Seit etwa dem Jahr 300 durchgehend rund gewesen: Das Bild von der Welt
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Vieles was wir über das Mittelalter zu glauben wissen, wurde in der Neuzeit erfunden oder dem Mittelalter zugeschrieben, um sich davon abzugrenzen. So waren
Hexenverfolgungen vor allem ein Phänomen der frühen Neuzeit und
Keuschheitsgürtel eine Erfindung des 19. Jahrhunderts zur Steigerung sexueller Lust. Auch das Bild vom hart schuftenden Bauern stimmt so nicht:
Im Mittelalter gab es wenigstens 50 strikt arbeitsfreie Tage im Jahr. Anstrengenden Arbeitsphasen, etwa in der Erntezeit, folgten längere Abschnitte, in denen nur wenig gearbeitet wurde.
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brand eins Online
Selbst scheinbares Allgemeinwissen, das selbst heute noch in Schulbüchern gelehrt wird, wurde schon lange als falsch widerlegt: Die Menschen des Mittelalters glauben ganz überwiegend nicht an eine flache Erde.
Kein kirchlicher oder weltlicher Gelehrter in Spätantike und Mittelalter glaubte, die Erde sei eine Scheibe - mit Ausnahme des ägyptischen Mönchs Kosmas Indikopleustes und der Kirchenväter Laktantius und Severianus von Gabala. Deren Weltsicht galt jedoch stets als abseitig und wurde im Mittelalter nicht gelehrt - bis neuzeitliche Gelehrte verstreute Dokumente von Laktantius und Indikopleustes fanden, ihnen zu unverdienter Aufmerksamkeit verhalfen und so den Mythos vom scheibengläubigen Mittelalter schufen.
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Selbst vielen Nichtgelehrten dürfte das Wissen bekannt gewesen sein:
Und der kleine Mann in den Provinzen, der des Lateinischen nicht mächtig war? Auch er wurde mit dem Wissen um die Erdkugel versorgt, als nach dem 6. Jahrhundert die politischen Führer und Kirchenhäupter der Völkerwanderungsstaaten begannen, Ptolemäus in die Sprachen ihrer Volksstämme zu übersetzen. Alfred der Große etwa erklärte um 850 seinen Angelsachsen, die Erde sei "so kugelförmig wie die Schildbuckel, die an den Schildinnenseiten die Griffknäufe bilden". Und den Spaniern erklärten Philosophen unter Berufung auf Isidor von Sevilla, die Erde sei "rund wie der Ball, mit dem die Jungen auf der Straße spielen".
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SPON
Sehr lesenswerter Artikel!