Freitag, 14. Oktober 2005

Heimliche Propaganda im Kinderzimmer

Konservative Eltern aufgepasst! Auch in Ihrem Haushalt könnten sich ohne Ihr Wissen anarchistisch-kommunistische Propagandatondokumente in harmlosem Gewand befinden. Sie greifen Ihre Familie da an, wo sie am verletztlichsten ist: bei Ihren Kindern! Bitte lesen Sie weiter!

Manchmal sind es die kleinen unscheinbaren Dinge, die Großes bewirken können. Nein ich will jetzt nicht mit dem Du-bist-Deutschland-Gesülze von dem Flügelschlag des Schmetterlings anfangen und auch nicht behaupten, dass ein Blogeintrag wahlentscheident war. Es geht um die politische Sozialisation von Kindern mit der sich Gerd Strohmeier im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung auseinandergesetzt hat. Im Speziellen sei hier der Einfluss von Kinderhörspielen genannt. Diese werden nämlich, so Strohmeier, oft "völlig unterschätzt bzw. gänzlich ignoriert", obwohl "ihre Bedeutung für die Sozialisation im Allgemeinen sowie die politische Sozialisation im Speziellen keineswegs unterschätzt werden" darf. Schließlich kann sich das gerade einschlummernde Kind, das ein Hörspiel hört, dessen "äußerst suggestiv wirkenden" Botschaften kaum entziehen: es fehlt, wie konstatiert wird, die "kritische Distanz". Als ganz besonders subtile Propagandainstrumente erweisen sich die Hörspiele aus der Reihe "Benjamin Blümchen" und "Bibi Blocksberg", die sich bei näherem Hinsehen als explosive Anarcho-Anstachelung der Kinder zur Revolution entpuppen. Herrschaft und Macht, repräsentiert im Bürgermeister und dem Polizeipräsidenten, werden als korrupt, ausbeuterisch und unbeliebt dargestellt. Empörend z.B. diese Textzeile aus einem Benjamin-Blümchen-Lied:

Sie [die Polizei] hat tendenziell ein negatives Image, das bereits im (alten) Titellied von Benjamin Blümchen anklingt: "Benjamin liebt alle Leute, ja sogar [!] die Polizei".

Quelle: bpb.de

Auch das Kapital, repräsentiert z.B. durch den "Immobilienhai" Schmeichler oder "Ulrich Umsatz" steht immer auf der Seite des Bösen. Die Anarcho-Propaganda im Kinderzimmer schreckt gar vor offenen Gewaltaufrufen nicht zurück:

Während beispielsweise Benjamin eine Demonstration gegen den Bau einer Straße mit Kindersprechchören "Wer Straßen baut, wird vollgehaut" veranstaltet,[69] reist der Bürgermeister in den Orient, um Neustadt an die "transkontinentale Pipeline" anschließen zu lassen.

Kurz: Die "richtigen" politischen Positionen bzw. Verhaltensweisen sind ökologisch, postmaterialistisch, basisdemokratisch, kritisch, zivilcouragiert, pazifistisch, sozial, antikapitalistisch, egalitär, tendenziell anarchisch bzw. antistaatlich, antihierarchisch, antiautoritär und antikonservativ; mit anderen Worten: "links" der politischen Mitte (linksliberal bis linksalternativ).

Quelle: bpb.de

Die Rheinische Post schreibt dazu heute auf Seite 1, in der Kategorie "links aussen":

Der Nobelpreis für angewandte Kindererziehung geht in diesem Jahr an Gerd Strohmeier. Klare Sache. Der Politologe aus Passau wird für seinen bahnbrechenden Aufsatz in "Politik und Zeitgeschichte" gewürdigt, in dem Strohmeier Benjamin Blümchen endlich wissenschaftlich fundiert des Kinderzimmers verweist. Benjamin nämlich vermittelt ein verzerrtes Bild von Demokratie und den politischen Prozessen, weil in Herrn Blümchens Geschichten Politiker faul, reich, geldgierig, machtversessen, verschlagen und am eigenen Wohl orientiert sind. Und das, so hat Forscher Strohmeier herausgefunden, behindert die Entwicklung und Reife des Kindes. Viel besser fürs Kindeswohl sind da die Geschichten von der Merkel-Maus, die mit dem Ede-Bär ganz doll klarkommt, weil sie so schön argumentieren und selbstlos regieren kann und er so nett ist und immer dabei hilft. Törrööööö"

Nachtrag vom 15. Oktober 2005:

www.mischamandl.de bringt es auf den Punkt:

Absolut korrekt, denn wer will seine Kinder schon zu derart absurden, im internationalen Wettbewerb nicht durchsetzungsfähigen Verhaltensweisen erziehen, die ökologisch, basisdemokratisch, sozial, egalitär, antiautoritär oder gar kritisch geprägt sind? Gerade die letztgenannte Eigenschaft hat schließlich mit einem mündigen Bürger nicht das Geringste zu tun. Unsere Kinder sollen leistungsfähige, verantwortungsvolle Mitglieder der Gesellschaft werden, kein linkes Gesocks!

Erste Lige für Computerspiele

Mit Steven Spielberg entwickelt zum ersten mal ein Filmregisseur aus der ersten Reihe ein Computerspiel und nicht nur eins: gleich für drei Spiele hat sich EA einen Exklusiv-Vertrag mit Spielberg gesichert. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt.

Aldi und Lidl bringen Billigtarife für's Handy

Na endlich, ein weiteres Stück Richtung österreichische Mobilfunk-Verhältnisse:

Die Einzelhandelsdiscounter Aldi und Lidl wollen jeweils mit eigenen Billigtarifen in den deutschen Mobilfunkmarkt einsteigen.

Mehr: heise.de

E-Plus bietet derweil ein Prepaid-Angebot an, das auf türkischstämmige Kunden in Deutschland abzielt: Mit "Ay Yildiz" sollen alle Gespräche in alle deutschen und türkischen Fest- und Mobilfunknetze 29 Cent in der Minute kosten.

Langschläfer erwachet!

Und organisiert euch!

Langschläfer aller Länder vereinigt Euch (Telepolis)

DELTA t, der Verein für Zweitnormalität e.V. setzt sich für eine allgemeine gesellschaftliche Zeitversetzung nach hinten und gegen die Diktatur der Frühaufsteher ein. Und ich weigere mich, das unter "Fun" einzusortieren - meine Stimme habt ihr! ;)

What's your least favorite country?

Oberbösewicht Hank Scorpio: "Homer, what's your least favorite country: Italy or France?"
Homer: "France!"
Scorpio: "Nobody ever says Italy."

Comedy Central hat nachgefragt, normale amerikanische Bürger von der Straße: Welches Land sollen die USA als nächstes überfallen? Und finden die Befragten die Länder auch auf der Weltkarte?

Vader Abraham in grün

http://media.skoopy.com/vids/vid_00806.wmv

Lalalalalalala ...

BTW, als ich auf www.skoopy.com gehen wollte, habe ich mich vertippt und http://www.soopy.com/ eingebenen:

Microsoft OLE DB Provider for ODBC Drivers error '80004005'

[Microsoft][ODBC SQL Server Driver][DBNETLIB]General network error. Check your network documentation.

/default.asp, line 9


Wer hat da was vercheckt?

Kein Zitierrecht in Japan?

In Japan wurde nun eine Website zu einer Entschädigungszahlung verurteilt, weil sie die Überschrift eines Artikels zitierte, um auf ihn zu verlinken und dies als Verletzung des Urheberrechts gewertet wurde. In Deutschland wäre so etwas zum Glück (noch) nicht möglich:

Werden aus urheberrechtlich geschützten Werken (kleine) Teile entnommen, so ist dies unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Das umfassende Recht des Urhebers wird durch das Zitatrecht eingeschränkt - man spricht daher von einer Schrankenbestimmung. Im deutschen Recht darf nur dann zitiert werden, wenn die Quelle deutlich angegeben wird (§ 63 UrhG) - siehe Quellenangabe.

