Mittwoch, 4. Januar 2006

retrievr: Bildersuche mal anders

Bildschirmfoto
Was erkennt retrievr in diesem "Tintenklecks"?

Via symlink.ch habe ich retrievr entdeckt: Eine Bildersuche, die in flickr nach Bildern sucht, die gewisse Ähnlichkeiten zu einem online selbstgezeichneten Bild haben.

Allerdings ist "ähnlich" hier noch ein weitgefasster Begriff, wie auch schon dkg feststellen mußte: retrievr sucht, wie der Namen schon vermuten lassen mag, nur durch Bilder bei flickr (was schon mal die Auswahl in gewisser Weise einschränkt) und achtet vor allem auf Farben und weniger auf Formen.

Quelle: symlink.ch

Ein interessanter Ansatz.

Die Sowjetisierung der Kunst

downloading_communism

Die Erhebung einer Lizenzpauschale komme einer "Sowjetisierung der Kunst" gleich, kritisierte der Präsident des Verbands der französischen Komponisten und Musikverleger (SACEM), Bernard Miyet.
Quelle: heute.de

Dokumentation: der "Islamistentest" aus Baden-Württemberg

"Gesprächsleitfaden für die Einbürgerungsbehörden"

Die Bild freut sich, Telepolis witzelt. Überall redet man über den neuen "Islamistentest", offiziell ein Gesprächsleitfaden, mit dem Baden-Württembergs Behörden künftig allen Einbürgerungswilligen aus dem islamischen Kulturkreis auf den Zahn fühlen möchten. Aus der Newsgroup de.talk.tagesgeschehen hier der gesamte Fragebogen:

Baden-Württemberg: Gesprächsleitfaden für die Einbürgerungsbehörden

Bekenntnis
zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)

Gesprächsleitfaden für die Einbürgerungsbehörden
Stand 01.09.2005


Name, Vorname und ggf. Geburtsname des Einbürgerungsbewerbers:


Geburtsdatum: Nationalität:



Vorbemerkung

Das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ist Einbürgerungsvoraussetzung nach § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StAG. Entsprechendes gilt im Rahmen der Ermessenseinbürgerung. Es darf deshalb keineswegs als Formalie gehandhabt werden, die mit der Unterschrift unter die Bekenntniserklärung erfüllt ist. Soweit die Einbürgerungsbehörde Zweifel hat, ob der Einbürgerungsbewerber den Inhalt seiner Erklärung wirklich verstanden hat und ob sie seiner inneren Überzeugung entspricht, führt sie ein Gespräch mit ihm unter Verwendung dieses Leitfadens. Die Ergebnisse des Gesprächs sind zu dokumentieren und vom Einbürgerungsbewerber zu unterschreiben. Dabei sind auch Erläuterungen zu den jeweiligen Antworten zu erfragen und festzuhalten. Der Einbürgerungsbewerber ist darauf hinzuweisen, dass unwahre Angaben als Täuschung der Einbürgerungsbehörde gewertet werden und - auch noch nach Jahren - zur Rücknahme der Einbürgerung führen können. Die Unterzeichnung der Bekenntnis- und Loyalitätserklärung nach Nr. 10.1.1.1
der vorläufigen Anwendungshinweise des BMI zum StAG bleibt unberührt; das Gleiche gilt für die Ergänzung zu Nrn. 8.1.2.5 und 9.1.2.1 der vorläufigen Anwendungshinweise.


1. Das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland umfasst die Werteordnung des Grundgesetzes, die inhaltsgleich für alle Staaten der Europäischen Union gilt. Dazu gehören unter anderem

• der Schutz der Menschenwürde
• das Gewaltmonopol des Staates, das heißt, außer dem Staat darf in der Bundesrepublik Deutschland niemand Gewalt gegen einen anderen anwenden, es sei denn in Notwehr. Der Staat selbst darf Gewalt nur auf Grund einer gesetzlichen Ermächtigung anwenden
• sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Entsprechen diese Grundsätze Ihren persönlichen Vorstellungen?

2. Was halten Sie von folgenden Aussagen?
• „Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, die wir haben, aber die beste, die es gibt.“ „Die Menschheit hat noch nie eine so dunkle Phase wie unter der Demokratie erlebt. Damit der Mensch sich von der Demokratie befreien kann, muss er zuerst begreifen, dass die Demokratie den Menschen nichts Gutes geben kann ...“


3. In Filmen, Theaterstücken und Büchern werden manchmal die religiösen Gefühle von Menschen der unterschiedlichen Glaubensrichtungen verletzt. Welche Mittel darf der Einzelne Ihrer Meinung nach anwenden, um sich gegen solche Verletzungen seines Glaubens zu wehren, und welche nicht?


4. Wie stehen Sie zu Kritik an einer Religion? Halten Sie diese für zulässig? Setzen Sie sich damit auseinander?


5. In Deutschland können politische Parteien und Vereine wegen verfassungsfeindlicher Betätigung verboten werden. Würden Sie trotz eines solchen Verbots die Partei oder den Verein doch unterstützen? Unter welchen Umständen?


6. Wie stehen Sie zu der Aussage, dass die Frau ihrem Ehemann gehorchen soll und dass dieser sie schlagen darf, wenn sie ihm nicht gehorsam ist?


7. Halten Sie es für zulässig, dass ein Mann seine Frau oder seine Tochter zu Hause einschließt, um zu verhindern, dass sie ihm in der Öffentlichkeit „Schande macht“?


8. In Deutschland kann die Polizei bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Eheleuten einschreiten und zur Abwehr von weiteren Gefahren den Täter für einige Tage aus der Wohnung verweisen? Was halten Sie davon?


9. Halten Sie es für einen Fortschritt, dass Männer und Frauen in Deutschland kraft Gesetzes gleichberechtigt sind? Was sollte der Staat Ihrer Meinung nach tun, wenn Männer dies nicht akzeptieren?


10. In Deutschland kann jeder bei entsprechender Ausbildung nahe zu jeden Beruf ergreifen. Was halten Sie davon? Sind Sie der Meinung, dass bestimmte Berufe nur Männern oder nur Frauen vorbehalten sein sollten? Wenn ja, welche und warum?


11. Welche Berufe sollte Ihrer Meinung nach eine Frau auf keinen Fall ausüben? Hätten Sie bei bestimmten Berufen Schwierigkeiten, eine Frau als Autoritätsperson anzuerkennen?


12. In Deutschland kann jeder selbst entscheiden, ob er sich lieber von einem Arzt oder einer Ärztin behandeln lässt.
In bestimmten Situationen besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht: Notfall, Schichtwechsel im Krankenhaus. Würden Sie sich in einem solchen Fall auch von einer Ärztin (männlicher Einbürgerungsbewerber) oder einem Arzt (Einbürgerungsbewerberin) untersuchen oder operieren lassen?


13. Man hört immer wieder, dass Eltern ihren volljährigen Töchtern verbieten, einen bestimmten Beruf zu ergreifen oder einen Mann ihrer Wahl zu heiraten. Wie stehen Sie persönlich zu diesem Verhalten? Was würden Sie tun, wenn Ihre Tochter einen Mann anderen Glaubens heiraten oder eine Ausbildung machen möchte, die Ihnen nicht gefällt?


14. Was halten Sie davon, dass Eltern ihre Kinder zwangsweise verheiraten? Glauben Sie, dass solche Ehen mit der Menschenwürde vereinbar sind?


15. In Deutschland gehört der Sport- und Schwimmunterricht zum normalen Schulunterricht. Würden Sie Ihre Tochter daran teilnehmen lassen? Wenn nein: Warum nicht?


16. Wie stehen Sie dazu, dass Schulkinder an Klassenausflügen und Schullandheimaufenthalten teilnehmen?


17. Ihre volljährige Tochter/Ihre Frau möchte sich gerne so kleiden wie andere deutsche Mädchen und Frauen auch. Würden Sie versuchen, dass zu verhindern? Wenn ja: Mit welchen Mitteln?


