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Freitag, 25. November 2005

Stadt, Land, Kommunikation und Fortschritt

Weltweit lässt sich feststellen, dass Menschen in städtischen Gegenden tendenziell fortschrittlicher, weltoffener und liberaler denken als in ländlicheren Gegenden. Das gilt, wo immer ich etwas darüber gehört habe, universell für alle Menschen und Kulturen. Sei es in China, Indien oder der Türkei - Istanbul, die größte Stadt, gilt beispielsweise gleichzeitig auch als die westlichste und liberalste Stadt der Türkei. Selbst in den islamischen Staaten des Nahen Ostens, die sich ja vielerlei Hinsicht von unserer Kultur fundamental unterscheiden, kann man dies beobachten. Sogar in Deutschland sind noch solche Tendenzen nachweisbar: Auf dem Land wählt man vornehmlich Union, in der Stadt SPD - auch in den USA dominieren die Demokraten traditionall jede größere Stadt. Selbst die bayrischen Großstädte sind seit Jahrzehnten überwiegend rot-grün regiert. Dass dieses unterschiedliche Wahlverhalten weniger auf die ökonomische Struktur und mehr auf die kulturelle Sozialisation zurückzuführen ist, lässt sich an den Wahlerfolgen der Grünen festmachen: Die konsequent gesellschaftliberale Partei ohne klar definiertes ökonomisches Milieu ist fast eine reine Stadtpartei, in Großtstädten kann man sie beinahe zu den Volksparteien zählen.

Trotzdem sind die kulturellen Unterschiede innerhalb Deutschlands oder anderer westlicher Staaten bedeutend marginaler als in kulturell rückständigeren Gesellschaften wie Indien, der Türkei oder gar dem Iran.

Meine These zu den Gründen lautet folgendermaßen: Je isolierter eine Gemeinschaft lebt und je weniger Divergenz in Meinung und Lebensstil innerhalb dieser Gemeinschaft besteht, desto weniger gesellschaftliche Toleranz entwickelt sich innerhalb der Gemeinde und um so stärker kann sich eine feste Ideologie entwickeln. Isolation und kleine Gemeinschaften, die ja tendenziell weniger Divergenz aufweisen, führen also im Schnitt zu mehr Intoleranz, größere Gemeinschaften und mehr Kommunikation nach außen zu mehr Toleranz und Weltoffenheit. In Städten, noch stärker in Großstädten, sind die Menschen mit vielerei Meinungen und Lebensstilen konfrontiert, sodass sich der eigene Standpunkt und die eigene Lebensattitüde meist schnell relatviert wird und nicht mehr als absolutes Maß, das an andere angelegt werden sollte, bestehen bleibt.

Dass die Größe der Gemeinschaft eine Rolle für die Toleranzentwicklung spielt, ist also ersichtlich. Warum aber nehmen diese Unterschiede in den modernen Gesellschaften ab? Hier spielt meiner Meinung nach der zweiten Faktor, die Kommunikation mit und nach außen eine entscheidende Rolle: In den modernen Gesellschaften ist das Kommunikationssystem und die allgemeine Vernetzung besonders weit fortgeschritten. Die Massenkommunikation des Fernsehens und zunehmend auch die des Internets, "nimmt die ländlichen Gebiete mit". Die Konfrontation mit vielerlei verschiedenen Meinungen und Lebensstilen wird per Massen-, aber über Internet und Telefon auch per Individualkommunikation, auch bis ins letzte Dorf getragen.

Im Lichte dieser These betrachtet, wird auch deutlich, wie immanent wichtig die Entgettorisierung und kulturelle Teilhabe von Migranten für deren Toleranz in Bezug auf die Gastgesellschaft ist.