Quelle: de.wikipedia.org

Weltnormentag und Microsoft

Heute ist Weltnormentag, der die positiven Aspekte weltweiter Standards betonen möchte. Und tatsächlich: Standards sind in vielerlei Hinsicht ein Gewinn für die Verbraucher: Sie sorgen z.B. dafür, dass ich bei Schrauben für ein spezielles Gerät nicht auf einen Hersteller angewiesen bin, sondern die Auswahl habe. Oder sie sorgen im Web dafür, dass die Regeln des World Wide Web Consortium die korrekte Darstellung aller Websites mit allen Browsern ermöglichen - in der Theorie. In der Praxis hat sich nämlich der verbreiteste WWW-Browser, der Internet Explorer von Microsoft, nie durch ein standardkonformes Verhalten ausgezeichnet - im Gegenteil: damit Websites im IE korrekt angezeigt werden, mussten oft sogar echte standardabweichende Fehler in den HTML-Text eingebaut werden. Das alles sollte Konkurrenten vom Markt drängen: Da der IE nunmal von über 90% der Internetnutzer genutzt wird, kann kein Web-Bastler auf IE-Nutzer verzichten - also haben HTML-Schreiber lieber auf "IE optimiert", anstatt standardkonformes HTML zu benutzen.

Inzwischen ist bei Microsoft irgendwie die Einsicht gereift, dass Standardkonformität doch eine ganz gute Sache ist - wahrscheinlich weil alle unsaubere Programmierung des IEs den Erfolg von Mozilla Firefox nicht verhindern konnte. Doch jetzt wird man die standardabweichenden Geister des IEs einfach nicht mehr los:

Mit entsprechenden Hacks wurden bislang die Unzulänglichkeiten des Internet Explorers bzw. dessen im Vergleich zu anderen Browsern abweichendes Verhalten ausgeglichen, so dass die entsprechenden Webseiten auch im Internet Explorer wie gewünscht aussehen. Nun ändert sich mit dem IE7 aber das Verhalten des Browsers, die Hacks gehen nach hinten los.

Und um das jetzt wieder auszubügeln wird Webdesignern wiederum ein nicht-standardkonformes Vorgehen von Microsoft empfohlen:

Um dennoch Webseiten auf den IE zuzuschneiden bzw. diesen gezielt auszuschließen, sollten Webdesigner besser auf Conditional Comments - also bedingte Kommentare - zurückgreifen, so Microsoft. Diese sind zwar ihrerseits nicht in den Standards vorgesehen, erlauben es aber, bestimmte Teile eines Dokuments gezielt an eine bestimmte Version des Internet Explorers zu richten, während für andere Browser diese als Kommentare erscheinen und somit keine Wirkung haben.

Ein Rattenschwanz ohne Ende - es ist so schade, dass man als HTML-Schreiber (noch) nicht einfach auf IE 6 pfeifen kann.

Quelle: golem.de

Fefe glaubt an Karma. ;)

Ein weiterer sehr unterstützenswerter Standard wird das OpenDocument-Format werden. Das freie Format soll den einfachen Dokumentenaustausch über alle Programm- und Betriebssystemgrenzen hinweg unterstützen, indem es im Gegensatz zu proprietären Formaten wie MS-Word-Dukumenten auf einen offen dokumentieren XML-Standard setzt. Auch die EU unterstützt das Projekt und will OpenDocument künftig für Dokumente einsetzen. Das Format, das sogar ein ISO-Standard werden soll, wird von nahezu allen relevanten Textverarbeitungs- und Office-Programmen wie OpenOffice, StarOffice 8, KOffice, Textmaker 2005 und AbiWord unterstützt werden - außer Microsoft Office. Beobachter glauben, dass auch Microsoft gezwungen seind wird den neuen Standard zu unterstützen. Schon jetzt hat Microsoft durch den Druck der OpenSource-Gemeinde Zugeständnisse gemacht und einen halboffenen Standard für MS Office 12 versprochen.

Mehr Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/OpenDocument
http://www.spreadopendocument.org/
http://opendocumentfellowship.org/Main/HomePage
http://www.oasis-open.org/
http://friendsofopendocument.org/

Nachtrag:

Die lang erwartete Version 2.0 von OpenOffice, die das OpenDocument-Format als Standard-Format nutzt, soll kommende Woche kommen.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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