18. Bei Einbürgerungsbewerberinnen: Ihre Tochter möchte sich gerne so kleiden wie andere deutsche Mädchen und Frauen auch, aber Ihr Mann ist dagegen? Was tun Sie?


19. Ihre Tochter/Schwester kommt nach Hause und erzählt, sie sei sexuell belästigt worden. Was tun Sie als Vater/Mutter/Bruder/Schwester?


20. Ihr Sohn/Bruder kommt nach Hause und erzählt, er sei beleidigt worden. Was tun Sie als Vater/Mutter/Bruder/Schwester?


21. Erlaubt das Grundgesetz Ihrer Meinung nach, seine Religion zu wechseln, also seine bisherige Glaubensgemeinschaft zu verlassen und ohne Religion zu leben oder sich einer anderen Religion zuzuwenden? Was halten Sie davon, wenn man wegen eines solchen Religionswechsels bestraft würde (z.B. mit dem Verlust des Erbrechts)?


22. Sie erfahren, dass Leute aus Ihrer Nachbarschaft oder aus Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis einen terroristischer Anschlag begangen haben oder planen. Wie verhalten Sie sich? Was tun sie? (Hinweis für die EBB: Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Dr. Nadeem Elyas, hat im ZdF am 15.07.2005 - nach den Anschlägen in London - erklärt, die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden sei für Muslime „ein islamisches Gebot und kein Verrat“!)


23. Sie haben von den Anschlägen am 11. September 2001 in New York und am 11. März 2004 in Madrid gehört. Waren die Täter in Ihren Augen Terroristen oder Freiheitskämpfer? Erläutern Sie Ihre Aussage.


24. In der Zeitung wird manchmal über Fälle berichtet, in denen Töchter oder Ehefrauen von männlichen Familienangehörigen wegen „unsittlichen Lebenswandels“ getötet wurden, um die Familienehre wieder herzustellen. Wie stehen Sie zu einer solchen Tat?


25. Was halten Sie davon, wenn ein Mann in Deutschland mit zwei Frauen gleichzeitig verheiratet ist?


26. Wie beurteilen Sie es, wenn ein verheirateter Mann aus Deutschland in seinen früheren Heimatstaat fährt und dort ein zweites Mal heiratet?


27. Manche Leute machen die Juden für alles Böse in der Welt verantwortlich und behaupten sogar, sie steckten hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York? Was halten Sie von solchen Behauptungen?


28. Ihre Tochter bewirbt sich um eine Stelle in Deutschland. Sie bekommt jedoch ein ablehnendes Schreiben. Später erfahren Sie, dass eine Schwarzafrikanerin aus Somalia die Stelle bekommen hat. Wie verhalten Sie sich?


29. Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammen leben. Wie reagieren Sie?


30. In Deutschland haben sich verschiedene Politiker öffentlich als homosexuell bekannt. Was halten Sie davon, dass in Deutschland Homosexuelle öffentliche Ämter bekleiden?

Erklärung des Einbürgerungsbewerbers:

Meine Antworten und Erläuterungen zu den gestellten Fragen sind korrekt wiedergegeben und entsprechen meiner tatsächlichen inneren Einstellung. Ich hatte keine Schwierigkeiten, die Fragen zu verstehen; soweit ich sie nicht gleich verstanden habe, wurden sie mir so erklärt, dass ich alles verstanden habe.

Ich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass unwahre Angaben als Täuschung der Einbürgerungsbehörde gewertet werden und - auch noch nach Jahren - zur Rücknahme der Einbürgerung führen können, selbst wenn ich dadurch staatenlos werden sollte.

Ort, Datum Unterschrift

SPON: Neutrale Fragestellung

Wie man ein Dementi korrekt schreibt wissen sie nicht. Aber wie sieht es mit der Formulierung von Umfragen aus?

SPON: Hoffen SIe auf weitere deutliche Reformschritte im kommenden Jahr

Quelle: SPON

Setzen, sechs! Diekmann lesen!

Erinnert mich an Umfragen der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft":

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am 1. Juli im Bundestag die Vertrauensfrage gestellt mit dem Ziel, damit Neuwahlen herbeizuführen.

Ist das gut für die Reformpolitik in Deutschland?

Ja, denn es besteht zumindest die Hoffnung, dass durch mögliche Neuwahlen klare politische Verhältnisse geschaffen werden, mit denen eine konsequente Reformpolitik betrieben werden kann.

Nein, die Politik muss viel stärker das Wohle Deutschlands im Auge haben. Nur dann ist auch eine konsequente Reformpolitik möglich – egal, mit welchen Mehrheitsverhältnissen.

Jack Abramoff: Das Böse ist nicht immer da, wo man es vermutet

Jack Abramoff ist Lobbyist, hat zahlreiche Kontakte zu allem was Rang und Namen hat in der politischen Klasse der USA - insbesondere Republikanern - und ist in zahlreiche Affären und möglichweise einen Mord verwickelt. So weit stimmt das Weltbild. Aber für welche Lobbygruppe hat dieser Mann, der nun auspacken will und das republikanische Amerika zu erschüttern droht, gearbeitet? Die Tabakindustrie? Die Atomlobby? Die Waffenhersteller? Die Mafia? Alles falsch: Für die Indianer in den Reservaten. Manchmal ist das Böse nicht da, wo man es vermutet. ;)

SPIEGEL Online: Wie schreibe ich ein Dementi?

Am ersten Januar berichtete u.a. SPIEGEL online über eine angebliche Pressemeldung des "Bund Deutscher Juristen", die wenig später als Fake enttarnt wird.

Außer auf einigen Blogs, denen das auffällt, tut sich erstmal wenig. SPON verliert zunächst kein Wort mehr darüber. Einen Tag später beginnt sich die Sache herumzusprechen: Der Tagesspiegel berichtet ebenso wie die Frankfurter Rundschau und die taz. Als dann am 3. Januar auch noch u.a. die Welt, das Deutschlandradio, Heise, die Netzeitung und die Süddeutsche Zeitung berichten, wurde es SPIEGEL Online offenbar zu peinlich, die falsche Nachricht gebracht zu haben ohne sie danach ordnungsgemäß zu dementieren. Was tun? Unter der alten Falschmeldungs-URL veröffentlichte man kurzerhand ein Dementi und datierte es einfach auf den 1. Januar vor. Der Artikel wird passenderweise auch gleich noch mit einer weiteren Ente bzw. Urban Legend eingeleitet:

Das gezielte Fälschen von Nachrichten hat eine lange Tradition: Als einer der ersten Schöpfer von Medien-Enten gilt der österreichische Schriftsteller Karl Kraus, dem es 1908 unter Pseudonym gelungen war, einen mit pseudowissenschaftlichem Nonsens gespickten Beitrag über ein Erdbeben in der Wiener "Neuen Freien Presse" zu platzieren.

Dazu schrieb Telepolis bereits 2004:

Eine Leidenschaft von Schütz war es, Zeitungen gefälschte, auf den ersten Blick aber mögliche Meldungen zukommen zu lassen, weil er sich ärgerte, dass die Redaktion kaum deren Wahrheitsgehalt wirklich nachprüfen und vor allem auf pseudowissenschaftliche Inhalte hereinfallen. Eine seiner bekannteren Finten - manche waren allerdings noch übertriebener und handelten von feuerfester Kohle oder ovalen, stoßdämpfenden Rädern - war der Leserbrief über den Grubenhund, der 1911 in der Neuen Freien Presse veröffentlicht wurde. Der Artikel ging um ein Erdbeben im Ostrauer Kohlerevier, das ein in einem Laboratorium schlafender "Grubenhund" aber schon eine halbe Stunde zuvor bemerkt habe und unruhig geworden sei. Als Hund bezeichnet man im Bergwerk allerdings Loren. Die Meldung vom Grubenhund wurde auch Karl Kraus zugeschrieben und wurde zur Bezeichnung für Zeitungsenten.

Nachtrag zum Thema Grubenhund und Karl Kraus:

So einfach ist die Sache doch nicht. Weder SPON noch ich haben wirklich recht, siehe Kommentare.

"Raubkopiererpartei" in Schweden

"Der Pirat des Wissens ist ein guter Pirat" meinte schon Michel Serres und deshalb hat sich die neue schwedische Piratpartiet die Wissenspiratie auf die Fahne geschrieben. Das erklärte Ziel der parteilich organisierten Datenpiraten ist die Abschaffung der Monopolisierung sämtlichen geistigen Eigentums, seien es das Urheberrecht oder Patente:

Die Gründer der neuen Partei finden, dass immaterieller Besitz wie die Rechte an Software, Patenten, Musik und Filmen ein illegales Monopol darstellen und den freien Markt beschränken. So steht es nun auch im Programm der «Piratpartiet». [...] Außerdem lehnen die schwedischen Politpiraten die Beschneidung der Privatsphäre durch Antiterrormaßnahmen kategorisch ab. Bei den schwedischen Wahlen im Herbst müssen sie die dortige Vier-Prozent-Hürde überwinden und mindestens 225.000 Stimmen bekommen, um ins Parlament einziehen zu können. Eine intensivere Diskussion über das Urheberrecht werden sie mit Sicherheit auslösen.

Quelle: Netzeitung

Ökonomische Rationalität und ein bescheidener Vorschlag

Unsre Kaufleute versichern mir, dass ein Knabe oder ein Mädchen unter dem zwölften Jahr keine marktfähige Ware ist; und selbst in diesem Alter werfen sie bei der Veräußerung nicht mehr als drei Pfund oder höchstens drei Pfund und eine halbe Krone ab; das kann sich weder für die Eltern noch für das Königreich lohnen, denn die Kosten der Ernährung und der Kleiderfetzen sind mindestens viermal so hoch gewesen.
Ich werde also jetzt demütigst meine eignen Gedanken darlegen, die, wie ich hoffe, nicht dem geringsten Einwand begegnen können.
Mir ist von einem sehr unterrichteten Amerikaner aus meiner Bekanntschaft in London versichert worden, dass ein junges, gesundes, gutgenährtes, einjähriges Kind eine sehr wohlschmeckende, nahrhafte und bekömmliche Speise ist, einerlei, ob man es dämpft, brät, bäckt oder kocht, und ich zweifle nicht, dass es auch in einem Frikassee oder einem Ragout in gleicher Weise seinen Dienst tun wird.


Der Satiriker Jonathan Swift in "Ein bescheidener Vorschlag" (Original: "A Modest Proposal", 1729)

Und immer noch aktuell.

Die Zukunft der Netze

Nun, in der Mitte des 21. Jahrhunderts, hat sich das Internet in zweierlei Hinsicht gegenüber der ersten großen Boomphase Ende der 1990er Jahre verändert:

Die technischen Aspekte sind vor allem die billigere und schnellere Technik, die in erster Linie durch ADSL ermöglicht wurde. Die veränderten technischen Möglichkeiten schufen auch die Voraussetzung für eine breitere und andere Nutzung des Netzes und einer breiteren Nutzerbasis, wodurch auch der Frauenanteil größer wurde.

Die Internet-Flatrate führte zu einer neuen Kultur im Umgang mit dem Internet es zunehmend nicht nur zur schnellen Informationsbeschaffung, sondern auch als "Aufenthaltsraum" zur gegenseitigen Kommunikation zu nutzen.

Auf diesem sozialen Wandel in der Nutzung der Kommunikation bauten dann wiederum technische Neuerungen wie Weblogs, Wikis und eine Wiederentdeckung von Standards zur reibunglosen Kommunikation über alle System- und Browsergrenzen hinweg auf: das sog. Web 2.0 entstand.

