Sonntag, 10. Juli 2005

Alleinstellungsmerkmal der Deutschland AG

Bei Lisa Rosa stieß ich soeben auf einen interessanten Artikel über ein ZEIT-Interview mit Ernst Wilhelm Händler, der der Frage nachging, welche Ware die "Firma" Deutschland auf dem globalen Weltmarkt anbieten könne:

China ist auf dem Weg, das Bio-Labor der Welt zu werden, Indien hat sein Spezialgebiet schon in der digitalen Dienstleistung. Der "Firma" BRD fehlt aber bislang ein solches "Alleinstellungsmerkmal". Der Unternehmer und Autor Ernst-Wilhelm Händler schlägt vor, es in der Produktion von Bildung und Gesellschaftswissenschaft zu suchen, da es in der Industrieproduktion sowieso, aber auch schon auf den Gebieten Naturwissenschaften und Informationstechnologie verloren sei. Deutschland als sozialwissenschaftlicher Thinktank für die Welt?

Das eigentliche Interview habe ich noch nicht gelesen. Aber trotz aller Hoffnung vielleicht doch keinen Studiengang abseits jedes Marktwertes gewählt zu haben: Ist das nicht ein wenig einfach gedacht? Biotechnologie z.B. wird in China wohl auch längerfristig kein Technologiebereich werden, der bei einer Bevölkerung von über 1,3 Milliarden ein relevantes Gewicht auf dem Arbeitsmarkt der breiten Massen hat. Und ein Volk von Sozialwissenschaftlern können wir wohl auch kaum werden - so viele Gesellschaften wie Deutsche gibt es nicht. ;)

Debian World Domination

Auch wenn die GNU/Linux-Distrubution Debian in letzter Zeit nicht nur positiv von sich reden machte, scheint es so, als ob Debian-basierte Distributionen sich langfristig neben Red Hat/Fedora und Novell/SuSE (SUSE, Suse, keine Ahnung wie die derzeit wieder heißen) den Linuxmarkt fast vollständig teilen werden:

Knoppix und seine zahlreichen Abkömmlinge sind bei jeder zweiten PC-Zeitschriften auf CD dabei, das vom Milliardär Mark Shuttleworth (2002 erster Weltraumtourist der Menschheitsgeschichte) gesponsorte Ubuntu mauserte sich zum Liebling der Medien und wurde u.a. im Spiegel und der SZ erwähnt und die einst ebenfalls bedeutenden Linux-Distributoren Mandriva, Progeny und Turbolinux kündigten nun an ein auf Debian basierendes Enterprise-Linux entwickeln zu wollen.

Blogging aus London

BLOGGER AUS LONDON

"Ich zittere jetzt, es ist schwer zu tippen"

Während das Mobilfunknetz in London in den Stunden nach den Anschlägen darniederlag, drangen einige Stimmen über Blogs und Foren nach draußen. Blogger berichteten zu Hause und in Internet-Cafés in der Innenstadt über das Chaos im Zentrum. Andere flüchteten aus der Stadt und bloggten von unterwegs.


Mehr: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,364114,00.html

Erinnert mich an wenig an die historischen Usenet-Artikel, die anlässlich von 20 Jahren Dejanews von Google Groups vor vier Jahren zusammengestellt wurden, z.B. das hier:

http://groups.google.com/groups?selm=85%40nixbln.UUCP

Schlammcatchen statt TV-Duell!

Ich fände Schlammcatchen diesmal geiler als ein Kanzlerduell und auch passender:

Lafontaine wohne in einem Palast wie früher nur Diktatoren, gehe aber auf jede "Hartz IV"-Demonstration, wetterte CSU-Generalsekretär Markus Söder auf der Landesversammlung der Jungen Union in Schweinfurt. Lafontaine sei ein "geldgeiler Gockel", der aus tiefer menschlicher Schwäche handle und der in Deutschlands Zukunft nichts zu suchen habe.

