Donnerstag, 22. Dezember 2005

Niveauloch im Winter

Das Sommerloch ist berühmt. Aber auch im Winter finden leider "Sommerloch-Meldungen" ihren Weg in die Nachrichten. So etwas erstreckt inzwischen leider über das gesamte Jahr und ich würde Nachrichten dieser Art daher lieber gesamtjährliches Niveauloch nennen.

So wie die Tierschützer, die sich über das weihnachtliche Outfit des Papstes aufregen, weil dieser eine Pelzmütze trug.

Nur mal so als Info am Rande: Die Camauro oder Kamauro genannte rote Pelzmütze wurde zuletzt 1963 getragen. Das Tier, was dafür sein Leben ließ, dürfte schon etwas länger tot sein. Tagtäglich werden Millionen von Tieren industriell hergestellt, geschlachtet und und unter lebensunwürdigen Bedingungen transportiert. Aber gegen Fleischesser hetzen macht wenig Spaß, denn kaum einer macht mit. Dafür gibt es von denen zu viele. Das gleiche gilt für Lederschuhträger.

Daher zielt man bei PeTA und Co lieber auf die Pelzträger. Davon gibt es nämlich nur eine kleine gut betuchte Minderheit- und gegen solche lässt sich immer gut hetzen.

Twoday goes Open Source!

Heute habe ich noch eine Frage zur Software hinter twoday.net gestellt. Jetzt lese ich gerade auf pro-linux.de, dass die Software nun als Open-Source-Projekt auf Sourceforge veröffentlich wurde. Anders als zunächst angekündigt steht die Software nun doch nicht unter der GPL, sondern unter der freien BSD-Lizenz.

Mehr Infos gibt es bei michi und im twoday Wiki. Möge es die Knallgrau-Geschäfte beflügeln.

Übrigens, auch die Futurezone vom ORF setzt inzwischen auf Helma und Debian GNU/Linux.

Zensur in Russland

Unser russischer Freund und lupenreine Demokrat Putin hat nach einem Bericht der FAZ sowohl der Deutschen Welle als auch der BBC ihre Radio-Lizenzen für das Land faktisch entzogen. Obwohl Verlängerungsanträge rechtzeitig gestellt wurden, ließ man die Sendelizenzen auslaufen.

Ich weiß, wohin du letzten Sommer gefahren bist

Als "größte Errungenschaft in der Verbrechensbekämpfung und Prävention seit Erfindung der DNS-Analyse" lobt Englands Polizeiführung das neue umfassende Überwachungssystem aller Straßen in Großbritannien. Europas Speerspitze im Kampf gegen Terror, Heimat von CCTV und allerlei absurden Gesetzen, will nun sämtliche Autofahrer komplett überwachen.

In der Datenbank sollen demnach zwei Jahre lang alle Bewegungen der Autofahrer aufgezeichnet werden. Derzeit erfassen die Kameras der Straßenbehörde etwa 35 Millionen Nummernschilder täglich, dazu wird die exakte Uhrzeit und der Ort vermerkt.

Mit der Datenbank ließe sich innerhalb weniger Sekunden die Routen eines einzelnen Autofahrers nachzeichnen, die dieser innerhalb der vergangenen zwei Jahre abgefahren ist. Sie würde folglich eine vollständige Überwachung aller Straßen ermöglichen.


Quelle: Netzeitung

"Jung(e), lass die Panzer rollen!"

Verteidigungsminister Jung (CDU) kündigte ja bereits an, es müsse überall gespart werden nur bloß nicht bei der Bundeswehr. Dass ihn sein Amtskollege Donald "Old Europe" Rumsfeld jedoch direkt anraunen würde, wann Deutschland endlich gedenke seinen Verteidigungsetat auf 2% des BIP zu erhöhen, das hätte er sich wahrscheinlich auch nicht träumen lassen. Die Umsetzung dieser Forderung würde einer Steigerung von derzeit 24 auf 45 Milliarden Euro Militärausgaben entsprechen.