Wie geht es nun weiter? Technisch scheint die Richtung vorgegeben sein: Mehr Bandbreite. Die Zugänge der näheren Zukunft werden wohl WiMAX und VDSL werden. Manche meinen gar, WiMAX würde die DSL-Technologie ganz verdrängen. Die Telekommunikationsunternehmen sind da skeptischer: Ihre Verdienstausfälle im Festnetzmarkt durch VoIP und Handy-Flatrate wollen die großen Telekommunikationsunternehmen Europas und der USA offenbar durch Investitionen in VDSL-Technologie wettmachen. Und es gibt technisch keinen Grund, verschiedene Informationen wie Telefongespräche, hochauflösendes digitales Fernsehen und den Datenverkehr des Internets über verschiedene Leitungen laufen zu lassen. In einem aktuellen Special berichtet das Handelsblatt auch darüber wie die anderen Länder ihre Netze weiter pflegen.

Es ist weiterhin anzunehmen, dass das Betreiben von Servern dank des verbreiteten Wissen um GNU/Linux und Kampfpreisangeboten im Server-Hosting immer beliebter wird. Die Angebotstruktur des Netzes dürfte so noch vielfältiger werden.

Auch auf der Softwarseite wird die Entwicklung, wenn auch langsamer, da historisch gewachsen, voranschreiten. Im Gespräch mit Technology Review erläutert Larry Peterson, Direktor des PlanetLab, wie neue Technologien, u.a. eine weitere Dezentralisierung, das Inernet schneller und sicherer machen könnten. Vielleicht wird auch endlich das das Problem des Spam und das von Computerviren und vor allem Würmern besser in den Griff zu bekommen sein. Forscher der Hebräischen Universität in Jerusalem schlagen dazu beispielsweise ein System von "Honeypods" vor, das Würmer mit speziell dazu eingerichteten E-Mail-Adressen "anlockt", diese (wenn möglich automatisiert) analysiert und das entsprechende "Gegengift" in Form eines Programms an infizierte Computer weiterleitet. Dazu sollen sich diese "Hönigtöpfe" selbst einer Technik bedienen, die von sich ungehindert verbreitenen Computerwürmern abgeguckt wurde.

So viel zu den technischen Neuerungen, die uns wahrscheinlich ewarten. Wie aber wird sich das Netz auf die soziale Wirklichkeit auswirken?

Wird die nächste große Einsparwelle der Unternehmen die Innenstädte zu Betonwüsten verkommen lassen? Denkbar wäre die Erledigung eines großen Teils von Büroarbeit von zu Hause aus - mit Highspeedzugang und per Videokonferenz. So etwas wurde schon vielfach prophezeit - jedoch scheiterte es meist daran, dass viele argumentieren, es sei einfach nicht das gleiche, ob man jemanden vi sa vi gegenübersitzt oder per Netz kommuniziert. Aber ist das vielleicht nicht nur ein Generationenproblem? Die jetztige Wirtschaftselite ist noch nicht mit dem Internet aufgewachsen, heute bedienen sich fast alle Jugendlichen elektronischer Instant Messenger und plaudern über ICQ wie früher über das Telefon. Ich persönlich fände diese Vision allerdings grauenhaft.

Eine etwas abwegigere aber nicht uninteressante Idee beschäftigt sich mit der Vernetzung von realer und virtueller Welt. Nur diesmal soll nicht wie in der Wikipedia das Wissen der realen Welt in der virtuellen gesammelt werden, sondern dieses virtuelle Wissen quasi per Link in die reale Welt verknüpft werden. Dazu bedient man sich einer Technik, die sich Semacode nennt und aus Internet-Adressen Bilder formt. Diese können mittels einer Software für JAVA-fähige Handys dann per Handyfoto zurück in den URL verwandelt und per Handy-Browser aufgerufen werden. Wer an dieser Verlinkung der Wikipedia in die reale Welt teilnehmen möchte, kann sich unter http://www.semapedia.org/ den entsprechenden Semacode generieren und ausdrucken lassen und das gedruckte Dokument mit der virtuellen Adresse zum Artikel des realen Schauplatzes direkt dort aushängen.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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