Mittwoch, 13. Juli 2005

DM-Chef fordert Quasi-Sozialismus

Als Ergänzung zu Die Zukunft der Arbeit: Sie hat keine dieses sehr lesenswerte Interview mit Götz Werner, Chef der Drogeriemarktkette DM:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/949236

Darin erklärt er, warum es nie wieder Vollbeschäftigung geben wird und warum dies keine Katastrophe ist, so lange wir es verstehen den enormen Wohlstand, der größer ist als je zuvor, gerecht zu verteilen. Sein Vorschlag: Mehrwertsteuer von 48%, alle anderen Steuern abschaffen und die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer für ein festes bedingungsloses Bürgergeld verwenden, das jeder erhält.

Nachtrag vom 15. Juli 2005:

Ein weiteres schönes Interview mit Götz Werner im Wirtschaftsmagazin brandeins:

http://brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1644

Nachtrag vom 22. Juli 2005:

Kritik an dieser Sichtweise:
http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=811

Allerdings wird dort u.a. nicht beachtet, welche erheblichen Kosteneinsparungen ein generelles Bürgergeld gegenüber individuell berechneten Leistungen in der Verwaltung einbrächte.

BBC mit OpenSource-Seite

Unter http://www.bbc.co.uk/opensource/ versammlt die BBC ihre zahlreichen Projekte aus dem Bereich freier Software wie u.a. Pro-Linux berichtet. An der BBC sollten sich unsere öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mal ein Beispiel nehmen und zwar sowohl an der Qualität der Beiträge als auch an der Verwendung und Unterstützung freier Lizenzen, Formate und Software. Warum sollten nicht auch die Beiträge von ARD und ZDF z.B. unter Creative Commons-Lizenzen freigegeben werden? Schließlich zahlen wir alle dafür.

Protest gegen Linksbündnisausgrenzung der ARD

http://linksbuendnis2005.gamersunity.de/mailomat.php/mailomat_submit.php

Sozial ist, wer Arbeit schafft

sozial_ist_was_arbeit_schafft

SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler bereut seine Nazi-Assoziationen zum Unions-Slogan "Sozial ist, was Arbeit schafft". Allerdings lag er damit gar nicht so verkehrt:

In Bayern prangt überall weiß auf blau: "Sozial ist, was Arbeit schafft." Darunter das CSU-Logo. Damit plakatiert die CSU in diesem Bundestagswahlkampf einen Slogan, den 1933 die "Kampffront Schwarz-Weiß-Rot" prägte. Die zentrale programmatische Wahllosung von Edmund Stoibers Partei stammt - bis auf ein Wort - von Hitlers Wegbereiter Alfred Hugenberg. Der Nationalist warb im Februar 1933 in Zeitungsanzeigen für seine Kampffront mit der Parole: "Sozial ist, wer Arbeit schafft."

Mehr: http://www.taz.de/pt/2002/08/16/a0023.nf/text

Der Artikel aus der TAZ stammt übrigens vom 16.8.2002. Und schon damals bemerkt der Vorsitzende der Geschichtswerkstatt München-Neuhausen, Günther Baumann:

"Der CSU-Slogan ist nicht weit weg von dem Spruch über den KZ-Toren ,Arbeit macht frei'."

Nachtrag:

Auch nicht schlecht:
http://girl.twoday.net/stories/832764/

Orwell klopft in Italien an

pshb

Der islamistische Terror klopfe an die Tür, sagte Innenminister Guiseppe Pisanu in der Abgeordnetenkammer, und: ""Ich bete, dass die Fakten mir widersprechen werden, aber ich fühle mich verpflichtet, alles zu tun, um die Türen fest verschlossen zu halten."

Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4522478_REF1,00.html

Die beschlossenen Maßnahmen lassen allerdings eher vermuten, dass Orwell an Italiens Tür klopft. Parallel findet auch ein EU-Ministertreffen zum Anti-Terror-Kampf statt, bei dem sich die Innenminister Europas gegenseitig mit Vorschlägen zur Verschärfung von Gesetzen und Erweiterung von Befugnissen für Polizei und Geheimdienste überbieten wollen.

Was ist konservativ?