Standard für freie Lizenzen

Freie Lizenzen für Inhalte wie Texte, Videos oder Musik, wie die der Creative Commons oder die GNU-Lizenz für freie Dokumentation, die beispielsweise von der Wikipedia verwendet wird, haben ein Problem: Obwohl sie der Verbeitung und kreativen Weiterverarbeitung von Medieninhalten dienen sollten, sind sie vielfach inkompatibel zueinander, was z.B. dazu führt, dass die an sich freien Texte des einen Projekts nicht in ein anderes einfließen können. Im Bereich der Freien Software hat man das Problem schon länger erkannt, weshalb beispielsweise die Open-Source-Zertifizierungs-Stelle OSI bereits Anfang 2005 weniger konkurrierende freie Lizenzen für Software forderte.

Das Problem entsteht durch die sog. Copyleft-Klausel in den Lizenzen. Sie dient vor allem dem Austricksen des Urheberrechts, bzw. in den angelsächsischen Ländern des Verwertungsrechts/Copyrights unter zuhilfenahme genau der dazu geschaffenen Gesetze: Sie erlauben zwar die freie Verbreitung und Veränderung der Inhalte - aber nur unter der Bedingung der Beibehaltung der freien Lizenz. Wird der aus einem Copyleft-Werk abgeleitete Inhalt unter eine andere, z.B. proprietäre Lizenz, gestellt, stellt dies einen Verstoß gegen das Urheberrecht bzw. Copyright des Rechteinhabers dar. Im Bereich der Freien Software hat beispielsweise die Website gpl-violations.org bereits vielfach solche Verletzungen der freien GNU General Public License für Software dokumentiert und erfolgreich vor Gerichte gebracht.

Sammlungen voller freier Texte, Audio- und Video-Dateien, die Lessig und seine Kollegen als Grundlage einer neuen, freien Kultur sehen, können also eigentlich keine Inhalte enthalten, die auf Grundlage verschiedener Lizenztypen erstellt wurden – selbst wenn diese jeweils breite Nutzungs- und Verteilrechte einräumen. So kann ein Text aus der Wikipedia, der unter einer Lizenz namens "Free Documentation License" (FDL) steht, im Grunde nicht als Erzählstück für einen Film verwendet werden, der nach den Regeln der "Creative Commons"-Lizenz verteilt werden soll.

Quelle: Technology Review

Die Creative-Commons-Bewegung und in ihr federführend Lawrence Lessig, Jurist der Stanford University und Kämpfer gegen das Copyright, will nun daher die Standardisierung freier Medienlizenzen vorantreiben:


Die "Creative Commons"-Bewegung will dieses Problem nun angehen. Im Januar 2006 sollen sprachlich angepasste Lizenzen vorgestellt werden, die eine Art Einweg-Kompatibilität zur Free Documentation License schaffen, unter der beispielsweise die Online-Enzyklopädie Wikipedia veröffentlicht wird.

Lessig und seine Kollegen arbeiten auch am Start eines Beraterkreises namens "CC: Lab", der aus sechs bis acht Experten auf dem Gebiet der Lizenzierung besteht. Er soll zu einem Standardisierungsgremium für "Copyleft"-Lizenzen werden. Laut Lessig kommen die Gründungskosten für das neue Gremium zunächst aus dem "Creative Commons"-Topf, er will aber auf längere Sicht Forschungsgelder einwerben.


Quelle: heise online

Nach verherrenden Signalen aus Frankreich in den letzten Monaten, wo das Urheberrecht mit fatalen Konsequenten extrem verschärft werden soll, kommt nun übrigens eine sehr bemerkenswerte Nachricht: Das französische Parlament hat einem Gesetz zugestimmt, das den freien Datenaustausch auch von "geistigem Eigentum" erlaubt. Natürlich wird die Regierung von ihrem Veto-Recht gebrauch machen. Aber an sich eine wirklich mutige Entscheidung.

Nachtrag:

Nun berichtet auch Heise über den Vorstoß der französischen Abgeordneten

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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