Montag, 28. November 2005

Spannend wie ein Krimi

Dieser Blog ist nichts für schwache Gemüter. Ich schreibe hier in aller Offenheit über eine prägende Phase meines Lebens, nämlich über meine Straftaten, den folgenden Prozess und den Verlauf meiner Haftstrafe. Dabei wird es nicht immer unblutig zur Sache gehen. Teilweise könnte es sehr grausam werden.

Mehr: Haftzeitblog

Spannend wie ein Krimi. Es ist ein Krimi, aber ein realer. Aus der Täterperspektive und gut geschrieben. Er fesselt mich schon seit ca. 40 Minuten, obwohl ich drigend ein Referat vorbereiten müsste. Absolut lesenswert!

Nachtrag:

So, das Seminar ist vorbei - das Referat habe ich irgendwie über die Bühne bekommen (mit den Worten "am Ende wiederholt der Autor sich im Wesentlichen" über den Teil, den ich nicht gelesen habe). Jetzt habe ich den Rest gelesen und hier hört es plötzlich auf. Mehr folgt später. Das ist Folter. ;)

Datenschutz ist Mörderschutz?

Es gab mal eine Zeit in Deutschland, da gab es kein Maut-System. Viele verschiedene Alternative wurden besprochen und schnell ein elektronisches Erfassungsystem favorisiert. Aber, aber - wurde eingewandt. Alle Autobahnen in Deutschland elektronisch erfassen? Das hieße, der Staat hätte einen genauen Überblick über das Bewegungsprofil jedes einzelnen Bürgers. In einer zunehmend vernetzten Welt ein weiterer Schritt in Richtung totaler Überwachung mit nicht auszudenkendem Missbrauchspotential. Also wurde dem von vorne herein ein Riegel vorgeschoben: die Daten sollten rein zweckgebunden zur Verkehrsüberwachung erhoben und gespeichert werden - zu anderen Zwecken sollte es keinen Zugriff geben. Nun haben wir das Maut-System noch nicht sehr lange. Und schon wird die Frage gestellt: Warum eigentlich, da wir dieses teure System doch schon mal haben, nutzen wir es nicht, um potentielle Mörder und Terroristen "zu jagen"? Die Bild jubelt. "Der Datenschutz darf nicht zum Mörderschutz werden!" skandiert sie und fordert ihre Kanzlerin zum Handeln auf:

Der Plan von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), Verbrecher künftig auch mit Maut-Kameras zu jagen (BILD berichtete), sorgt für Riesen-Wirbel! Die Oppositionsfraktionen kritisieren das Vorhaben scharf. Die Kanzlerin muß ihrem Innenminister schnell beispringen – die Bürger wollen Schutz vor Mördern und nicht Schutz für Mörder!

Mit so einem Argument lässt sich natürlich jeglicher Datenschutz diskreditieren - schließlich genießen ihn immer auch potentielle Mörder, Vergewaltiger und Bombenleger! Warum nicht gleich eine Videokamera in jedes Haus. "Wer nichts zu verbergen hat ..."

Übrigens interessiert sich auch China für das deutsche Maut-Überwachungssystem. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Nachtrag:

Siehe auch: http://www.gulli.com/news/ccc-nein-zur-toll-collect-pkw-2005-11-28/

"Vulgärmarxistischer Müll" in der Wikipedia

U.a. laut Heise wurde die Wikipedia zwischen Dezember 2003 und Mitte November 2005 kontinuierlich mit urheberrechtlich geschützten Großzitaten aus DDR-Standardliteratur von mehreren anonymen IP-Adressen systematisch "versorgt". Neben der Frage des Urheberrechts ist auch die ideologische Ausrichtung der Texte Thema der Diskussion:

Bis die Wikipedia-Community das Problem in den Griff bekommt und die Enzyklopädie vom vulgärmarxistischem Müll gesäubert ist, können noch Monate vergehen. Völlig ungeklärt ist obendrein, ob die über den Buchhandel vertriebenen Wikipedia-CDs und DVDs womöglich zurückgezogen werden müssen.

Ich sehe schon die Rückrufaktion vor mir:

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde.

Leider war das in unserem Geschäft erworbene Produkt 'Wikipedia DVD' schadhaft. Das von uns ausgelieferte Datenträger wurde durch vulgärmarxistischen Müll verunreinigt. Bitte geben Sie die kontaminierte DVD zurück und tauschen Sie sie gegen eine von marxistischen geistigem Müll bereinigte Fassung aus.

Flexibilität

Flexibilität wird heute gerne von Arbeitnehmern verlangt. Doch während die sich oft noch streuben, samt Partner, Kind und Kegel alle paar Jahre den Wohnort zu wechseln, hat die Arbeitgeberseite Flexibilität längst für sich entdeckt und geht mit gutem Beispiel voran, aktuell die Bahn. Ob nun die Bahn, Samsung, BMG Sony oder Müller Ltd. & Co. KG - Geschenke nimmt man immer gerne mit:

Nur nutzt das anfängliche Werben nun mal nicht dauerhaft. Nach einer Schamfrist und nachdem das Feld abgegrasst worden ist, geht es weiter. Globalisierung light eben. Sony BMG zurück nach München, die Bahn an die Elbe - reihum scheint man dem Trend verfallen, am besten alle 8-10 Jahre den Konzernsitz zu verlagern. Jedesmal gibt es willfährige Behörden, die in Rekordzeit die Genehmigungen für die pompöse Glas-Stahl-Repräsentanz erteilen, viel nette Presse und noch nettere "Umzugsbeihilfen".

Es scheint fast so, als sei jedes Bauprojekt um einiges leichter zu realisieren, wenn es mit dem Versprechen von Arbeitsplätzen aus einem zu verlagernden Konzernsitz gekoppelt ist.


Quelle: girl

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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