Wenn euch bei dem Wort "Verbrecher" als erstes das Wort "Raubkopierer" einfällt, ist das ein untrügliches Zeit dafür, dass ihr im 21. Jahrhundert angekommen seid. Im Informationszeitalter ist der Wirtschaft nichts so wichtig, wie die "Ware Information" vor ungehinderter Verbreitung zu schützen. Doch geistige Gedankeneigentumsverbrecher scheuen trotzdem nicht davor zurück, Informationen frei und kostenlos zu verbreiten.
Raubkopierer sind Verbrecher
Daher wird "
Informationspiraterie" - mit
bekanntlich wenig Erfolg - im Bewusstsein der Öffentlichkeit
als das neue Verbrechen überhaupt zu etablieren versucht. Doch schon wird die Musikindustrie vor
einer demographischen Zeitbombe gewarnt. Je größer der Anteil netzaffiner Menschen in der Bevölkerung wird, desto eher schwimmen der Industrie sämtliche Felle davon - zumal, wenn sie weiterhin stur auf
DRM-geschützte, überteuerte
Un-CDs setzt. Vielleicht verschiebt sich aber auch der Fokus der Industrie:
Ist es vielleicht der Anfang vom Ende der Musik als Jugendkultur? Wenn ein Großteil der Chartplatzierungen nichts mehr über die Beliebheit der Songs unter Jugenlichen aussagt, weil die sich ihre Musik illegal aus dem Netz lädt, werden die Labels dann orientierungslos? Spezialisieren sie sich vielleicht auf andere Altersklassen? Bisher war, von wenigen Ausnahmen wie Revival-Veröffentlichungen und die komplett vom sonstigen gesellschaftlichen Leben abgetrennte Sphäre der Volksmusik abgesehen, die aktuelle Musiklandschaft seit den 1950er Jahren immer eine Jugendkultur. Vielleicht werden ja jetzt die Alten als Käufer wiedentdeckt. Bisher begnügte sich die Industrie bei ihnen mit der Abgreifung von Geld im Zusammenhang mit Zusammenstellungen von CDs mit "den besten Songs der 50er, 60er, 70er, 80er" usw. Vielleicht wird ja bald wieder Musik produziert, die klingt als käme sie aus einem vergangenen Jahrzehnt?
Das Problem der Verwertungsindustrie wird sich jedenfalls tendenziell
durch die "Steinbruch"-Kultur des Internets eher noch verschärfen und das
liegt sicher nicht an der Erhöhung der Mehrwertsteuer.
FreeTV ist ein Verbrechen
Verschlüsselung von TV-Inhalten verband man bisher hierzulande vor allem mit Premiere. Dessen Verschlüsselungscode ist
jüngst mal wieder geknackt worden - wobei das Knacken des Codes
dank Informationsglobalisierung oft ohnehin nicht mehr nötig ist. Doch offenbar bemüht sich nicht nur Premiere um eine neue Form der Verschlüsselung. Wer bisher RTL oder Sat.1 gesehen hat, musste dank reichlich Werbung nichts dafür zahlen. Für die Zuschauer der Privaten könnte sich das bald ändern,
vor allem für Besitzer einer Satellitenschüssel.
Informationsverbrechen
Ebenfalls viel an der Verhinderung von Informationsverbreitung lag offenbar George W. Bush, weshalb er kurzerhand
Al Jezeera im befreundeten Katar bombardieren lassen wollte, wie
bereits berichtet. Die britische Regierung tut ihrerseits derzeit alles
das Gerücht zu bestätigen.
Hormonverbrechen
Dass die katholische Kirche auch im 21. Jahrundert
keine schwulen Priester möchte, ist bekannt. Daher kann man nur froh sein, dass die Religion hierzulande wenig Mitspracherecht in der Politik besitzt. Ganz anders in islamischen Ländern. In den V
ereinigten Arabischen Emiraten wird Homosexualität kriminalisiert und
man versucht sie mit Zwangs-Hormonen zu "therapieren".
Informative Tipps für Verbrecher
Nachdem kürzlich bereits ein Mann seine Frau "
mit Google" (Bildsprech) umgebracht haben soll, sorgt sich offenbar auch der amerikanische "Family Media Guide" um das Informationsbedürfnis potentieller Verbrecher und stellte
eine Liste der "Top 10 Ultra-Violent Video Games of 2005" zur Verfügung.
Spieletipps für Amokläufer sozusagen ;) ....
Nachtrag:
Zumindest ProSiebenSat.1
hat die Gebührenpläne für das Satelittenfernsehen offenbar ad acta gelegt. Von RTL gibt es allerdings kein Dementi.
Nachtrag vom 1. Dezember 2005:
Ergänzung:
FUCKUPs Medienumschau VIIb: Verbrechen
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