Wahlentscheidungen als Imagebildung

Warum wählt jemand CDU? Oder Grüne? Oder was anderes? Sind es andere politische Ansichten? Welche genau sollen das sein? Sicher, Grüne haben etwas andere Positionen in den Bereichen Umwelt und Gleichstellungspolitik. Aber ist das der eigentliche Grund? Kennen die Wähler die Positionen der Parteien überhaupt noch richtig? Haben nicht alle bekannten Parteien mit Ausnahme von PDS und WASG in allen von der Bevölkerung für wichtig gehalten Fragen ähnliche Positionen? Oder anders: Gibt es nicht in allen Parteien inzwischen Positionen, die man traditionell einer anderen politischen Farbe zurechnen würde? Was unterscheidet einen Oswald Metzger (Grüne) politisch noch von einem Guido Westerwelle (FDP)? Stehen sich Ottmar Schreiner (SPD) und Heiner Geißler (CDU) politisch nicht viel näher als Geißler Angela Merkel oder Schreiner Gerhard Schröder?
Was unterscheidet den Grünen-Wähler vom CDU-Wähler? Wie entsteht heute noch eine nicht selten immer noch vorhandene, wenn auch schwächer als früher ausgprägte, Parteienbindung?
Ist es nicht in erster Linie ein anderes Lebensgefühl, eine andere kulturelle Sozialisation? Entscheidet nicht letztlich oft, dass der Grüne-Wähler sich in Kreisen bewegt, in denen überwiegend SPD und Grüne gewählt wird und man auch sonst viele Eigenschaften teilt? Werden Wahlentscheidungen nicht immer mehr zu Image-Entscheidungen? So wie Pepsi oder Coke, Marlboro oder West. Welche Partei passt wohl zu meinem Image? Mache ich auf jung-dynamisch liberal oder eher auf wertkonservativ, geradlinig und bodenständig? Oder bin ich gar der ebenfalls jung-dynamische, aufstrebende Unternehmertyp?
Haben die Grünen das nicht längst erkannt und versuchen ihre Zielgruppe - jung, gebildet, liberal, oft weiblich, ungezwungen - über dieses Lebensgefühl anzusprechen?
Siehe dazu auch:
http://fuckup.homeunix.net/index.php?Antineoliberale%20Achse
Hackmeck - 29. Mai, 17:41
4 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks

