lernen, ihre zunehmende Freizeit wieder kreativ zu gestalten und sich nicht auf die Anerkennung in der bezahlten Erwerbsarbeit zu fixieren.

Mittelfristig müssen wir uns wohl damit abfinden, dass Vollbeschäftigung und die Organisation und Verteilung von Gütern über klassiche Erwerbsarbeit nur eine kurze Periode der Menschheitsgeschichte darstellte. Wir sind gerade dabei sie zu verlassen. Arbeit ist sicher ein geeignet Mittel sich selbst zu verwirklichen und sich als wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft zu fühlen. Dabei müssen wir aber darauf achten, dass unser gesellschaftliches Klima sich dahingehend verändert, nicht nur klassiche Erwerbsarbeit als sinnvolle Arbeit anzuerkennen. Kreative Arbeit und soziales Engagement ohne direkte Vergütung sind nahezu immer möglich. Es wird Zeit auch diese Formen der Arbeit endlich gesellschaftlich anzuerkennen. Ökonomisch ist die "Krise der Erwerbsarbeit" wohl vor allem durch ein bedingungsloses Grundeinkommen überwindbar. Aber das ist vielleicht das kleinere Problem.

Freiheit und Sozialismus: neosozial?

Roland Koch deutete es ja schon an, als er davon sprach, die Große Koalition würde nun Freiheit und Sozialismus verwirklichen: Die Union will weg vom neoliberalen Image. Deshalb setzt sie nun auch mehr auf SPD-Themen und möchte mehr Gerchtigkeit durch mehr Freiheit erreichen. Was das genau bedeutet soll, ist natürlich fraglich - aber zumindest hat man gemerkt, dass man neoliberale Politik lieber unter falschem Etikett verkauft.

Heute reiht sich selbst die FDP in die neue soziale Welle ein und nennt sich frech "neosozial".

Die Linkspartei hat den Altparteien offenbar doch recht relevante Markt, äh, Wähleranteile abgenommen. Marktanpassung nennt man sowas wohl ...

Atomarer Iran - mady by CIA?

Laut James Risen, Geheimdienstexperte der "New York Times", soll der CIA in einer geheimen Operation "Merlin" dem Iran im Februar 2000 das nötige Wissen übermittelt haben, um Atombomben zu bauen.

Risen belegt laut New York Times diese Hypothese in seinem Morgen erscheinenden Buch "State of War", worüber die New York Times heute bereits exklusiv berichtete. (Anmeldung erforderlich, http://bugmenot.com/ hilft)

Während die "New York Times" die brisante Enthüllung ihres Autors auf Bitte des Weißen Hauses zurückgehalten haben soll, verweist die CIA auf angeblich "schwerwiegende Ungenauigkeiten" in Risens Werk - und lehnt jeden Kommentar zu den Enthüllungen ab.
Quelle: SPON

Es wäre nicht der erste Fall von freiwilliger Selbstzensur der New York Times.

"Ohne Kopierschutz" - endlich wieder echte CDs!

So genannte "Un-CDs" führten zu viel Ärger: Die von Philips Compact-Disc-Standard abweichenden und um immer neue Kopierschutzmaßnahmen aufgerüsteten CDs ließen sich auf vielen Geräten - oft z.B. im Auto - nicht abspielen und wurden trotzdem immer wieder geknackt und kopiert.

Teile der Musikindustrie scheinen nun ein Einsehen zu haben: Der Verband Deutscher Musikschaffender (VDM) will nun ein "Ohne Kopierschutz"-Logo für CDs nach CD-Standard einführen, die sich garantiert in allen Audio-CD-Geräten abspielen lassen.

Nachtrag:

Ist der Verband Deutscher Musikschaffender vielleicht ein neuer "Bund Deutscher Juristen"?

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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