Laut Perlentaucher schreibt Jens Bisky in der Süddeutschen über das Programm der CDU:

Für jeden aufrechten Konservativen ist es eine Katastrophe. Über eine vernünftige Kulturpolitik des Bundes schweigt das Papier, beim Thema Bildung besticht es durch Phrasen und Starrsinn; Fragen, über die zu streiten lohnte, werden nicht einmal gestellt. Keine Spur von den konservativen Tugenden, die am weltläufigsten Golo Mann gepriesen hat. Man vermisst 'das In-Rechnung-Stellen von des Menschen wirklicher, wirklich umschränkter Natur' ebenso wie 'die Sympathie für das Gute Alte, das Gewordene, Traditionelle'. An deren Stelle scheinen Eigenverantwortungsgeschwafel und reaktionärer Kleingeist getreten. Leichter als hier konnte man programmatische Aushöhlung lange nicht studieren.

Aber was ist heute noch konservativ?

Dänische Pizza und deutsch-französische Diskriminierung

guerre4

LOL:

Aage Bjerre hatte kurz vor Beginn des Irak-Kriegs im Februar 2003 Schlagzeilen mit der Ankündigung gemacht, er werde Touristen aus Deutschland und Frankreich wegen der Irak-Politik ihrer Regierungen keine Pizza mehr verkaufen. Ein dänisches Gericht verurteilte ihn deshalb wegen Diskriminierung zu einer Geldstrafe von 750 Euro. Bjerre weigerte sich zu zahlen und musste deshalb nun eine achttägige Haftstrafe antreten. [...] Ins Gefängnis nahm Bjerre ein Foto von US-Präsident George W. Bush und dessen Frau Laura Bush sowie eine Amerikanische Flagge mit. Damit wollte er seine Zelle dekorieren. "Das wird den Raum freundlicher machen", sagte er.

Quelle: http://www.mittelhessen.de/ap/apnews.php?code=20050712APD0773

Nachtrag:

Die Bild hat die Nachricht etwas vercheckt:

http://www.bildblog.de/?p=681

Jakob Maria Mierscheid, MdB

Jakob Maria Mierscheid ist ein von der SPD-Fraktion 1979 erfundener Politiker, der seit dem angeblich im Bundestag sitzt und z.B. auch auf allen Amtsblättern des Bundestages auftaucht. Seit dem tauchen in den Nachrichten auch ab und zu mal Meldungen zu Mierscheid auf, oft mit eher versteckten Hinweisen, dass es sich um eine fiktive Person handelt. Mehr zu dem Spaß von Politikern und Medien:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_M._Mierscheid

Nachtrag:

Die Tagesschau hat inwzischen einen Info-Kasten mit der Wahrheit über Mierscheid hinzugefügt - so versteckt ist der Hinweis also nicht mehr ...

Echtes Fleisch für Vegetarier

NASA-Forscher hatten schon vor einiger Zeit kleine Mengen künstlich hergestelltes Fleisch gezüchtet. Bisher war dieses jedoch vollkommen geschmacklos, wie z.B. morgendwelt.de berichtet:

Die Kunst dabei ist, nicht nur einfach Muskelzellen zu vermehren. Sie wären zwar essbar, würden aber dem "echten" Fleischgeschmack nicht nahe kommen, so die Forscher. Nötig ist zum einen, auch Fettzellen und andere Gewebezellen zu integrieren, zum anderen, die Muskelzellen zu "trainieren", wie es das Tier beim Bewegen tut.

Dir Forscher aber berichten von weiteren Fortschritten, auch wenn die Technologie noch lange nicht massentauglich sei. Vorteile gäbe es viele: Fleisch ohne das Töten von Tieren, kein Verbrauch von Tierfutter, Medikamenten etc. in der Aufzucht, keinerlei Tierseuchen, keine Viehtransporte, Omega-3-Fettsäuren anstatt gefäßschädlicher, ungesättigte Omega-6-Fettsäuren und eine um ein vielfaches umweltfreundlichere Fleischproduktion ohne Belastungen wie CO²-Ausstoß durch Tiere, Weidefläche und Belastungen des Bodens durch Dung. Den lesenswerten vollständigen Artikel gibt es hier:

http://www.morgenwelt.de/613.html

Bemerkenswert unspektakulär

Das Steuerkonzept der PDS eignet sich nur noch bedingt zum Bürgerschreck:

Zudem soll der Spitzensteuersatz auf 50 Prozent ab einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro angehoben werden, sagte Wahlkampfleiter Bodo Ramelow bei der Vorstellung des steuerpolitischen Teils des PDS-Wahlprogrammes in Berlin.

Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4520676_REF1,00.html

Man erinnere sich an Kohls Zeiten. Da lag der Spitzensteuersatz noch bei 53%.

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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