Joschka bekommt Brechreiz, wenn er Lafontaine sieht, Söder bezeichnet die SPD als "alte Säcke", die als 68er sowieso alles Schuld seien und Westerwelle meint verklausoliert Merkel sei einfach zu hässslich für ein TV-Duell mit Schröder:

Derweil warnte FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel von einem Fernsehduell mit Schröder. "Die Union sollte sich gut überlegen, ob sie diese vergiftete Einladung annimmt", sagte Westerwelle in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". In einem Fernsehduell würde sich Schröders meisterlicher Umgang mit den Medien zeigen. "Gerhard Schröder beim Flirt mit den Kameras, das erinnert mich an den meisterhaften Boris Becker in Wimbledon", sagte Westerwelle. "Wenn man Boris Becker schlagen will, dann fordert man ihn nicht zum Tennis heraus, sondern besser zum Schach."

Quellen: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4513936_REF1,00.html

Verschwörungstheorien

Wie jedes Mal nach Terroranschlägen werden auch diesmal Verschwörungstheorien nicht ausbleiben. Wer Nahrung dafür sucht, wird z.B. in Fefes Blog fündig. Ganz interssant ist z.B., dass ähnlich wie vor 9/11 in London vor den Anschlägen ziemlich genau der eingetretene Ernstfall geübt wurde. Gut, das ist noch nicht so verwunderlich - schließlich wurde der Anschlag von vielen befürchtet. Was jedoch bemerkenswert ist: Die Bomben explodierten in der Übung laut einem Ex-Scotland-Yard-Antiterror-Funktionär genau den Stellen, an denen sie dann auch real hochgingen.

Nachtrag vom 11. Juli 2005:

Hier ein Radiomitschnitt, in dem das erwähnt wird:

http://blog.fefe.de/exercise_radio.ogg

Kampf oder Krieg gegen den Terror?

Auch wenn alle Medien den Europäern uninsono Gelassenheit nach den Teroranschlägen in London bescheinigen, scheint etwas Hysterie dennoch nicht auszubleiben. In Birmingham wurde ein Gebiet mit ca. 20.000 Menschen evakuiert, weil jemand ein Päckchen in einem Bus vergaß, das sich als harmlos herausstellte. Und obwohl die flächendeckende Videoüberwachung Londons den Terror ebensowenig verhindern konnte wie es Personalausweise mit biometrischen Daten getan hätten, wie selbst der britische Innenminister zugab, versuchen nun Politiker hüben wie drüben den Terror gleich Schockwellenreitern für den weiteren Abbau von Datenschutz und Bürgerrechten zu nutzen.

In der taz erinnert Klaus Hillenbrand an die Tatsache, dass bei allen zu recht als falsch gebrandmarkten Maßnahmen gegen den Terror, wie dem Irakkrieg, der Kampf gegen den Terror trotzdem nötig sei:

Wer diese Grundwerte verteidigen will, kommt nicht darum herum, sich mit den mörderischen Protagonisten auch jenseits der Lektüre des Feuilletons auseinander zu setzen. Will heißen: Nur weil der Irakkrieg das Gegenteil dessen bewirkt, was seine Befürworter vorzugeben glauben - nämlich eine Bekämpfung des Terrorismus -, heißt das noch lange nicht, dass der Kampf gegen diesen Terrorismus per se unsinnig ist. Er ist im Gegenteil bitter nötig.

Nachtrag:

Selbst die Grünen stimmten nun auf ihrem Sonderparteitag zur inneren Sicherheit einer Verlägerung des "Otto-Katalogs" zu:

"Was können wir aus London lernen?", fragte er. Die nach dem 11. September 2001 beschlossenen Anti-Terror-Gesetzte, so der Innen- und Sicherheitspolitiker, müssten nun verlängert werden - "aber auf keinen Fall entfristet", wie Beck anmahnte.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,364613,00.html

Die Frage ist, wann soll diese Frist auslaufen? Wenn der Terror besiegt also nie?

FUCKUP Weblog

Zeitgeist-Blog und Meta-Medium

FUCKUP (First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer) ist der fiktive Computer von Captain Hagbard Celine. FUCKUP, der sich auf dem goldenen U-Boot Leif Erikson befindet, ermittelt ständig, mittels eines virtuellen I Ging, die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch des 3. Weltkriegs. (Wikipedia)

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