
Bildquelle:
ftrain.com
Was Google
da als Patent beantragt hat, bietet sowohl große Chancen als auch Risiken: Man will Suchergebnisse personalisieren.
Wenn also jemand aus Bruck an der Mur bei Google nach "Japaner" sucht, könnte die Suchmaschine je nach den persönlichen Interessen [etwa Sprachen vs. Essen] davon ausgehen, dass entweder ein Sprachkurs oder ein japanisches Restaurant gesucht wird, und entsprechende Ergebnisse liefern.
Dem Aufenthaltsort des Nutzers entsprechend könnte die Suchmaschine auch die passenden Links [ein japanisches Restaurant in der Nähe oder die nächste Sprachschule] auswerfen.
Da fallen mir spontan auch ein paar weniger harmlose Beispiele ein. Ich werde mir keinen personalisierten Google-Account anlegen. Aber Google plant kein Entkommen:
Die personalisierte Suche, die Google auch über seine personalisierte Startseite anbietet, ist bis jetzt ein Feature, das der User bewusst anwählen muss - indem er sich einloggt. Im Patentantrag werden allerdings auch Wege beschrieben, an Informationen heranzukommen, ohne dass der User davon explizit weiß. [...] Der Antrag beschreibt nun, dass sich manche Nutzer einloggen und so ihr Profil anwählen könnten, andere hingegen müssten anhand ihres Verhaltens erkannt werden: welche Dokumente sie bei einer Suche anwählen etwa oder aber auch, wie sie die Maus bewegen und wie sie tippen.
Es gebe die Möglichkeit, ein Modell zu schaffen, anhand dessen auch diese User erkannt werden könnten, um ihnen dann ein passendes Profil und damit die passenden Suchergebnisse zuordnen zu können, so die Ausführungen im Antrag.
Spontane Frage: Wie will Google Mausbewegungen und Tastatureingaben auslesen?
Mehr dazu von Heise:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/65828
Patentantrag im Original:
http://appft1.uspto.gov/netacgi/nph-Parser?Sect1=PTO1&Sect2=HITOFF&d=PG01&p=1&u=%2Fnetahtml%2FPTO%2Fsrchnum.html&r=1&f=G&l=50&s1=%2220050240580%22.PGNR.&OS=DN/20050240580&RS=DN/20050240580
(via
Futurezone)
Die Kultur geistiger Güter verändert sich. Die Interessen der schon lange verhassten Musik- und Filmindustrie werden nicht mehr ernst genommen,
das Verbreiten von Informationen jeglicher Art wird nicht als Straftat wahrgenommen - das Wort "geistiges Eigentum" klingt in den Ohren einer Generation, die mit dem Netz aufgewachsen ist und sich ganz selbstverständlich
des "Steinbruchs" Internet bedient,
zunehmend absurd. Wie reagiert die Filmindustrie? Sie
läuft Amok.
(via
netzpolitik.org)
Nachtrag:
Haha:
http://82.198.83.250/css/bg.jpg
Zünder ist ein recht neues Format aus dem altehrwürdigen Haus der "Zeit", das neue Medientrends mit jugendlichen und netzbezogenen Themen aufgreifen möchte. Natürlich hat "Zünder" alles,
was die Medienkultur in letzter Zeit verändert hat: es gibt die Möglichkeit Artikel zu kommentieren und zu diskutieren, es gibt
Foren und
einen Leser-Blog, es geht um Jugendkultur,
freie Software und die Auswirkungen der Internetkultur. Außerdem wird neben dem Textformat auch das Video genutzt, z.B. in dem "
Projekt Links", das sich mit dem Entstehen einer neuen Linken beschäftigt.
Verschwörungstheorien sind in. Dass es Verschwörungen gibt, kann keiner abstreiten - auf allen Ebenen der Gesellschaft gibt es geheime Absprachen, "Klüngel" oder einfach nur Menschen, die sich gegenseitig helfen, weil sie sich kennen. Wie man das nun nennt, ist eine andere Sache - aber verschworene Gemeinschaften haben zu allen Zeiten gewichtige Rollen gespielt, wie uns Geschichtsbücher lehren.
Das Internet hat noch mehr zur Verbreitung von Verschwörungstheorien beigetragen. Der Zeitgeist nährt sie. Niemand durschaut das Weltgeschehen, hinter den für den Einzelnen undurchschauberen Vorgängen, der undurchdringlichen Informations- und Desinformationsdichte von Wirtschaft und Politik vermutet manch einer dunkle Mächte, die die Fäden in den Händen halten - seien es Illuminaten, Freimaurer oder das alte Feindbild Juden. Die Theorie der Weltverschwörung, alt und schon von den Nazis instrumentalisiert, fällt nicht selten auf den fruchtbaren Boden der Unsicherheit einer dynamischen, als chaotisch empfundenen postmodernen Welt.
Dabei wird vergessen: Gerade eine unübersichtliche, informationsüberladene, hochvernetzte, individuelle, dynamische, sich täglich ändernde, undurschaubare Welt, ist nicht umfassend zu kontrollieren. Nicht von einer Person, nicht von einer Gruppe.