Diskussion dazu auf dem FUCKUP Wiki:

http://fuckup.homeunix.net/index.php?Stadt-Land-Kommunikation

"Willkommen zum Azureus 2.3.0.6"

Die neue Version 2.3.0.6 des BitTorrent-Client Azureus hat tolle neue Features:

Stiefelriemen der dezentralisierten Datenbank und IP Änderung Behandlung verbessert

und außerdem ist der

Gewindeverbrauch fur untätige Ströme verringert.

;D

Mehr dazu: http://fuckup.homeunix.net/index.php?Deutsch%20gut

Übrigens kommt die BitTorrent-Technologie inzwischen (fast) ohne Tracker aus.

O what a man!

In Europa fühle ich mich als Cowboy. In den engen Gassen von Cambridge schließe ich mich den Scharen unbehelmter Radler an. In Pubs atme ich bereitwillig den Zigarettenqualm ein. Als ich an einer Londoner Schule als Lehrer arbeitete, baute ich eine Kartoffelkanone. Zum Entzücken meiner Schüler schoss ich Knollen über die Themse. In Amerika hätte ich dafür die schriftliche Genehmigung der Eltern einholen müssen. Mein liebstes Risiko in Europa ist Rohmilchkäse. In den USA ist er verboten, weil jedes Jahr ein paar Europäer an den Bakterien sterben, überwiegend Alte mit schwachem Immunsystem. Aber so ein zäher, gut gereifter Camembert? Dieses Wagnis gehe ich ein.

Quelle: Technology Review

Ein Leben auf Messers Schneide ;) ...

Ungleiche Zwillinge

hamas2
Bildquelle: Wikipedia

Ein sehr interessanter Artikel von Marcus Hammerschmitt über gut herausgearbeitete Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Faschismus und Islamismus:

Die ungleichen Zwillinge (Telepolis)

FUCKUPs Medienumschau VI: Pionierarbeit

Jede Gesellschaft besitzt ihre Avantgarde, eine geistige Elite, die über den Tellerand der Gesellschaft in der sie lebt hianusblickt und so mit Pionierarbeit Kunst, Kultur und Technik vorantreibt.

Weniger bekannt für das Schaffen von Pionierarbeit, sondern eher für das Kopieren derselben, war bisher Microsoft, auch wenn man dort gerne Gegenteiliges behauptet. Jetzt aber leistete Microsoft echte Pionierarbeit. Als erstes Unternehmen bringt es das Phänomen des Absturzes auf die Konsole. Der "Blue Screen of Death" war bisher PC-Benutzern, die Windows einsetzten, vorbehalten.

Ebenfalls weniger für journalistische Pionierarbeit ist die Bild-Zeitung bekannt. Im aktuellen Fall schrieb sie unkritisch von anti-islamischen Blogs ab und vergaß dabei sogar das Fragezeichen der Originalquelle. Die Blogs haben den Fehler inzwischen korrigiert, bild.t-online.de ist nicht so schnell. Auch zwei aktuelle gleichlautende Artikel bei N24 bzw. der Netzeitung zum "Du bist Deutschland"-Hitlerbild können nicht als Pionierarbeit bezeichnet werden. Dort heißt es nämlich unter der Überschrift "Blogger entdecken «Du bist Deutschland» bei Nazis":

Wer den pikanten Vorläufer der «Du bist Deutschland»-Kampagne entdeckt hat, ist bislang unklar.

Dabei ist die Sache innerhalb der angeblichen Entdeckergemeinde der Blogosphäre längst geklärt. Hier fing alles an. Eine ausführliche Blog-Chronologie der Verbreitung bietet der Bembelkandidat aus Mainhatten. Eine weniger blogzentrierte Chronologie "Glück auf!".

Eine technische Pionierarbeit leistet offenbar gerade BASE: Eine mobile Datenflatrate könnte den Festnetzanschluss in Kombination mit der bekannten Handy-Flatrate komplett überflüssig machen. Allerdings wird im Heise-Forum teilweise von Durchsatzproblemen bei der Datenübertragung berichtet.

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FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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