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Sonntag, 11. Dezember 2005

Freiheit

Freiheit ist ein großes Wort und einer der höchsten Werte der Moderne. Alle reden sie über die Freiheit. Merkel will mehr Freiheit wagen und meint mehr Sozialabbau, Christian Wulff sieht - in Anspielung auf ein kürzlich von der FDP wiederentdecktes 70er-Jahre-Zitat der Union - in der Großen Koaltion Freiheit und Sozialismus vereinigt und Oskar Lafontaine erklärt den Freiheitsbegriff der Linken. "Der Kapitalist" von der Financial Times Deutschland sieht sogar in einem Tempolimit den ständig gängelnden freiheitshassenden Staat und als Ursache den SPD-Filz.

Im Rahmen der von mir entworfenen "Freiheitsideologie" habe ich mich auch schon so einige Gedanken über den Begriff gemacht. Fest steht für mich, dass Sicherheit eine notwendige Voraussetzung für Freiheit ist. Der im Zusammenhang mit der Einschränkungen von Bürgerrechten gerne zitierte Satz, wird in der Debatte um eine "freiheitliche Wirtschaftsorndung" leider meistens vermieden. Wo bleibt die Freiheit, wenn Arbeitnehmerschutzrechte abgebaut werden und somit die Abhängigkeit und Unfreiheit der Beschäftigten gegenüber ihren Arbeitgebern vergrößert wird?

Die Mythen der Moderne

Unser kulturelles Erbe ist nicht Goethe, sondern der Melitta-Mann, die Mythen unserer Kindheit sind nicht länger Märchen, sondern Zeichentrickserien und das Kind der Kinderschokolade. Unsere Sozialisation, unser gesellschaftlicher Zusammenhalt begründen sich nicht in erster Linie auf Werte, sondern auf das gemeinsame Aufwachsen mit Meister Propper und Ed von Schleck. Die Werbekultur ist unsere eigene geworden, wir identifizieren uns mit dieser werbekulturellen Hegemonie unserer Kindheit, es ist ein Stück unserer Identität geworden, es gehört irgendwie auch uns:

Aus vermutlich marketingtechnischen Gründen nimmt uns Ferrero das alt bekannte Gesicht der Kinder Schokolade. Als Kinder der Konsumgesellschaft fühlen wir uns mit diesem Gesicht aber in großem Maße verbunden. Ferrero ändert also nicht einfach nur eine Produktverpackung – Ferrero stiehlt uns einen Teil unserer Identität. Dagegen möchten wir uns im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten wenden. Die Seite gibt es, weil wir den Protest bündeln wollen, den wir auch in unserem Bekanntenkreis gespürt haben.


Quelle: weg-mit-kevin.de via Telepolis

Passend dazu berichtet SPON über zwei Frauen, die ein Buch über eine angeblich neue Protestbewegung schrieben, die mit dem Konsum und nicht gegen ihn protestiert. Oder so ähnlich.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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