Die Urheber des
"Folter-Hoax vom "Bund Deutscher Juristen" haben sich
lau Tagesspiegel in einer E-Mail bekannt. In dem Artikel werden allerdings keine Motive für die Tat genannt, sodass
Heise auch keine in der E-Mail erwähnte Motive vermutet.
In
der taz wird die Geschichte kurz nacherzählt:
Der Frühdienst habe am Neujahrsmorgen eine entsprechende Presseerklärung als E-Mail vorgefunden und sich auf der angegebenen Homepage von der Existenz des BDJ überzeugt. Dass auf dieser das eigentlich zwingend vorgeschrieben Impressum fehlte, die angebliche Organsation der Spitzenjuristen dafür aber mit reichlich krudem Lob in eigener Sache ("Unsere Beiträge zur Wiederbewaffnung der Bundeswehr und dem Abtreibungsverbot sind hinlänglich bekannt.") glänzte, ging durch. Erst als AP Anfragen, wo die Organisation für weitere Interviews denn zu erreichen wäre, selbst nicht beantworten konnte, klingelte ein verspätetes Glöcklein. Da hatten andere Medien die "Nachricht" schon übernommen. "Wir bemühen uns weiter um Aufklärung", so Gehrig. Wer auch immer hinter der Meldung stecke, kenne sich aber offenbar mit den "Medienabläufen an Neujahr aus". Sollte sich ein Verantwortlicher in Deutschland ermitteln lassen, werde AP rechtliche Schritte einleiten. Doch das dürfte schwierig werden: Die Homepage,vermutlich eine Schöpfung von Foltergegnern, war erst am 28. Dezember bei der Domainregistrierfirma Proxy Inc. im US-Bundesstaat Arizona eingerichtet worden.
SPIEGEL Online hatte den Beitrag bereits am 1. Januar dementieren lassen, sich entschuldigt und rechtfertigt sich mit einem "nachrichtenarmen Feiertag mit beschränkten Recherchemöglichkeiten", was wohl auch den Verbreitern des
Hoax bekannt gewesen sein dürfte.