Nun, in der Mitte des 21. Jahrhunderts, hat sich das Internet in zweierlei Hinsicht gegenüber der ersten großen Boomphase Ende der 1990er Jahre verändert:
Die technischen Aspekte sind vor allem die billigere und schnellere Technik, die in erster Linie durch
ADSL ermöglicht wurde. Die veränderten technischen Möglichkeiten schufen auch die Voraussetzung für eine breitere und andere Nutzung des Netzes und einer breiteren Nutzerbasis, wodurch auch
der Frauenanteil größer wurde.
Die Internet-
Flatrate führte zu einer neuen Kultur im Umgang mit dem Internet es zunehmend nicht nur zur schnellen Informationsbeschaffung, sondern auch als "Aufenthaltsraum" zur gegenseitigen Kommunikation zu nutzen.
Auf diesem sozialen Wandel in der Nutzung der Kommunikation bauten dann wiederum technische Neuerungen wie Weblogs, Wikis und eine Wiederentdeckung von Standards zur reibunglosen Kommunikation über alle System- und Browsergrenzen hinweg auf:
das sog. Web 2.0 entstand.
Wie geht es nun weiter? Technisch scheint die Richtung vorgegeben sein: Mehr Bandbreite. Die Zugänge der näheren Zukunft werden wohl
WiMAX und
VDSL werden.
Manche meinen gar, WiMAX würde die DSL-Technologie ganz verdrängen. Die Telekommunikationsunternehmen sind da skeptischer: Ihre Verdienstausfälle im Festnetzmarkt
durch VoIP und Handy-Flatrate wollen die großen Telekommunikationsunternehmen Europas und der USA offenbar
durch Investitionen in VDSL-Technologie wettmachen. Und es gibt technisch keinen Grund, verschiedene Informationen wie Telefongespräche,
hochauflösendes digitales Fernsehen und den Datenverkehr des Internets über verschiedene Leitungen laufen zu lassen. In einem
aktuellen Special berichtet das Handelsblatt auch darüber
wie die anderen Länder ihre Netze weiter pflegen.
Es ist weiterhin anzunehmen, dass das Betreiben von Servern dank des verbreiteten Wissen um
GNU/Linux und
Kampfpreisangeboten im Server-Hosting immer beliebter wird. Die Angebotstruktur des Netzes dürfte so noch vielfältiger werden.
Auch auf der Softwarseite wird die Entwicklung, wenn auch langsamer, da historisch gewachsen, voranschreiten.
Im Gespräch mit Technology Review erläutert Larry Peterson, Direktor des
PlanetLab, wie neue Technologien, u.a. eine weitere Dezentralisierung,
das Inernet schneller und sicherer machen könnten. Vielleicht wird auch endlich das das Problem des
Spam und das von
Computerviren und vor allem
Würmern besser in den Griff zu bekommen sein. Forscher der Hebräischen Universität in Jerusalem
schlagen dazu beispielsweise ein System von "Honeypods" vor, das Würmer mit speziell dazu eingerichteten E-Mail-Adressen "anlockt", diese (wenn möglich automatisiert) analysiert und das entsprechende "Gegengift" in Form eines Programms an infizierte Computer weiterleitet. Dazu sollen sich diese "Hönigtöpfe" selbst einer Technik bedienen, die von sich ungehindert verbreitenen Computerwürmern abgeguckt wurde.
So viel zu den technischen Neuerungen, die uns wahrscheinlich ewarten. Wie aber wird sich das Netz auf die soziale Wirklichkeit auswirken?
Wird die nächste große Einsparwelle der Unternehmen die Innenstädte zu Betonwüsten verkommen lassen? Denkbar wäre die Erledigung eines großen Teils von Büroarbeit von zu Hause aus - mit Highspeedzugang und per Videokonferenz. So etwas wurde schon vielfach prophezeit - jedoch scheiterte es meist daran, dass viele argumentieren, es sei einfach nicht das gleiche, ob man jemanden vi sa vi gegenübersitzt oder per Netz kommuniziert. Aber ist das vielleicht nicht nur ein Generationenproblem? Die jetztige Wirtschaftselite ist noch nicht mit dem Internet aufgewachsen, heute bedienen sich fast alle Jugendlichen elektronischer
Instant Messenger und plaudern über ICQ wie früher über das Telefon. Ich persönlich fände diese Vision allerdings grauenhaft.
Eine etwas abwegigere aber nicht uninteressante Idee beschäftigt sich mit der Vernetzung von realer und virtueller Welt. Nur diesmal soll nicht wie in der Wikipedia das Wissen der realen Welt in der virtuellen gesammelt werden, sondern dieses virtuelle Wissen
quasi per Link in die reale Welt verknüpft werden. Dazu bedient man sich einer Technik, die sich
Semacode nennt und aus Internet-Adressen Bilder formt. Diese können
mittels einer Software für JAVA-fähige Handys dann per Handyfoto zurück in den
URL verwandelt und per Handy-Browser aufgerufen werden. Wer an dieser Verlinkung der Wikipedia in die reale Welt teilnehmen möchte, kann sich unter
http://www.semapedia.org/ den entsprechenden Semacode generieren und ausdrucken lassen und das gedruckte Dokument mit der virtuellen Adresse zum Artikel des realen Schauplatzes direkt dort aushängen.